Lavendel: Das Öl der blauen Blüten hilft sofort
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Der Lavendel (Lavandula angustifolia) aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) ist auf den kargen Kalkböden des Mittelmeerraums heimisch. Der 30 bis 100 cm hohe, ausdauernde Halbstrauch trägt graue nadelartige Blättchen. Ende Juli erscheinen die dunkelblauen bis violetten Blütenstände. Getrockneter Lavendel wird meist aus Südfrankreich importiert.
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Zu medizinischen Zwecken dienen die Blüten. Sie werden entweder sofort nach der Ernte ab Ende Juli getrocknet oder zu Öl verarbeitet.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Lavendels sind:
- ätherische Öle: Linalylacetat (bis 60 %), Linalool (bis 35 %), Campfer, Cineol, Citronella, Cumarin, Geraniol
- Bitterstoffe
- Flavonoide
Das intensiv duftende ätherische Öl gilt als der medizinisch mit Abstand wichtigste Inhaltsstoff der Heilpflanze.
Baden Sie abends in Lavendel
Schon die alten Römer nutzten frische Lavendelblüten als beruhigenden Badezusatz. Daher kommt auch der botanische Namen: „Lavare“ heißt auf Lateinisch baden oder waschen. In der Klostermedizin hatte die Duftpflanze ab dem Mittelalter ihren festen Platz als Heilmittel gegen Schmerzen und Krämpfe aller Art. Außerdem schützten Duft-Säckchen mit getrockneten Lavendelblüten die Vorratskammern und Wäschetruhen unserer Vorfahren vor Schädlingsbefall.
So wirkt Lavendel:
- entkrampfend
- schmerzstillend
- blutdruckregulierend
- entspannend
- schlaffördernd
Den Lavendel können Sie innerlich als Tee und Tinktur anwenden. Für äußerliche Einreibungen und Wickel dient das Öl, das Sie auch als Duft- bzw. Badeöl für eine beruhigende Aromatherapie verwenden können. Wenden Sie das extrem gehaltreiche Lavendelöl niemals unverdünnt äußerlich an, sondern immer nur im Verhältnis 1:9 mit einem neutralen Öl, z. B. Mandeloder Sesamöl, verdünnt, um allergische Reaktionen zu vermeiden.
Das sind die Anwendungsgebiete von Lavendel:
- Kreislaufschwäche und Durchblutungsstörungen
- schmerzhafte Muskelverspannungen
- Gelenkschmerzen inkl. Rheuma
- Kopfschmerzen und Migräne
- Nervenschmerzen (Neuralgien)
- nervöse Magen- und Darmbeschwerden, z. B. Blähungen
- nervöse Unruhe
- Erschöpfungsdepression
- Schlafstörungen
Die Kommission E beim früheren Bundesgesundheitsamt hat den Lavendel offiziell als pflanzliches Heilmittel gegen erschöpfungsbedingte Kreislaufschwäche sowie Unruhezustände und Einschlafstörungen anerkannt.
Bei einer akuten Entzündung der Gallenblase und bei Gallensteinen dürfen Sie Lavendel nicht einnehmen, da dieser durch die Förderung des Gallenflusses die Beschwerden verschlimmert.