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Pfefferminze - nicht bloß irgendeine Teesorte!

Ihr einzigartiges Aroma macht die Minze zu einem beliebten Gewürz in der Küche von Ostasien über Europa bis in die USA. Pfefferminze und Menthol werden auch gern zum Aromatisieren von Kaugummi, Bonbons und Lutsch-Pastillen eingesetzt.

Das bekannte Minzöl, das gern im Zusammenhang mit Erkältungen eingesetzt wird, stammt von der Japanischen Minze (Mentha arvensis). Als Heilpflanze wird die Pfefferminze (Mentha x piperita) mit den lila Blüten bei uns gern, aber oft nur einseitig gegen Verdauungsbeschwerden genützt.

Im Orient dient sie quasi als Antiseptikum, weil sie die Fliegen vertreibt, die infektiöse Keime übertragen. Und die Preisungen ihrer Erotik-stimulierenden Eigenschaften sind so zahlreich, dass etwas Wahres dran sein muss. Im Abendland sind seit dem Mittelalter ihre kräftigenden und krampfstillenden Eigenschaften bekannt.

Pfefferminze – heilende Wirkung

Pfefferminzöl verfügt über diverse Vorzüge. Studien belegen zum Beispiel antimikrobielle – antivirale – Eigenschaften, Radikalfängereigenschaften sowie eine pilzhemmende Wirkung. Am interessantesten für kosmetische Anwendungsbereiche ist seine kühlende Wirkung.

Sie resultiert aus dem hohen Mentholgehalt, darüber hinaus aber auch aus der vorhandenen Eucalyptol-Dosis. Menthol und Eucalyptol sind die einzigen chemischen Verbindungen, die abgesehen von thermischen Reizen die Kälterezeptoren der Haut stimulieren.

Unmittelbar nach der Anwendung verspüren Sie ein erfrischendes Kältegefühl. Menthol und Eukalyptol lösen sie eine Kaskade der Reizübertragung aus, die zu einem Kälteempfinden führt. Die Inhaltsstoffe simulieren praktisch einen Temperaturabfall und überlisten dabei Ihr Nervensystem.

Ein positiver Nebeneffekt bei diesem Prozess ist, dass durch die erhöhte Übertragungsfrequenz der Kälterezeptoren andere Reizsignale wie zum Beispiel Schmerz blockiert werden. Dies erklärt, warum Pfefferminzöl eine leichte schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben wird – etwa bei Kopfweh.

Die Inhaltsstoffe im Überblick:

  • ätherische Öle, v. a. Menthol (bis 90 %), Menthon und Mentholester
  • Gerb- und Bitterstoffe
  • Phenolsäuren
  • Flavonoide

Als Hauptwirkstoff gilt das erfrischende Menthol.

Pfefferminze beruhigt Magen, Darm und auch die Atemwege

Wegen ihrer krampflösenden Wirkung ist die Pfefferminze als pflanzliches Heilmittel von der Kommission E des früheren Bundesgesundheitsamts offiziell anerkannt. Sie hat aber noch mehr heilsame Wirkungen.

Pfefferminze – Anwendung

Pfefferminze wird als Tee, zum Einreiben und zum Inhalieren verwendet. Für einen Pfefferminz-Tee einen Esslöffel Blätter mit 200 ml kochendem Wasser überbrühen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Mehrmals täglich eine Tasse trinken.

Innerlich als Tee gegen:

  • Blähungen und Völlegefühl
  • Reizmagen und Reizdarm
  • Magenschleimhautentzündung
  • Magen-Darm-Krämpfe
  • schwache Gallensekretion

Zum Inhalieren drei Tropfen Pfefferminzöl in heißes Wasser geben und inhalieren. Vorsicht: Pfefferminzöl brennt in den Augen, daher nur mit geschlossenen Augen inhalieren. Bei Husten können einige Tropfen Öl auf der Brust verrieben werden.

Zur Linderung von Kopfschmerzen sollten Sie 1 bis 2 Tropfen medizinisches Pfefferminzöl auf Stirn, Schläfen oder im Nacken verreiben. Bei Erkältungen empfehlen wir Ihnen die Inhalation des Öls.

Äußerlich als Öl gegen:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Halsentzündung
  • Bronchitis
  • Schnupfen
  • Nebenhöhlenentzündung, v. a. der Stirnhöhle

Pfefferminze – Hauptanwendungsgebiete

Die Pfefferminze kräftigt alle Organe. Sie ist gut für Herz und Nerven, die sie wohltuend beruhigt. Sie füllt die Energiereserven wieder auf und vertreibt Missmut und Trägheit. Innerlich angewandt, wärmt sie und fördert die Durchblutung. Äußerlich wirkt sie auf der Haut oder Schleimhaut kühlend und schmerzbetäubend.

Auch gegen Kopfschmerzen wird Minzöl äußerlich angewandt. Im Verdauungstrakt lindert ein Pfefferminztee aus den Blättern und Blüten oder Wasser mit einigen Tropfen Pfefferminzöl Entzündungen und Krämpfe, fördert den Gallenfluss, wirkt entblähend und gegen Übelkeit, auch gegen Reisekrankheit.

Selbst bei Reizdarm ist die Pfefferminze, in magensaftresistenten Kapseln eingenommen, einen Versuch wert. Krampfstillend wirkt Pfefferminze auch bei Husten, Atmungsbeschwerden, Asthma und Bronchitis (als Tee, nicht als Inhalation!), bei Schlaflosigkeit und sogar bei Angstzuständen.

Spezielle Anwendung für Frauen

Die Pfefferminze ist ein so bekanntes Kraut gegen Verdauungsbeschwerden, dass darüber übersehen wird, welche Heilwirkungen sie gerade für Frauen entwickelt.

Naturheilkundlich orientierte Gynäkologinnen empfehlen sie bei:

  • Prämenstruellem Syndrom
  • Kopf- und anderen Schmerzen während der Menstruation, auch bei Migräne, unter der viele Frauen leiden
  • Herpes genitalis (als Kompressen)
  • Genitalwarzen (als Kompressen)
  • Sodbrennen, Übelkeit
  • Verstopfung

für Frauen in und nach den Wechseljahren gegen:

  • Libido-Verlust (Unlust am Sex)

Vorsicht: Pfefferminze soll nicht bei schweren Leberschäden, Gallensteinen oder Gallenblasenentzündungen angewendet werden. Empfindliche können bei Inhalationen mit starkem Hustenreiz reagieren, selbst wenn sie der Lösung nur wenige Tropfen Pfefferminzöl beifügen.