MenüMenü

Tomaten - für mehr als Salat geeignet!

Tomaten, auch Paradeiser oder Solanum lycopersicum, gehören zu den Nachtschattengewächsen. Sie sind verwandt mit Kartoffeln, Auberginen und Paprika. Unter Tomaten versteht man üblicherweise die essbaren Früchte der Pflanze, die botanisch gesehen Beeren sind. Tomaten wachsen zumeist als ein- oder zweijährige Sträucher.

Die Geschichte der Tomate

Der Paradeiser, wie die Österreicher die Tomate nennen, schützt uns vor einer Menge Krankheiten. Ursprünglich stammt die Tomate aus Übersee, wo sie seit vielen Tausenden von Jahren von Indianern kultiviert wurde. Von dort kam sie mit den spanischen Seefahrern zu uns.

Die Früchte (erst hart und grün, dann rot und saftig) galten als ungenießbar bis giftig. In Europa traten sie erstmals im 16. Jahrhundert in Erscheinung; sie kommen jedoch fast gar nicht als Wildform vor, sondern werden beinahe ausschließlich kultiviert. Tomaten galten lange Zeit als Zierpflanzen.

Das Wort Tomate stammt vom aztektischen tomatl ab und bedeutet pralles rundes Ding. Die Italiener sollen als Erste die Tomate als vielseitiges Lebensmittel entdeckt haben. Erst im 18. Jahrhundert fanden sie Eingang in die mediterrane Küche, und erst im frühen 20. Jahrhundert begann man, auch in Deutschland Tomaten zu essen.

Sie gelten als Gemüse. Das war wahrscheinlich die Geburtsstunde der heute weltumspannenden und allseits geliebten Alltagsmedizin Spaghetti mit Tomatensauce. Sie gaben ihr den liebevollen Namen Goldapfel(pomodoro). In unseren Breiten erhielt sie ebenfalls schöne Bezeichnungen: Liebesapfel oder Paradiesapfel etwa.

Lange Zeit galt Tomatensaft als Liebestrank und die Rote Frucht als Aphrodisiakum. Für eine Weile war die Frucht deshalb von der Kirche verboten und zur Frucht des Satans gekürt. In den Augen der Puritaner soll sie die Menschen zur Unzucht verleiten.

Tomaten kommen in den verschiedensten Formen vor: Von winzigen Kirschtomaten, die in Trauben wachsen, über längliche Flaschentomaten bis hin zu großen Fleischtomaten. Es gibt sie in rot, gelb, weiß, rosa, orange, gestreift oder dunkelviolett.

Da die EU jedoch Saatgut und Nutzpflanzen streng reglementiert, sind solche sogenannten alten Sorten oder Heirloom-Tomaten offiziell nicht mehr als Nahrungsmittel zugelassen. Sie können jedoch vereinzelt in Gärtnereien erworben werden, die sich den Erhalt alter Sorten zur Aufgabe gemacht haben und die Pflanzen als Zierpflanzen abgeben.

Warum Tomaten so gesund sind

Der sogenannte Paradiesapfel besteht hauptsächlich aus Wasser. Tomaten enthalten außerdem Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin C, Vitamin E, Niacin – das ebenfalls zu den B-Vitaminen gehört – sowie Carotinoide, Antioxidantien und Spurenelemente wie Kalium.

Tomaten enthalten nur rund 75 Kalorien pro 100 Gramm und eignen sich so bestens für eine bewusste Ernährung. Tomaten wirken entwässernd, stärken das Immunsystem, regulieren die Verdauung und können das Krebsrisiko senken. Ergebnisseklinischer Studien legen außerdem nahe, dass der regelmäßige Verzehr von Tomaten das Schlaganfallrisiko signifikant senken kann.

Der Krebskiller

Es mehren sich die Hinweise darauf, dass Tomaten ein wichtiges Mittel gegen Krebs darstellen. Eine israelische Studiengruppe wies nach, dass Lycopin menschliche Krebszellen abtötet. Das in den Tomaten enthaltende Lycopin gehört zur Gruppe der Karotinoide, die auch in Möhren zu finden sind.

Brust-, Prostata-, Bauchspeicheldrüsen- und Magen- und Darmkrebs beeinflusst der Tomateninhaltsstoff ebenfalls positiv. Die Fachzeitschrift „New Scientist“ berichtet über eine der Studien der Harvard Medical School. Danach senkte man bei Männern das Prostatakrebs-Risiko um bis zu 34 Prozent, wenn die Männer zweimal pro Woche tomatenhaltige Nahrungsmittel verspeisten.

Dabei erwiesen sich nicht nur frische Tomaten als hilfreich.Vor allem wirkten konzentrierte Tomatengerichte wie frisch gekochter Ketchup mit etwas Fett. Mit dem Brustkrebsrisiko verhält es sich höchstwahrscheinlich ähnlich.

