MenüMenü

Königskerze - die dekorative und gesunde Gartenpflanze

Krämpfe und Verspannungen aller Art sowie Erkrankungen der Atemwege stellen heute das Hauptanwendungsgebiet von verbascum thapsus dar. Ihre Gestalt ist wahrhaft königlich, und sie wäre wohl eine begehrte Gartenpflanze, hätte sie Seltenheitswert.

Aber diese dekorative, manchmal über 2 Meter hoch wachsende Pflanze mit den goldgelben Blüten gedeiht fast überall, vor allem auf unbebauten Flächen, Aufschüttungen, an Bahndämmen, trockenen, steinigen Plätzen. Der aufrecht stehende Stengel trägt große, dicke, weißliche, etwas wollige Blätter, die der Pflanze auch den Namen Wollblume verschafften.

Ihre auffallende Erscheinung hat Signalcharakter, das deuten ihre anderen Namen an: Fackelkraut, Himmelsbrand, Löwenfackel. Gesammelt werden die Blüten (vorsichtig auszupfen) und in geringerem Ausmaß ihre breiten Blätter von Juli bis September.

Therapeutische Eigenschaften: Beruhigung und (Muskel-)Entspannung

Ihre hervorstechende therapeutische Eigenschaft ist die außerordentlich beruhigende Wirkung, die sich noch paart mit krampfstillenden Effekten. Deshalb wird die Königskerze seit der Antike eingesetzt bei Asthma, Atembeschwerden, Nervosität, Angstgefühlen, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Koliken, Magenkrämpfen und Neuralgien.

Seit Hippokrates, dem großen griechischen Arzt um 400 v. Chr., gelten Kompressen mit dem Preßsaft der Blüten der Königskerze als ein starkes Wundheilmittel, auch hilfreich bei Brandwunden, Hautentzündungen, Geschwüren, Furunkeln, Flechten.

Heute ist man vorsichtig und wird auf offene Wunden keine unsterilen Kräuterzubereitungen aufbringen. Dafür hat die Königskerze in unserer Zeit immer größere Bedeutung bei allen Erkrankungen der Atemwege, vor allem den häufigen Erkältungen mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Bronchitis.

Wegen ihrer entspannenden, krampflösenden und schmerzlindernden Eigenschaften eignet sie sich in Form von Blütenöl hervorragend zur Einreibung der Brust bei Erkältung und Bronchitis, von verspannten, schmerzenden Muskelpartien oder Gelenken.

Der Te e lindert Menstruationsschmerzen, Asthma, Magen-Darm-Krämpfe, Koliken. Ihre wichtigsten Inhaltsstoffe sind Saponine, glykosidische Farbstoffe, Schleimstoffe, ätherisches Öl.

Zubereitungsformen der Königskerze

Innerlich: Aufguß (Tee) bei Erkältungen, Bronchitis, Nervosität, krampfähnlichen Menstruationschmerzen. Eine Handvoll frischer oder getrockneter Blüten mit einem Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, dann filtern, um die schleimhautreizenden Staubfäden abzuhalten. Drei bis vier Tassen täglich trinken. Äußerlich: Aufguß als Sitzbad bei Hämorrhoiden.

Absud für Kompressen auf schmerzende Gelenke und verspannte Muskelpartien, auf Hämorrhoiden sowie für Klistiere gegen Durchfall und Darminfektion. Eine Handvoll Blüten und evtl. Blätter auf einen Liter Wasser 7 – 8 Minuten kochen und abseihen.

Blütenöl: Zu Einreibungen von schmerzenden Muskelpartien und Gelenken oder der Brustpartie bei Erkältungen. Zwei Handvoll getrocknete Blüten eine Woche lang in 1/2 Liter Olivenöl ziehen lassen, dann durch ein Sieb gießen.

Als Heilpaste, auch gegen Hämorrhoiden: Ein (bis zwei) Handvoll getrockneter Blüten und Blätter zu Pulver zermahlen und in einem 1/2 Liter Frischmilch unter ständigem Rühren dick einkochen. Auch kühl aufbewahrt nur kurze Zeit haltbar.

Äußerlich als Pulver bei Erkältung zur Erleichterung der Nasenatmung: Die getrockneten Blüten zu Pulver vermahlen, wie Tabak schnupfen.