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Grundlagenwissen zum Thema Lavendel

Wir kennen aus (Ur-)Großmutters Zeiten die Lavendelkissen, die Wäsche duften lassen und Motten aus dem Kleiderschrank verbannen. Aber die vielfältigen Heilkräfte des Lavendels (Lavandula officinalis L.) nutzen wir viel zu selten.

Herkunft und Geschichte

Lavendel gehört schon seit Jahrtausenden zu den beliebtesten Duft-, Heil- und Schönheitskräutern. Aus dem Mittelmeerraum zu uns gekommen, ist er inzwischen winterhart geworden und kann auch in unseren Gärten gedeihen. Er wächst als Halbstrauch mit unten verholzten und oben krautigen Trieben. Seine grau-grünen Blätter sind schmal, fast nadelig und besonders im unteren Teil der Äste mit weißlichen Haaren filzig überzogen. Am Ende jedes Triebs steht eine Scheinähre aus fünf kleinen, (hell)blau-violetten Blütchen, die einen wunderbaren Duft verbreiten.

Seine Wiedergeburt in der Aromatherapie oder in der Duftlampe hat das Lavendelöl seiner entspannenden Wirkung auf Körper und Geist zu verdanken. Lavendel ist aber auch als Tee ein vorzügliches Heilmittel bei Angst, Nervosität, Unruhe und die körperlichen Beschwerden, die dadurch entstehen. Er besänftigt zornige Gemüter, hebt die Stimmung, gleicht innere Disharmonien aus und lindert depressive Anwandlungen.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe

  • ätherisches Öl
  • Gerbstoffe
  • Cumarine (besondere Form der Glukoside, antibiotisch wirksam)
  • Flavonoide (meist gelbe Pflanzenfarbstoffe)
  • Triterpene

Gut für Geist und Körper

Lavendel gehört zu den beliebtesten Duftsträuchern überhaupt. Aus seinen Blüten werden Duftsäckchen, Badeöle und Seifen hergestellt. Doch diehübsche Mittelmeerstaude kann noch mehr. Ihre Blüten sind nicht nur Balsam für die Seele, sondern tun auch dem Körper Gutes. Der violettfarbene Lavendelstrauch ist nicht giftig und enthält neben ätherischen Ölen auch Linalylacetat und Linalool sowie Gerbstoffe und Flavonoide. Beheimatet ist die Heilpflanze im gesamten Mittelmeerraum.

Es werden vier wildwachsende Lavendelarten verwendet: Echter Lavendel, Speik-, Schopf- und Woll-Lavendel. Jede Lavendelart besitzt einen Anwendungsschwerpunkt, kann aber auch mit anderen Lavendelölen ergänzt bzw. kombiniert werden. So wird Echter Lavendel bei seelischen, psychischen oder emotionalen Beschwerden eingesetzt. Die Blüten und Stiele der anderen Lavendelarten eignen sich ideal für längerfristige Einsätze und werden häufig für Duftkissen bzw. -säckchen verwendet.

Wirkungsweise und Anwendungsmöglichkeiten

Lavendelblüten besitzen nachweislich nicht nur eine antibakterielle, sondern auch eine krampflösende, entzündungshemmende und beruhigende Wirkung. In verschiedenen Anwendungsformen (z. B. als Hautöl oder -salbe, Inhalations- oder Badezusatz, Tee, Kapsel, Dragee oder Tablette) werden sie daher bei

eingesetzt.

Lavendelduft als wichtigste Anwendungsform

Über seinen Duft kann Lavendel seine Wirkung am besten erzielen, da nur so das volle Wirkspektrum in sämtliche Bereiche wie den Kopf, die Bronchien bzw. die Lunge und die Atemwege gelangen kann und unmittelbar und ungefiltert auf die Psyche wirkt. Der intensive und angenehm aromatische Lavendelduft hat eine beruhigende und reinigende Wirkung, die auf vielfache Weise heilsam ist. Für die innere Anwendung werden deswegen Lavendelblüten auch gerne für Duftsäckchen bzw. -kissen verwendet, wodurch der lang wirkende und milde Duft auch auf Baby und Kleinkinder beruhigend wirken kann oder Insekten abwehrt.

Lavendelöl verteilt sich über Duftlampen im Raum und wird gerne für Aromatherapien eingesetzt, kann aber auch innere Unruhe, Angstzustände oder Sorgen mildern. Äußerlich wird Lavendelöl für Massagen oder Bäder eingesetzt, wodurch eine entspannende bzw. entkrampfende Wirkung erzielt wird. Auch in der Geburtshilfe wirken Lavendelbäder entspannend bzw. wehenfördernd und können somit die Geburt einleiten.

Neben- oder Wechselwirkungen und Einschränkungen

Häufig wird angegeben, dass keine Neben- oder Wechselwirkungen mit anderen Mittel bzw. Gegenanzeichen bei der Verwendung von Lavendel bekannt sind. Dennoch sollte folgendes berücksichtigt werden:

Alle konzentrierten, ätherischen Öle können die Haut oder Schleimhaut reizen. Bei Kindern sollten bis zum zweiten Lebensjahr generell keine ätherischen Öle angewendet werden, um Atemprobleme zu vermeiden.

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