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Salbei - nicht nur bei Erkältungen wirksam

Salbei (Salvia officinalis) gehört mit zu den ältesten Heilpflanzen und ist ursprünglich im Mittelmeerraum heimisch. Mönche brachten die Pflanze im Mittelalter nach Deutschland und inzwischen gedeiht er auch in unseren Breitengraden ganz hervorragend.

Neben der Bereicherung in der Küche als vielseitig einsetzbares Gewürz ist Salbei gegen viele Alltagsbeschwerden wirkungsvoll. Ganz besonders zeichnet sich der Lippenblütler durch seine desinfizierende Wirkung bei Halsentzündungen und durch seine schweißhemmende Wirkung aus.

Anwendungsgebiete und Wirkung

Salbeiblätter (Salviae folium) entfalten ihre heilende und desinfizierende Wirkung durch das Zusammenspiel der ätherischen Öle, Gerb- und Bitterstoffe. Anwendung findet das Kraut deswegen häufig bei Entzündungen im Mundraum oder bei Halsschmerzen.

Außerdem lindert es nachweislich beim Reizmagen-Syndrom und bei nicht chronischen Magenproblemen die Beschwerden. Diese können von Krämpfen, Blähungen, unregelmäßiger Verdauung, starken Schmerzen bis hin zu Appetitlosigkeit reichen.

Gut bei Erkältung…

Die darüber hinaus noch im ätherischen Öl der Salbeiblätter enthaltenen Komponenten Cineol und Camphen wirken keimtötend und entzündungshemmend. Gleichzeitig haben die o. g. Gerbstoffe eine adstringierende und kräftigende Wirkung auf die Schleimhäute. Damit ist Salbei eine perfekte Heilpflanze zur Linderung von Entzündungen im Hals und Rachen.

Heute ist Salbei daher v. a. wegen seiner Wirkung bei Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit bekannt. Zu diesen Zwecken wird er in Form von Bonbons oder als alkoholischer Auszug für Tropfen in Apotheken und Reformhäusern angeboten.

Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung leistet er obendrein gute Dienste als Spülung bei Entzündungen der Mundhöhle und auch des Zahnfleisches. Außerdem stärkt er das Immunsystem und ist somit ein ideales Vorbeugungsmittel.

…und für das Nervensystem

Doch damit ist es nicht getan! Seine überaus breitgestreuten Wirkungen machen ihn zu einem wichtigen Heilkraut gerade in modernen Stresszeiten. So ist es eigentlich unverständlich, warum diese Wirkungsvielfalt heute fast in Vergessenheit geraten ist.

Salbei stärkt nämlich das Nervensystem, mildert Stress, löst Verkrampfungen, verhilft zu Ausgeglichenheit und Entspannung, und behebt chronische Ermüdungserscheinungen.

Der berühmte französische Therapeut Maurice Mességué empfiehlt ihn allen überarbeiteten Menschen, Prüfungskandidaten, Übernervösen und Deprimierten. Salbei beruhigt und sorgt für mehr Gelassenheit, regt aber auch gleichzeitig an und stärkt den Blutkreislauf.

Salbei gegen Magenbeschwerden

Außerdem lindert das Kraut beim Reizmagen-Syndrom sowie bei nicht chronischen Magenproblemen nachweislich die Beschwerden. Das können im Einzelnen sein:

  • Krämpfe,
  • Blähungen,
  • unregelmäßige Verdauung,
  • starke Schmerzen
  • und Appetitlosigkeit.

Salbei – ein Kraut für Frauen

Wenn in den Wechseljahren Ihr Nervenkostüm zu verschleißen droht, ist Salbei eine Labsal; wenn Sie unter (nächtlichen) Schweißausbrüchen leiden, geradezu unverzichtbar!

Salbei wirkt aber auch in jüngeren Jahren vorzüglich auf die weiblichen Geschlechtsorgane, indem er die Gebärmutter kräftigt, die Menstruation regelt und den Weißfluß heilen kann. Junge Mädchen finden mit Salbei ihr hormonelles Gleichgewicht.

Der Salbei war schon im Altertum und weit ins Mittelalter hinein ein Kraut für Frauen. Unfruchtbaren Frauen gab man den Saft zu trinken, damit sie gebären sollten; den Schwangeren, damit sie keine Frühgeburt hatten und leichter gebären konnten.

Frauen jeden Alters bewahrt er die Schönheit sowie die Gesundheit der Haut. Noch dazu stärkt er als Absud (einige Minuten gekocht, abgeseiht und eingerieben) den Haarboden und verlangsamt Haarausfall.

Eine Tasse Salbeitee nach dem Essen fördert die Verdauung und regt allgemein an. Vor dem Schlafengehen aber hilft Salbeitee gegen Schlaflosigkeit, Angstgefühle und kalten Schweiß.

Salbei als Schweißkiller

Salbeiblätter werden auch bei einer oftmals als lästig empfundenen Überproduktion von Schweiß angewendet. Sowohl bei stark schwitzenden Händen und Füßen, Nachtschweiß als auch – wie schon angedeutet – bei Hitzewallungen während der Wechseljahre kann Salbei mildernd eingesetzt werden.

