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Tausendgüldenkraut - gesunder Enzian

Herkunft des Tausendgüldenkraut

Die Entdeckung der heilenden Wirkung des Tausendgüldenkrauts ist so mystisch wie sein Name. Einer Legende nach hat ein Fabelwesen, ein Zentaur, halb Mensch, halb Pferd, die Heilkräfte des Tausendgüldenkrauts entdeckt. Er bedeckte eine schwere Wunde am Huf, die im Kampf durch einen Pfeil entstanden war, mit dem Kraut.

Dadurch wurde die Wunde geheilt und der Zentaur Chiron gerettet. Bereits in der Antike wurde die Pflanze für ihre heilende Wirkung geschätzt. Eine Zeitlang glaubte man, das Kraut schütze vor Blitzschlägen, Hildegard von Bingen setzte es zur schnelleren Genesung von Knochenbrüchen ein und Leonhart Fuchs nahm an, es helfe beim Abnehmen.

Das Kraut gehört zur Familie des Enzians. Man findet es am Waldrand, auf Wiesen oder Lichtungen. Es ist sehr robust und nicht besonders wählerisch, sodass man es auch auf moorigem und halbtrockenem Boden findet. Es wird bis zu 40 Zentimeter hoch und hat einen viereckigen Stängel.

Die rosafarbenen Blüten öffnen sich erst ab einer Temperatur von 20 Grad, dafür blühen sie von Juni bis in den August. Aber Achtung: Das Tausendgüldenkraut steht unter Naturschutz und darf nicht gepflückt werden.

Anwendungsmöglichkeiten

Für die Anwendung als pflanzliches Mittel wird das gesamte Kraut, ausgenommen der Wurzel, verarbeitet. Die Pflanze schmeckt sehr bitter – ein geschmacklicher Hinweis auf die Inhaltsstoffe. Sie ist reich an Bitterstoffen, dazu gehören Iridoide, Swertiamarin und Gentiopikrin.

Außerdem findet sich noch geringe Mengen von Xanthone und Flavonoide. Wegen der Bitterstoffe, die sich positiv auf eine beschleunigte Produktion der Magensäfte auswirken, ist Tausendgüldenkraut häufig Bestandteil von Magenbittern und Kräuterlikören.

Tausendgüldenkraut wirkt insbesondere auf den Verdauungsapparat. Durch die enthaltenen Bitterstoffe wird der Speichelfluss angeregt. Dies wiederum bringt die Verdauungssäfte in Schwung, wirkt förderlich auf den Verdauungsprozess und die Magenentleerung.

Diese Vorgänge können bei Blähungen und Verstopfungen hilfreich sein. Außerdem regt Tausendgüldenkraut den Appetit an. Darüber hinaus wird dem Tausendgüldenkraut eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung nachgesagt. Bei Fieberanfällen soll das Kraut senkend wirken.

Da frisches Tausendgüldenkraut unter Naturschutz steht und auch eher selten gedeiht, können Sie auf getrocknetes Kraut aus der Apotheke zurückgreifen, es ist genauso wirksam. Bei Verdauungsbeschwerden hilft täglich eine Tasse Tee aus Tausendgüldenkraut.

Für den Tee nehmen Sie einen Teelöffel der getrockneten Pflanze und übergießen diese mit circa 200 Millilitern kaltem Wasser. Lassen Sie diesen Ansatz sechs bis acht Stunden ziehen. Nach dem Abseihen können Sie den Tee auf Trink-Temperatur erwärmen und genießen.

Der optimale Zeitpunkt des Verzehrs ist vor Ihrer täglichen Hauptmahlzeit. Für eine verdauungsfördernde Tinktur aus Tausendgüldenkraut übergießen Sie eine Handvoll kleingeschnittenes, getrocknetes Tausendgüldenkraut so lange mit Doppelkorn, bis es vollständig bedeckt ist.

Lassen Sie den Ansatz vier Wochen lang zugedeckt ziehen und füllen Sie ihn nach dem Filtern in eine dunkle, lichtundurchlässige Flasche. Kühl aufbewahrt ist die Tinktur ein Jahr lang haltbar. Trinken Sie vor dem Essen 10 bis 20 Tropfen davon in einem Schnapsgläschen voll Wasser.