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Beeren: So gesund sind die leckeren Früchtchen

Ihre bunten Farben erhalten Beeren durch sekundäre Pflanzenstoffe, die zur Gruppe der Polyphenole gehören. Den größten gesundheitlichen Nutzen haben dabei die Anthocyane, die für die blaue oder rote Farbe etwa in Heidelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren verantwortlich sind. Diese Stoffe wirken unter anderem als Radikalfänger (Antioxidantien) und können dadurch die Körperzellen vor der Zerstörung durch die aggressiven Sauerstoffmoleküle schützen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. So unterstützen Beeren Ihre Gesundheit
  2. Beeren im Trend: Aronia, Goji & Co.
  3. Gesunde Beeren-Drinks
  4. Schwarze Johannisbeere: Starkes Antioxidans

Beeren© Adobe Stock – J.Mühlbauer exclus.

So unterstützen Beeren Ihre Gesundheit

Anthocyane schützen Sie vor diesen Erkrankungen:

Darüber hinaus wirken sie entzündungshemmend, verbessern die Fließeigenschaften des Bluts und wirken auf den Gesamtcholesterinspiegel leicht senkend. Ebenso wie die Anthocyane gehören auch die in Beeren enthaltenen Flavonoide und OPC zu den Polyphenolen. In konzentrierter Form werden sie von vielen Herstellern in Präparaten zur Nahrungsergänzung angeboten.

Der Experte des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe, Bernhard Watzl, gibt jedoch zu bedenken, dass eine Pille mit einzelnen Wirkstoffen niemals die positiven Wirkungen haben kann wie die Kombination der unterschiedlichen Inhaltsstoffe in frischen Beeren.

Heidelbeeren gegen Darmentzündungen

Heidelbeeren enthalten außer Flavonoiden und Vitamin C auch große Mengen an Gerbstoffen. Diese Catechin-Gerbstoffe verdichten die Eiweiße in der Schleimhaut des Darms, wirken dadurch zusammenziehend und lindernd bei Durchfällen.


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Aktuelle Forschungen beschäftigen sich damit, ob dieser Effekt auch zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) genutzt werden kann. Dazu konnten  Forscher der Universität Würzburg in einem Laborversuch nachweisen, dass Heidelbeer-Farbstoffe ein Enzym (Lipoxygenase) hemmen, das bei Entzündungsreaktionen eine wesentliche Rolle spielt.

Beeren verringern Parkinson-Risiko

Forscher der Universität Harvard in Boston (USA) fanden heraus, dass die Polyphenole in Beeren das Risiko für Parkinson deutlich senken können. Sie hatten mittels Fragebögen die Ernährungsgewohnheiten von rund 150.000 Teilnehmern über einen Zeitraum von bis zu 22 Jahren ermittelt.

Dabei stellten sie fest, dass das Parkinson-Risiko bei den Teilnehmern, die häufig Beeren aßen, um 40 Prozent vermindert war. Dieses Ergebnis führen die Forscher auf den hohen Gehalt an Anthocyanen in Beeren zurück, da diese sekundären Pflanzenstoffe eine schützende Wirkung auf die Nerven haben.

Beeren im Trend: Aronia, Goji & Co.

In letzter Zeit berichten die Medien auch verstärkt über neue Sorten und ihre gesundheitlichen Vorteile. So sollen beispielsweise Aronia-Beeren positive Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben und Goji-Beeren das Immunsystem ebenso stärken wie Schisandra.

Zwar haben diese Beeren aufgrund der klimatischen Verhältnisse in ihrer Heimat tatsächlich eine andere Vitalstoff-Zusammensetzung als unsere heimischen Sorten, einen generell größeren gesundheitlichen Nutzen bieten sie jedoch nicht.

Gesunde Beeren-Drinks

Antioxidantien-Smoothie:

  • 40 g frische Heidelbeeren
  • 80 g frische Himbeeren
  • 1 TL Honig
  • 200 g Naturjoghurt

Pürieren Sie zuerst die Beeren in einem Mixer und geben Sie anschließend den Honig sowie den Joghurt dazu.


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Blutdrucksenkender Brombeer-Cocktail:

  • 100 g frische Brombeeren
  • 100 ml naturreiner weißer Traubensaft
  • ½ Limette

Pürieren Sie die Brombeeren und vermischen Sie sie in einem Shaker mit dem Limetten- und Traubensaft.

Schwarze Johannisbeere: Starkes Antioxidans

Im Hochsommer werden hierzulande die Johannisbeeren in vielen Gärten geerntet oder in großen Mengen auf Wochenmärkten oder in Supermärkten angeboten. Vielfältig können Sie die kleinen Früchte nutzen: Belegen Sie damit beispielsweise einen Tortenboden, kochen Sie sich Konfitüre oder rote Grütze. Oder naschen Sie zwischendurch von den Beeren, die mit 39 kcal pro 100 Gramm alles andere als eine Sünde sind.

Vor allem schwarze Johannisbeeren haben Ihrer Gesundheit einiges zu bieten. Interessant für Ihre Gesundheit ist besonders der hohe Gehalt an Anthocyanen: etwa 250 mg stecken in 100 Gramm Fruchtfleisch. Zum Vergleich: Rote Johannisbeeren bringen es auf „nur“ 25 mg pro 100 Gramm. Die dunklen Farbpigmente schützen als Antioxidantien vor zellschädigenden Sauerstoffradikalen, sodass der Verzehr von schwarzen Johannisbeeren unter anderem Ihre Krebsprävention unterstützt.

