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Pfefferminze: So viel mehr als bloß irgendeine Teesorte!

Ihr einzigartiges Aroma macht die Minze zu einem beliebten Gewürz in der Küche von Ostasien über Europa bis in die USA. Pfefferminze und Menthol werden auch gern zum Aromatisieren von Kaugummi, Bonbons und Lutsch-Pastillen eingesetzt. Das bekannte Minzöl, das gern im Zusammenhang mit Erkältungen eingesetzt wird, stammt von der Japanischen Minze (Mentha arvensis). Als Heilpflanze wird die Pfefferminze (Mentha x piperita) mit den lila Blüten bei uns gern, aber oft nur einseitig gegen Verdauungsbeschwerden genützt.

Im Orient dient sie quasi als Antiseptikum, weil sie die Fliegen vertreibt, die infektiöse Keime übertragen. Und die Preisungen ihrer Erotik-stimulierenden Eigenschaften sind so zahlreich, dass etwas Wahres dran sein muss. Im Abendland sind seit dem Mittelalter ihre kräftigenden und krampfstillenden Eigenschaften bekannt.

Pfefferminze© Adobe Stock – karepa

Pfefferminze: Die heilende Wirkung

Wegen ihrer krampflösenden Wirkung ist die Pfefferminze als pflanzliches Heilmittel von der Kommission E des früheren Bundesgesundheitsamts offiziell anerkannt. Sie hat aber noch mehr heilsame Wirkungen. Studien belegen antimikrobielle (antivirale) Eigenschaften, Radikalfängereigenschaften sowie eine pilzhemmende Wirkung. Am interessantesten für kosmetische Anwendungsbereiche ist seine kühlende Wirkung. Sie resultiert aus dem hohen Mentholgehalt, darüber hinaus aber auch aus der vorhandenen Eucalyptol-Dosis. Menthol und Eukalyptol sind die einzigen chemischen Verbindungen, die abgesehen von thermischen Reizen die Kälterezeptoren der Haut stimulieren.

Unmittelbar nach der Anwendung verspüren Sie ein erfrischendes Kältegefühl. Menthol und Eukalyptol lösen sie eine Kaskade der Reizübertragung aus, die zu einem Kälteempfinden führt. Die Inhaltsstoffe simulieren praktisch einen Temperaturabfall und überlisten dabei Ihr Nervensystem. Ein positiver Nebeneffekt bei diesem Prozess ist, dass durch die erhöhte Übertragungsfrequenz der Kälterezeptoren andere Reizsignale wie zum Beispiel Schmerz blockiert werden. Dies erklärt, warum Pfefferminzöl eine leichte schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben wird, etwa bei Kopfweh.

So hilft Pfefferminze bei Kopfschmerzen

Im Jahr 2010 zeigte eine Untersuchung der Universität von Shiraz im Iran, wie effektiv Pfefferminze bei Kopfschmerzen und Migräne ist. Insgesamt 35 Patienten massierten sich entweder Pfefferminzöl oder ein wirkstofffreies Kontrollpräparat (Placebo) auf die Schläfen. Es zeigte sich: Im Gegensatz zu der Kontrollgruppe waren 38,3 Prozent der mit Pfefferminzöl behandelten Patienten nach etwa zwei Stunden schmerzfrei.

Und selbst die Begleitsymptome bei Migräne (Licht-, Geräuschempfindlichkeit und Übelkeit) gingen deutlich stärker zurück als in der Placebo-Gruppe. Leiden Sie also an Migräne oder werden Sie hin und wieder von Spannungskopfschmerzen geplagt, dann empfiehlt es sich, dass Sie immer etwas Pfefferminzöl bei sich tragen.

Inhaltsstoffe

  • ätherische Öle, v. a. Menthol (bis 90 %), Menthon und Mentholester
  • Gerb- und Bitterstoffe
  • Phenolsäuren
  • Flavonoide

Als Hauptwirkstoff gilt das erfrischende Menthol.

Möglichkeiten der Anwendung

Pfefferminze wird als Tee, zum Einreiben und zum Inhalieren verwendet.

Rezept: Pfefferminztee

Die Blätter der Minze können Sie frisch oder getrocknet verwenden. Übergießen Sie zwei Teelöffel Pfefferminze mit heißem Wasser. Etwa fünf Minuten ziehen lassen, dann die Blätter abseihen. Trinken Sie nach dem Essen ein bis zwei Tassen.

Frische Pfefferminzblätter sind ganzjährig im Supermarkt erhältlich. Achten Sie darauf, dass die Blätter frei von Verfärbungen oder Flecken sind. Lagerung: Wickeln Sie die frischen Blätter in ein feuchtes Tuch und lagern Sie diese im Kühlschrank. Getrocknete Blätter erhalten Sie in Drogerien oder Tee-Häusern (z. B. von Makana, Wagner, Bombastus; 100 Gramm kosten zwischen 1 und 3€).

