Melisse: Inhaltstoffe und Anwendung
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Wegen ihrer Beziehungen zum vegetativen Nervensystem eignet sich die Melisse vor allem für Beschwerden, bei denen keine organische Ursache gefunden wird. Da ist einmal der Verdauungstrakt, der häufig der Austragungsort vegetativer Störungen ist: Beschwerden bei Reizmagen oder Reizdarm, Dickdarmentzündung, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Koliken und allen stressbedingten Verdauungsstörungen. Welche Inhaltsstoffe für die Wirkung der Melisse verantwortlich sind, erfahren Sie hier.
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Die Hauptwirkstoffe sind vor allem in den Blättern der Melisse enthalten:
- ätherisches Öl
- Phenole
- Gerbstoffe
- Flavonoide
- Rosmarinsäure
- Triterpene.
Die entspannende Wirkung der Melisse erstreckt sich aber auf nahezu alle körperlichen Bereiche. Sie beendet das schmerzhafte oder Angst erzeugende krampfhafte Zusammenziehen der Organe – zum Beispiel der Bronchien (Asthmaanfälle, hartnäckiger Husten) oder der Harnwege. Wenn sich innere Unruhe auf die Herztätigkeit überträgt und Herzklopfen oder unregelmäßigen Herzschlag auslöst, wie das auch bei Frauen in den Wechseljahren vorkommen kann, sollte die Melisse einen Versuch wert sein. Da sie das Kreislaufsystem wohltuend beeinflußt, kann sie bei Schwindel, Ohnmachten oder Ohrensausen helfen. Sie eignet sich auch bei Spannungskopfschmerzen und Migräne.
Die Melisse reguliert die Periodenblutung, hilft bei Krämpfen während der Menstruation sowie Reizbarkeit und Depression beim Prämenstruellem Syndrom. Sie lindert Depressionen nach der Entbindung (Wochenbettdepression) und nach der Menopause.
Die Bitterstoffe stimulieren Leber und Gallenblase und verbessern die Verdauung allgemein.
Nach alledem ist nicht verwunderlich, daß die Zitronenmelisse den Hauptbestandteil des Longsellers unter den Naturheilmitteln darstellt: des berühmten Melissengeistes der Klosterfau Maria Clementine Martin, die 1826 im Rathaus zu Köln ein eigenes Gewerbe anmeldete, damit sie ihr Elixier (enthält ca. 80 Prozent Alkohol!) einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen konnte.