Linde: Lindenblüten
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Der herrliche, 15 bis 20 Meter hohe Lindenbaum (Tilia europaea L.), einst als Dorflinde ein Zentrum der Kommunikation, kommt in mehreren Variationen vor, bei uns als im Mai blühende Sommerund im Juni/Juli blühende Winterlinde. Beide sind als Heilpflanzen gleich wirkungsvoll.
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Erst im 18. Jahrhundert hat man begonnen, die Blätter und Blüten der Linde zu Heilzwecken zu sammeln. Bis dahin begnügte man sich mit Abkochungen der Rinde, die allerdings erstaunliche Resultate bei den kolikartigen Schmerzen von Blasen-, Nieren- und Gallensteinleiden erbrachten.
Für unsere Großmütter war Lindenblütentee das Hausmittel Nr. 1 bei Erkältungen, weil er nicht nur abwehrsteigernd, sondern auch schweißtreibend und damit entgiftend wirkt und den Krankheitsprozeß abkürzt. Doch Vorsicht: Starkes Schwitzen kann bei Herz- Kreislauferkrankungen sehr belasten.
Lindenblüten wirken bei
- Hustenreiz,
- Katarrhen der oberen Atemwege,
- als Schwitzkur bei fieberhaften Erkältungen,
- entkrampfend,
- entwässernd,
- magenberuhigend.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind
- ätherische Öle (einschließlich Farnesol)
- Flavonglykoside (einschließlich Hesperidin und Quercitrin)
- Saponine
- Gerbstoffe
- Schleimstoffe
Wovon Frauen profitieren
Lindenblütentee entspannt die Muskeln, entstreßt die Nerven und löst Angst. Daher kommt er in einem weiblichen Leben oft in Frage.
Spannungsschmerzen vor oder während der Menstruation,vor allem Kopfschmerzen, reagieren auf Lindenblütentee. Früher gab man den Tee Gebärenden zu trinken, weil er angstvolle Verspannungen löst, damit die Geburt erleichtert und Entbindungsschmerzen mildert. Nach der Geburt stärkt er den Milchfluß der Frau und hilft dem Säugling bei Koliken, Erbrechen oder Verstopfung.
Wenn Sie in den Wechseljahren plötzlich Herzklopfen bekommen, kann die beruhigende Wirkung von Lindenblütentee Linderung bringen. Die Linde besänftigt wohltuend ein aufgeregtes Herz. Ihr entspannender Effekt wirkt sich außerdem auf einen Streß-erhöhten Blutdruck aus, den sie milde senken kann.
Auch wenn Sie chronisch schlecht schlafen, können Sie Lindenblütentee sicher gut gebrauchen – allerdings wegen seiner schweiß- bzw. harntreibenden Wirkung nicht vor dem Schlafengehen. Für den Abend besser geeignet ist ein Bad mit Lindenblüten. Es soll außerdem zur Straffung der Haut beitragen und bei Migräne Erleichterung bringen.