Innerlich als Tee

  • Blähungen, Völlegefühl, Magenschmerzen
  • Reizmagen und Reizdarm
  • Magenschleimhautentzündung
  • Magen-Darm-Krämpfe
  • schwache Gallensekretion
  • Mundgeruch, Entzündungen im Mundbereich
  • unreine Haut, Akne, Herpes

Zum Inhalieren drei Tropfen Pfefferminzöl in heißes Wasser geben und inhalieren. Vorsicht: Pfefferminzöl brennt in den Augen, daher nur mit geschlossenen Augen inhalieren. Bei Husten können einige Tropfen Öl auf der Brust verrieben werden. Pfefferminz-Lösungen oder -tee können Sie darüber hinaus vorbeugend oder auch bei bereits bestehenden Entzündungen der Mundschleimhaut einsetzen: Spülen Sie den Mundraum doch zwei- bis dreimal täglich mit Pfefferminze aus.

Zur Linderung von Kopfschmerzen sollten Sie ein bis zwei Tropfen medizinisches Pfefferminzöl auf Stirn, Schläfen oder im Nacken verreiben. Bei Erkältungen empfehlen wir Ihnen die Inhalation des Öls.

Äußerlich als Öl

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Halsentzündung
  • Bronchitis
  • Schnupfen
  • Nebenhöhlenentzündung, v. a. der Stirnhöhle

Pfefferminzöl© Adobe Stock – 5ph

Rezept: Gesichtswasser aus Pfefferminzblättern

Geben Sie acht Blätter Pfefferminze in einen Topf mit 250 ml kochendem Wasser und lassen Sie dieses für etwa fünf Minuten aufkochen. Anschließend den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Tauchen Sie mit einem Wattebausch in das Wasser und tupfen Sie sich damit sanft Ihr Gesicht ab. Da in dem Wässerchen keine Konservierungsstoffe enthalten sind, sollten Sie es noch am gleichen Tag aufbrauchen.

Hauptanwendungsgebiete der Pfefferminze

Die Pfefferminze kräftigt alle Organe. Sie ist gut für Herz und Nerven, die sie wohltuend beruhigt. Sie füllt die Energiereserven wieder auf und vertreibt Missmut und Trägheit. Innerlich angewandt, wärmt sie und fördert die Durchblutung. Im Verdauungstrakt lindert ein Pfefferminztee aus den Blättern und Blüten oder Wasser mit einigen Tropfen Pfefferminzöl Entzündungen und Krämpfe, wirkt entblähend und gegen Übelkeit, auch gegen Reisekrankheit. Bei krampfartigen Beschwerden der Gallenblase und der Gallenwege fördert die Pfefferminze die Produktion von Gallensäften und sorgt für deren problemlosen Abfluss.

Selbst bei Reizdarm ist die Pfefferminze, in magensaftresistenten Kapseln eingenommen, einen Versuch wert. Krampfstillend wirkt Pfefferminze auch bei Husten, Atmungsbeschwerden, Asthma und Bronchitis (als Tee, nicht als Inhalation), bei Schlaflosigkeit und sogar bei Angstzuständen. Trinken Sie bei Verdauungsstörungen oder Blähungen doch ein bis zwei Tassen Pfefferminztee. Oder gönnen Sie sich nach einer üppigen Mahlzeit einen Pfefferminztee, so kommt es erst gar nicht zu den Beschwerden.

Spezielle Anwendung für Frauen

Die Pfefferminze ist ein so bekanntes Kraut gegen Verdauungsbeschwerden, dass darüber übersehen wird, welche Heilwirkungen sie gerade für Frauen entwickelt. Naturheilkundlich orientierte Gynäkologen empfehlen sie bei:

  • Prämenstruellem Syndrom
  • Kopf- und anderen Schmerzen während der Menstruation, auch bei Migräne, unter der viele Frauen leiden
  • Herpes genitalis (als Kompressen)
  • Genitalwarzen (als Kompressen)
  • Sodbrennen, Übelkeit
  • Verstopfung
  • für Frauen in und nach den Wechseljahren gegen Libido-Verlust (Unlust am Sex)

Vorsicht: Pfefferminze soll nicht bei schweren Leberschäden, Gallensteinen oder Gallenblasenentzündungen angewendet werden. Empfindliche können bei Inhalationen mit starkem Hustenreiz reagieren, selbst wenn sie der Lösung nur wenige Tropfen Pfefferminzöl beifügen.