Die Blätter können aufgrund ihrer Inhaltsstoffe die Sekretion der Schweißdrüsen hemmen und wirken desodorierend. Zwar ist der genaue Mechanismus noch nicht im Einzelnen bekannt, vermutet wird jedoch, dass das ätherische Öl für die schweißhemmende Wirkung verantwortlich ist. Seine Komponenten sollen an den Nervenenden der Schweißdrüsen angreifen und hier die Schweißproduktion vermindern.

Salbei hält ihr Gedächnis fit wie einen Turnschuh

„Salbei ist einzigartig gut für Kopf und Gehirn und beschleunigt die Nerven und das Gedächtnis“, erkannte der englische Kräuterkundige John Gerard bereits im späten Mittelalter. Seine Landsmännin, die britische Medizinerin Nicola Tildesley, und ihr Team vom Medizinischen Pflanzenforschungszentrum in Newcastle upon Tyne, konnten dies wissenschaftlich bestätigen.

Sie untersuchten jeweils eine Gruppe von Studienteilnehmern, die Salbeiöl-Kapseln oder Placebo-Präparate eingenommen hatten, indem sie sie mehreren Wort-Erinnerungstests unterzogen. Dabei schnitt die „Salbei-Gruppe“ wesentlich besser ab als die Kontrollgruppe.

Diese Teilnehmer konnten sich nicht nur mehr, sondern dieses auch länger merken. Frühere Studienergebnisse hatten bereits nachgewiesen, dass Salbei ein Enzym hemmt, das den Botenstoff Acetylcholin abbaut. Die Alzheimer-Erkrankung ist durch einen Schwund an Acetylcholin gekennzeichnet.

Nun wollen die Forscher als nächstes herausfinden, welche Stoffe im Salbei dafür verantwortlich sind, inwieweit sich Salbei als nebenwirkungsfreie Variante zu Alzheimer-Medikamenten nutzen lässt und ob auch Prüflinge davon profitieren können. Setzen Sie Salbei also öfter als Gewürz in der Küche ein und trinken Sie ab und an Salbeitee.

Rezepte mit Salbei

Salbeitee aus frischem Salbei

Salbeitee kann gegen Magenschmerzen oder als wirksame Gurgellösung bei Entzündungen im Mundraum verwendet werden. Für einen Salbeitee benötigen Sie frische oder getrocknete Salbeiblätter. Am besten aus eigener Aufzucht, aber auch in gut sortierten Reformhäusern finden Sie Salbei in der Kräuterabteilung.

Füllen Sie Ihre Teetasse zu ¼ mit den in Streifen geschnittenen Salbeiblättern. Übergießen Sie diese mit heißem Wasser und lassen Sie den Tee 1-3 Minuten ziehen. Der Tee kann auch mit einer geringeren Menge Blättern und längerer Ziehzeit aufgebrüht werden, dann entfalten aber die Bitterstoffe ihren Geschmack stärker. Je nach Vorliebe können Sie noch Zitrone oder Honig hinzufügen.

Salbei-Fußbad gegen Schweißfüße

Übergießen Sie 60 g getrocknete Salbeiblätter mit 1 l kochendem Wasser und lassen Sie den Auszug 15 Minuten zugedeckt ziehen, bevor Sie ihn in einen Eimer mitlauwarmem Wasser abseihen. Baden Sie Ihre Füße 15 Minuten lang darin.

Selbstgemachter Salbei-Sirup gegen Erkältungen

Kochen Sie 1 kg Zucker in 1 l Wasser auf und fügen Sie 4 Handvoll frische Salbeiblätter sowie 2 in Scheiben geschnittene Bio-Zitronen hinzu. Lassen Sie den Sirup 2 Tage an einem kühlen Ort ziehen, seihen Sie ihn ab und kochen Sie ihn nochmals kurz auf, bevor Sie ihn heiß in Flaschen füllen und fest verschließen. Trinken Sie bei Halsschmerzen 3-mal täglich einen Salbeigrog aus 1 EL Sirup auf 1 Glas heißes Wasser.

Salbeiumschlag gegen Gürtelrose

Pürieren Sie 2 Handvoll frische Salbeiblätter im Mixer, streichen Sie die Masse auf eine Mullbinde und legen Sie den Umschlag für 10 bis 20 Minuten auf die Gürtelrose. Lassen Sie die Haut nach dem Abnehmen des Umschlags an der Luft trocknen. Diesen Umschlag können Sie alle 3 Tage wiederholen.

Risiken und Nebenwirkungen

Wenn die Beschwerden stärker werden oder länger anhalten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Bei übermäßiger Salbei-Dosierung kann es zu Hitzewallungen, rasenden Herzschlag und Schwindel kommen.

Da noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen der Wirkung von Salbei während der Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen, sollte vorsichtshalber auf Salbei-Anwendungen verzichtet werden. Bei Unsicherheiten bei Verträglichkeit mit anderen Arzneien sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

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