Thymian: Thymian und Quendel
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Die Lippenblütler sind eine vielseitig heilkräftige Pflanzenfamilie. Salbei, Melisse, Rosmarin, Minze, Bohnenkraut gehören zu ihr sowie der Thymian (Thymus vulgaris oder Echter Thymian) und sein Vetter, der Quendel (Thymus serpyllum L. oder Wilder Thymian).
Beide, Thymian und Quendel, haben ähnliche Tugenden, beim Thymian sind sie jedoch stärker ausgeprägt. Oval und silbrig sind die Blätter, zartrosa oder malvenfarben getönt sind die kleinen Blüten. Der Thymian wächst als kleiner Strauch, während sich der Quendel mehr über den Boden schlängelt. Eigentlich im warmen Süden zu Hause, sind die beiden längst auch bei uns heimisch geworden. Thymiansträuße gibt es als duftende Gartenpflanzen zu kaufen.
In jedem Winter ist eigentlich eine kleine Thymian-Quendel-Kur fällig, um sich sicher durch die Erkältungswellen zu bewegen: Täglich zwei Tassen mit einem Aufguß aus zwei Prisen (drei Finger) pro Pflanze.
Bei Infektion der Atemwege empfiehlt die französische Pflanzentherapeutin Fabrice Bardeau einen Tee aus der antiseptischen und hustenlindernden Kombination von Thymian (oder Quendel), Eukalyptus und Zypresse. Sie können sich auch in der Apotheke die jeweiligen Essenzen besorgen oder die Kombination gleich fertigstellen lassen und davon 2 x täglich 20 Tropfen auf ein kleines Glas Wasser einnehmen.
Mit seinen antiseptischen und krampflösenden Eigenschaften wirkt er ausgezeichnet bei Keuchhusten und Asthma, aber auch bei Infektionen des Darms und der Harnwege.
Bei uns ist Thymian fast nur noch als Mittel gegen Husten, Schnupfen und Rachenkatarrh bekannt (zu diesem Zweck in Apotheken auch als feste Kombination mit anderen Pflanzen, z. B. Salbei) erhältlich. Unsere Vorfahren haben sich aber mit beiden Thymiansorten nicht nur gegen Erkältungen geschützt und ihre antiseptischen Eigenschaften gegen Pest und Cholera eingesetzt. Sie wußten sich rundum ihrer vielseitigen Heilkraft zu bedienen.
Heute haben viele Studien gezeigt, daß Thymian stimulierende, tonisierende (kräftigende) und stark antiseptische Wirkstoffe enthält. Ein Bestandteil seines ätherischen Öls ist Thymol, das als Antiseptikum wesentlich stärker wirkt als Phenol (z. B. im grünen Tee).
Ein allgemeines Stimulans
Thymian baut auf – körperlich und seelisch. Er ist gut gegen Angstzustände, trübe Gedanken, niedrigen Blutdruck, Antriebslosigkeit, Ermüdungsund Schwächezustände sowie zur Anregung einer langsamen oder empfindlichen Verdauung (Blähungen!).
Ein Badezusatz mit einer Abkochung (60 g Thymian auf 1 Liter Wasser) wirkt allgemein kräftigend und belebend. Rheumakranke erfahren damit Linderung.
Interessant für Frauen
Beide Thymiansorten helfen unregelmäßige Menstruation zu regeln und übermäßige Blutungen einzudämmen, prämenstruelle Beschwerden zu lindern und Wechseljahrsprobleme wie Reizbarkeit, Nervosität und lustlose Abgeschlafftheit zu beheben. Jeden Morgen eine Tasse Thymiantee statt Kaffee erfrischt, ohne aufzuregen, weckt die Geisteskräfte, sorgt für ein leichtes Gefühl im Magen und nach längerer Einnahme für allgemeines Wohlbefinden.
Gebärenden verhilft Thymian zu einer leichteren Niederkunft. In der Schwangerschaft selbst verbietet er sich, weil er abtreibend wirken kann.
Zum Schluß: Thymian steht in dem Ruf (nicht durch Studien bestätigt!), die Intelligenz und den sexuellen Appetit anzuregen sowie als Einreibemittel Haarausfall aufzuhalten.