Mädesüß: Inhaltsstoffe, Anwendung und Wirkung
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Mädesüß
Mädesüß war bereits in der Antike wegen seiner heilsamen Wirkungen beliebt. Zu Salbe verarbeitet (mit Wagenschmiere verrührt!), wurde Mädesüß zum Einreiben von Schwellungen, Beulen und bei Gliederschmerzen verwendet. Auszüge aus der Wurzel dienten als Diuretikum (harntreibendes Mittel) und wurden auch gegen epileptische Anfälle eingesetzt.
GNL5356
Mädesüßtee (aus den Blüten oder dem Kraut der Pflanze) war als schweißtreibendes Mittel bei Erkältungskrankheiten, aber auch als angenehmer Durstlöscher geschätzt. Auch heute findet Mädesüß Anwendung sowohl in der Volksmedizin als auch in der Naturheilkunde.
Mädesüß wird wegen seines Gehalts an Salizylsäure-Abkömmlingen oft auch als pflanzliches Salizylat bezeichnet. Diesen Inhaltsstoffen verdankt die Pflanze vermutlich einen Teil ihrer aus medizinischer Sicht interessanten Wirkungen.
Zu den bedeutsamsten Inhaltsstoffen des Mädesüß zählen:
- Salicylsäure-Abkömmlinge
- Phenolglycoside (die sich beim Trocknen in ätherische Öle umwandeln)
- Phenylethylalkohol
- Benzylalkohol
- Flavonoide (u. a. Quercetin)
- Gerbstoffe und andere Substanzen
Auszüge aus der frischen Wurzel werden zur Herstellung homöopathischer Mittel verwendet, die gegen akuten Rheumatismus, Gicht, Hautkrankheiten, Kopfschmerzen und Harnwegsinfekte eingesetzt werden. Es ist denkbar, daß Mädesüß in Zukunft eine bedeutendere Rolle in der Naturheilkunde spielen wird als heute: In den 90er Jahren wurde aus der Pflanze ein heparinähnlicher Wirkstoff isoliert, der bei der Behandlung von Blutgerinnungsstörungen Verwendung finden könnte. Zu Beginn der 90er Jahre berichteten russische Wissenschaftler über immunsteigernde und krebshemmende Wirkungen des Mädesüß-Dekokts (Abkochung).
Mädesüß wird in der Naturheilkunde angewendet:
- bei Erkältungen
- für Schwitzkuren
In der Volksmedizin auch:
- als harntreibendes Mittel
- bei Muskel- und Gelenkrheumatismus
- gegen Gicht
- gegen Nierensteine
- zur Schmerzlinderung und Krampflösung bei Gallenkoliken und Gallensteinen
Aus wirtschaftlicher Sicht ist Mädesüß als wertvolle Bienenweide interessant – die Pflanze liefert den ganzen Sommer über große Mengen an Pollen. Eine Variante des Mädesüß (F. lobata) mit rosafarbenen Blütenständen wird bei uns gerne als Zierpflanze in Gärten und Parkanlagen gezüchtet. Auch sie wird von Imkern als gute Bienenweide geschätzt.
Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)
Die anderthalb bis zwei Meter hohe, schlanke Staude gedeiht an feuchten, sumpfigen Standorten, häufig in der Nähe von Quellen, und dient als guter Hinweis auf unterirdische Wasserströmungen. Im Sommer erblüht die Pflanze mit zahlreichen kleinen, elfenbeinfarbenen, duftenden Blüten, die in unregelmäßigen Rispen angeordnet sind und eine große Ähnlichkeit mit den Blüten des Zwergholunders haben. Im deutschen Sprachraum wird Mädesüß auch als Wilder Flieder, falscher Holler, Bocksbart oder Bienenkraut bezeichnet.