Schutz vor Schlaganfall

Finnische Wissenschaftler (Kuopio) haben in einer Langzeitstudie über zwölf Jahre den gesundheitlichen Werdegang von über 1.000 Männern verfolgt. Das Ergebnis: Wer vergleichsweise hohe Mengen von dem Carotinoid Lycopin im Blut hat, erleidet deutlich seltener einen Schlaganfall:

Die Wahrscheinlichkeit istum 55 Prozent geringer als bei Studienteilnehmern mit sehr geringen Lycopinwerten im Blut. Die Forscher untersuchten auch eine Reihe weiterer Antioxidantien im Blut, beispielsweise Vitamin E und Karotin. Sie fanden hierbei jedoch keine Auswirkungen auf das Schlaganfallrisiko.

200 g Tomaten schützen Ihre Prostata

Um Ihr Risiko für ein Prostatakarzinom zu senken, sollten Sie reichlich Tomaten essen. Das in den Tomaten enthaltene Lycopin entfaltet bevorzugt in Gemeinschaftsarbeit mit qualitativ hochwertigem kaltgepresstem Olivenöl eine prostataschützende Wirkung.

Dazu sollten Sie 200 g Tomaten täglich essen – und zwar sowohl in roher als auch in gekochter Form. Beides hat unterschiedliche günstige Auswirkungen auf die kleine Vorsteherdrüse. Keinen schützenden Effekt auf die Prostata konnte die Forschung dagegen bislang bei Zink, Selen, Kalzium, Vitamin E und Vitamin C festgestellen.

Tomaten für die Figur!

Darüber hinaus sind Tomaten mit 19 Kalorien auf 100 Gramm echte Schlankmacher. Der Stimmungsmacher in der Tomate heißt Tyramin. Er bildet sich mit zunehmender Reife aus der Aminosäure Tyrosin. Er hebt die Stimmung und den Blutzuckerspiegel.

Aus diesem Grund haben Forscher nun auch herausgefunden, dass Tomaten Ihnen gegen Depressionen helfen können. Hat es Ihnen die Petersilie verhagelt, essen Sie einfach vollreife Tomaten und zwar so viele Sie mögen. Ein weiterer Garant für gute Laune ist die in Tomaten enthaltene Folsäure.

Dieses B-Vitamin sorgt für die Bildung von Serotonin: Der Stoff, aus dem die Glücksgefühle und ein gesunder Schlaf gemacht sind. In Tomaten hat der gelbrote Pflanzenfarbstoff Lycopin mengenmäßig die Nase weit vorn: Es macht etwa 90 Prozent ihres gesamten Carotinoid-Gehalts aus.

Tomaten besser gekocht genießen?

In Drogeriemärkten erhalten Sie Lykopin in Tablettenform. Vergessen Sie diese Produkte und essen Sie einfach Tomaten. Bedenken Sie, dass die Entstehung von Krebs ein sehr komplexes Geschehen ist, bei dem zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen.

Wenn Sie Obst und Gemüse in Wasser garen, gehen dadurch viele gesunde Inhaltsstoffe ganz oder teilweise verloren. Diese Regel gilt für eine ganze Reihe an wertvollen Substanzen: Die Hitze zerstört das empfindliche Vitamin C und viele kostbare sekundäre Pflanzenstoffe.

Mineralstoffe und wasserlösliche Vitamine werden mit dem Kochwasser aus den Lebensmitteln ausgewaschen. Eine Ausnahme ist hier der sekundäre Pflanzenstoff Lycopin: Dieser entfaltet sich erst richtig beim Garen. Der Stoff ist hitzestabil und bleibt beim Kochen und bei schonender Verarbeitung größtenteils erhalten.

Durch die Wärme werden die Zellwände der Früchte zerstört und das Lycopin freigesetzt. Steigern können Sie die Aufnahme von Lycopin noch durch die Kombination mit etwas Fett. Gleichzeitig reduzieren Sie durch das Erhitzen den Wassergehalt der Früchte drastisch:

Das führt dazu, dass der Anteil an Lycopin in erhitzen Tomaten erheblich höher ist als in den rohen Früchten: 100 Gramm Tomatenpüree enthalten 21,7 Milligramm Lycopin, die gleiche Menge rohe Tomaten jedoch nur 2,5 Milligramm. Aber das ist noch nicht alles:

Tatsächlich kann Ihr Körper den Farbstoff aus erhitzten Früchten besser verwerten. Gründe genug für Sie, Abwechslung in den Speiseplan zu bringen. Also genießen Sie Tomaten öfter mal als Suppe, als Nudelsoße oder stellen Sie Ihren Ketchup künftig selbst her. Industriell hergestellter Ketchup ist meist sehr reich an Zucker.

Ideal ist es, wenn Sie einfach jeden Tag einen Esslöffel Tomatenmark essen. Genießen Sie Ihren Tomatensaft mit ein paar Tropfen Olivenöl, Tomatensuppe mit einem Klecks Sahne, Pasta mit Tomatensoße und Parmesan und Ihr Käsebrot mit Tomatenmark statt Streichfett.