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So gesund sind Beeren

Ihre Farbe erhalten Beeren durch sekundäre Pflanzenstoffe, die zur Gruppe der Polyphenole gehören. Den größten gesundheitlichen Nutzen haben dabei die Anthocyane, die für die blaue oder rote Farbe u. a. in Heidelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren verantwortlich sind. Diese Stoffe wirken u. a. als Radikalfänger (Antioxidantien) und können dadurch die Körperzellen vor der Zerstörung durch die aggressiven Sauerstoffmoleküle schützen. Anthocyane schützen Sie vor diesen Erkrankungen:

  • Demenz
  • Krebs (v. a. Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs)
  • Parkinson-Krankheit
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Arteriosklerose, Bluthochdruck, Schlaganfall)

Darüber hinaus wirken sie entzündungshemmend, verbessern die Fließeigenschaften des Bluts und wirken auf den Gesamtcholesterin-Spiegel leicht senkend.

Ebenso wie die Anthocyane gehören auch die in Beeren enthaltenen Flavonoide und OPC zu den Polyphenolen. In konzentrierter Form werden sie von vielen Herstellern in Präparaten zur Nahrungsergänzung angeboten. Der Experte des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe, Bernhard Watzl, gibt jedoch zu bedenken, dass eine Pille mit einzelnen Wirkstoffen niemals die positiven Wirkungen haben kann wie die Kombination der unterschiedlichen Inhaltsstoffe in frischen Beeren.

Studien: Beeren beugen Darmentzündungen und Parkinson vor

Heidelbeeren enthalten außer Flavonoiden und Vitamin C auch große Mengen an Gerbstoffen. Diese Catechin-Gerbstoffe verdichten die Eiweiße in der Schleimhaut des Darms, wirken dadurch zusammenziehend und lindernd bei Durchfällen. Aktuelle Forschungen beschäftigen sich damit, ob dieser Effekt auch zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) genutzt werden kann. Dazu konnten  Forscher der Universität Würzburg in einem Laborversuch nachweisen, dass Heidelbeer-Farbstoffe ein Enzym (Lipoxygenase) hemmen, das bei Entzündungsreaktionen eine wesentliche Rolle spielt.

Forscher der Universität Harvard in Boston/USA fanden heraus, dass die Polyphenole in Beeren das Risiko für Parkinson deutlich senken können. Sie hatten mittels Fragebögen die Ernährungsgewohnheiten von rund 150.000 Teilnehmern über einen Zeitraum von bis zu 22 Jahren ermittelt. Dabei stellten sie fest, dass das Parkinson-Risiko bei den Teilnehmern, die häufig Beeren aßen, um 40 % vermindert war. Dieses Ergebnis führen die Forscher auf den hohen Gehalt an Anthocyanen in Beeren zurück, da diese sekundären Pflanzenstoffe eine schützende Wirkung auf die Nerven haben.

In letzter Zeit berichten die Medien auch verstärkt über neue Sorten und ihre gesundheitlichen Vorteile. So sollen z.B. Aronia-Beeren positive Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben und Goji-Beeren das Immunsystem ebenso stärken wie Schisandra. Zwar haben diese Beeren aufgrund der klimatischen Verhältnisse in ihrer Heimat tatsächlich eine andere Vitalstoff-Zusammensetzung als unsere heimischen Sorten, einen generell größeren gesundheitlichen Nutzen bieten sie jedoch nicht.

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Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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Alte Kommentare
  • Ochsenkühn georg schrieb am 27.06.2014, 10:03 Uhr

    Das klingt ja alles toll ABER: Wenn ein Mensch unter Verstopfung leidet,sind Beeren bestimmt nicht geeignet.! Leider verstärken die Beeren die Verstopfung. Was kann man also dagegen tun!! Gibt es eventuell Beeren,welche nicht zur Verstärkung der Verstopfung führen?? Würde mich sehr interessieren. mfg

    • FID Gesundheitswissen antwortete am 28.06.2014, 01:40 Uhr

      Hallo Herr Ochsenkühn, Kreuzdornbeeren gelten als gut wirksam bei Verstopfung sowie bei Wassersucht und Gicht. Menschen mit Verstopfung sollten jedoch nur dann Kreuzdornbeeren anwenden, wenn die Obstipation weder durch Quellstoffpräparate noch durch eine Ernährungsumstellung zu beheben war. Darüber hinaus haben beispielsweise getrocknete Goji-Beeren eine verstopfungslösende Wirkung. Herzliche Grüße, Ihr Team von FID-Gesundheitswissen

    • Ochsenkühn georg antwortete am 28.06.2014, 10:17 Uhr

      Danke für die Info. Gestatten Sie mir noch eine Frage: Wie hoch (Gramm) wäre die Tagesration bei Einnahme von getrocknete Goji-Beeren bzw. bei Kreuzdornbeeren? mfg

    • FID Gesundheitswissen antwortete am 28.06.2014, 13:37 Uhr

      Lieber Herr Ochsenkühn, lesen Sie hier alles über Risiken, Nebenwirkungen und Anwendungsempfehlungen der Kreuzdornbeere. Hier kommen Sie auf unsere Seite zum Thema Goji Beeren, auf der Sie alle Informationen nachlesen können. Herzliche Grüße, Ihr Team von FID-Gesundheitswissen