Schlehe: Inhaltsstoffe und Wirkung
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Die äußerst genügsame Schlehe (Prunus spinosa) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und findet sich an sonnigen Waldrändern und Feldrainen. Dort bildet sie mit ihren spitzen Dornen undurchdringliche Hecken, die meist 3 m hoch werden. Lange vor den kleinen, gesägten, mattgrünen Blättern erscheinen im März/April dicht beieinander stehende weiße Blüten. Aus ihnen entwickeln sich die samtigen blaugrauen Beeren, die einen vergleichsweise großen Stein besitzen. Sie reifen erst im Oktober heran.
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Zu medizinischen Zwecken dienen die Blüten, aus denen sofort nach der Ernte auch Öl gepresst wird, die jungen Blätter sowie die Beeren, die nach dem ersten Frost gesammelt werden.
Das sind die wichtigsten Inhaltsstoffe der Schlehe:
- Flavonoide, v. a. Quercetinabkömmlinge (Quercitrin, Rutin und Hyperosid) und Kämpferol
- Vitamin C
- Gerb- und Bitterstoffe
- Blausäure (nur in den Kernen)
Wegen der in größeren Mengen giftigen Blausäure sollten Sie die Schlehenkerne niemals aufbeißen oder schlucken!
Nach Krankheiten schenkt Ihnen die Schlehe neue Kräfte
Schon im Mittelalter wurde Schlehenmarmelade als Aufbaunahrung nach zehrenden Krankheiten geschätzt. Später entdeckte die Volksheilkunde weitere hilfreiche Wirkungen des dornigen Heilstrauchs.
So wirkt die Schlehe:
- zusammenziehend (adstringierend)
- harntreibend
- mild abführend
- entzündungshemmend
- wärmend
- appetitanregend
In der anthroposophischen Medizin nimmt die Schlehe eine wichtige Rolle ein. Sie ist Bestandteil verschiedener Arzneimittel zur Behandlung von Erkältungskrankheiten, Erschöpfungszuständen und verzögerter Rekonvaleszenz.
Bei diesen Beschwerden hilft Ihnen die Schlehe:
- Appetitmangel
- Blasenentzündungen
- Darmträgheit
- Erkältungen
- Erschöpfung
- Gicht
- innere Kälte
- Nierensteine
Selbst gemachter Schlehensaft dient als Vitamin-C-Quelle und zudem als Gurgellösung bei Entzündungen im Mund-Rachen-Raum. Der Tee aus den Blüten unterstützt die Blutreinigung und beugt Nierensteinen vor. Schlehenmarmelade aus den Beeren regt den Appetit an und unterstützt die Erholung nach der üblichen Wintererkältung. Und das feine Schlehenblütenöl dient als wärmende Einreibung oder Badezusatz.
Bei Einhaltung der Dosierungsempfehlungen sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Trinken Sie Schlehentee trotzdem nur kurmäßig 4 bis 6 Wochen lang und wechseln Sie dann zu einem anderen Heiltee, um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden.