Petersilie
GNL5144
Petersilie (Petroselinum ssp. crispum)
Die Petersilie (Petroselinum), die zur Familie der Doldengewäsche (Apiaceae) gehört, stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Die etwa 15 bis 20 cm hohe Pflanze bildet im zweiten Jahr ihre weißen Blütendolden aus und stirbt danach meist ab. Man unterscheidet drei Unterarten: die bekannte krause Petersilie (ssp. crispum), die glatte oder Blattpetersilie (ssp. latifolium) und die Wurzelpetersilie (ssp. tuberosum).
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Zu medizinischen Zwecken werden die Wurzel und die frischen Blätter verwendet.
Das sind die wichtigsten Inhaltsstoffe der Petersilie:
- ätherische Öle, v. a. Myristicin und Apiol
- sekundäre Pflanzenstoffe
– Flavonoide, v. a. Apigenin
– Cumarine - Vitamin A, C und E sowie Beta-Carotin ( v. a. Blätter)
- Mineralstoffe, z. B. Kalium, Eisen, Mangan und Zink (v. a. Blätter)
Den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen hat die glatte Blattpetersilie, die Myristicin und Apiol enthält, während die krause Form nur Myristicin und die Wurzelpetersilie vorwiegend Apiol liefern.
Karl der Große ordnete den Anbau von Petersilie an
In seiner berühmten Landgüterverordnung des Jahres 812 befahl Kaiser Karl der Große seinen Untertanen, neben 71 anderen Nutz- und Heilpflanzen immer auch die Petersilie anzubauen. Damals diente sie aber vorwiegend als schmackhaftes Küchengewürz. Erst im 11. Jahrhundert entdeckte die Klostermedizin die heilsamen Wirkungen des Peterchens, wie die Petersilie noch heute manchmal in Süddeutschland genannt wird.
So wirkt die Petersilie:
- harntreibend
- entwässernd
- blutreinigend
- antimikrobiell
Die Wirkungen der Petersilie beziehen sich vorwiegend auf die Nieren und die ableitenden Harnwege. Daher werden Zubereitungen aus Petersilie, v. a. Tee, Tinkturen und Kapseln, ausschließlich innerlich zur Durchspülung angewendet (siehe Kasten rechts). Forschungen der Universität Cleveland/USA deuten außerdem darauf hin, dass der hohe Gehalt an Apigenin auch vor Prostatakrebs schützen kann (siehe N&G Nr. 2/06).
Das sind die Anwendungsgebiete von Petersilie:
- akute und chronische Reizungen der Harnwege
- Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß
- „Entschlackung“ bei rheumatischen Erkrankungen inkl. Gicht
Bei Wassereinlagerungen infolge einer Herz- oder Nierenschwäche dürfen Sie Petersilie nicht anwenden, da beide Organe durch die erhöhten Wassermengen überlastet werden. Auch während der Schwangerschaft ist die Einnahme des Krauts nicht erlaubt, da es vorzeitige Wehen auslösen kann. Bei hellhäutigen Menschen kann Petersilie zu einer erhöhten Sonnenempfindlichkeit der Haut führen.

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