Schwarze Johannisbeere© Adobe Stock – anjelagr

Hilfe bei Entzündungen

Mithilfe der antioxidativen Wirkung können Sie außerdem Entzündungen entgegenwirken. Wie effektiv, konnte unter anderem eine Studie der Universität von Oslo (Norwegen) im Jahr 2007 zeigen: Insgesamt 120 Menschen im Alter zwischen 40 und 74 Jahren wurden auf zwei Versuchsgruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe nahm über drei Wochen hinweg täglich eine Anthocyanmenge von 300 mg auf (in Kapselform). Die zweite Gruppe erhielt ein wirkstofffreies Kontrollpräparat (Placebo). Die Forscher stellten fest: Im Blut der Anthocyan-Gruppe reduzierte sich die Menge der entzündungsfördernden Stoffe um 25 Prozent. Zu diesen Stoffen gehören die Chemokine IL-8 und IFN-alpha. Auch weitere Entzündungsmediatoren, wie die Cytokine IL-4 und IL-13 gingen in der Anthocyangruppe zurück.

Das Fazit der Wissenschaftler: Anthocyane können bei der Prävention und Behandlung von chronisch entzündlichen Erkrankungen ein wichtiger Unterstützer sein. Leiden Sie also beispielsweise an Asthma bronchiale, Multipler Sklerose oder einer chronischen Darmerkrankung, dann nutzen Sie die schwarze Johannisbeere doch als Therapiebegleiter. Schwarzer Johannisbeerensaft beispielsweise bringt es auf über 1.000 mg Anthocyane pro 100 ml. Hier lohnt sich also ein tägliches Glas. Den Saft erhalten Sie verzehrfertig das ganze Jahr über in gut sortierten Supermärkten, Bio-Läden, Drogerien und Reformhäusern (z. B. von Eden, Vitagarten, Alnavit Bio; 1 Liter kostet zwischen 5 und 10 €). In der Erntezeit können Sie sich den Saft problemlos auch selbst herstellen: Waschen Sie die Beeren, dann zerstampfen, anschließend den Saft durch ein Sieb geben und die Früchte abtropfen lassen. Geben Sie auf je 100 ml entstandenen Saft 25 ml Wasser. Bei Bedarf mit etwas Zucker oder Honig süßen.

Rezept: Chutney mit Johannisbeeren

  • 250 Gramm Schalotten
  • 3 grüne Chilischoten
  • 1 rote Chilischote
  • 1 Orange
  • 1 Zitrone
  • 125 ml Johannisbeersaft (schwarz)
  • 1 Kilogramm schwarze Johannisbeeren
  • 50 Gramm Zucker
  • 2 Lorbeerblätter
  • ½ TL Salz
  • 2 EL Zitronensaft

Schalotten schälen und halbieren. Grüne Chilischoten längs aufschneiden, die Kerne entfernen und die Schoten dann in feine Streifen schneiden. Orange und Zitrone waschen, schälen und die Schale in dünne Streifen schneiden. Johannisbeersaft mit Zucker, Lorbeerblättern, Salz, Schalotten, Chili-, Orangen- und Zitronenstreifen in einem Topf etwa 15 Minuten köcheln lassen. Johannisbeeren waschen und vom Stiel abstreifen, rote Chilischote mitsamt Kernen fein hacken und gemeinsam mit dem Zitronensaft zum Johannisbeersaft dazu geben. Alles vier Minuten kochen und dabei rühren. Kalt stellen und durchziehen lassen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Beate Rossbach

Dies ist das Profil von Beate Rossbach, Chefredakteurin von „Naturmedizin Aktuell“ und „Natur & Gesundheit“. Lesen Sie hier alles über sie:

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Alte Kommentare
  • Ochsenkühn georg schrieb am 27.06.2014, 10:03 Uhr

    Das klingt ja alles toll ABER: Wenn ein Mensch unter Verstopfung leidet,sind Beeren bestimmt nicht geeignet.! Leider verstärken die Beeren die Verstopfung. Was kann man also dagegen tun!! Gibt es eventuell Beeren,welche nicht zur Verstärkung der Verstopfung führen?? Würde mich sehr interessieren. mfg

    • FID Gesundheitswissen antwortete am 28.06.2014, 01:40 Uhr

      Hallo Herr Ochsenkühn, Kreuzdornbeeren gelten als gut wirksam bei Verstopfung sowie bei Wassersucht und Gicht. Menschen mit Verstopfung sollten jedoch nur dann Kreuzdornbeeren anwenden, wenn die Obstipation weder durch Quellstoffpräparate noch durch eine Ernährungsumstellung zu beheben war. Darüber hinaus haben beispielsweise getrocknete Goji-Beeren eine verstopfungslösende Wirkung. Herzliche Grüße, Ihr Team von FID-Gesundheitswissen

    • Ochsenkühn georg antwortete am 28.06.2014, 10:17 Uhr

      Danke für die Info. Gestatten Sie mir noch eine Frage: Wie hoch (Gramm) wäre die Tagesration bei Einnahme von getrocknete Goji-Beeren bzw. bei Kreuzdornbeeren? mfg

    • FID Gesundheitswissen antwortete am 28.06.2014, 13:37 Uhr

      Lieber Herr Ochsenkühn, lesen Sie hier alles über Risiken, Nebenwirkungen und Anwendungsempfehlungen der Kreuzdornbeere. Hier kommen Sie auf unsere Seite zum Thema Goji Beeren, auf der Sie alle Informationen nachlesen können. Herzliche Grüße, Ihr Team von FID-Gesundheitswissen