Knoblauch: Putzt Ihre Adern frei
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Dem Volksglauben nach vertreibt Knoblauch blutrünstige Vampire. Er stärkt jedoch auch Herz und Immunsystem und soll sogar Krebs bekämpfen. Noch längst ist nicht alles erforscht, was „Knofi“ für Sie tun kann. Genießen Sie jetzt die ersten zarten Frühjahrsknollen, sie erwecken Sie zum Leben und putzen Ihre Adern. Außerdem sind sie besonders milde.
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Vampire vertreibt Knoblauch höchstwahrscheinlich wegen seines – zumindest für Außenstehende – penetranten Geruchs. In ganzen Zöpfen an die Haustür gehängt, signalisiert er den Untoten bereits: Hier ist kein Tröpfchen Blut zu holen. Man glaubt, dieser gute Ruf des Knollengewächses stamme aus der Zeit, als noch schlimme Infektionen wüteten und die Menschen dahinrafften.
Knoblauch gilt überdies als alte Heilpflanze. Bereits im alten Ägypten sollen viele Arbeiter den Pyramidenbau nur überstanden haben, weil sie von den „Auftraggebern“ mit reichlich Knoblauch versorgt wurden. Das ist im Papyrus Ebers gut dokumentiert. Auch Aristoteles und Plinius wussten bereits um die segensreichen Wirkungen des Knoblauchs.
Heute hält Knoblauch die Wissenschaft auf Trab. Denn er hat eine Fülle guter und gesunder Eigenschaften. Der spöttische Spruch „Knoblauch macht alt, aber einsam“ ist zumindest für den ersten Halbsatz bewiesen. Das Problem der Einsamkeit ließe sich ganz einfach aus der Welt schaffen: Wenn alle „Knofi“ essen, riecht dies keiner mehr. Und alle werden gemeinsam alt.
Kürzlich stellten russische Forscher fest, dass Knoblauch die Reparatur von Erbschäden „lostreten“ kann. Bestimmte Wirksubstanzen schützen die Erbsubstanz als so genannte Radikalfänger, wirken also antioxidativ – das war bereits bekannt. Dass sie jedoch offenbar sogar die Instandsetzung beschädigter Gene unterstützen können, wird von vielen Wissenschaftlern als Sensation gewertet. Knoblauch mindert nach bisherigem Wissensstand das Krebsrisiko, indem er Krebs auslösende Stoffe unschädlich machen kann.
Wissenschaftlich erwiesen sind seine antibakteriellen Wirkungen und seine Fähigkeiten, das Immunsystem zu stärken. Darüber hinaus hat er eine günstige Wirkung auf den Cholesterinspiegel, indem er den ungünstigen LDL-Anteil im Blut senkt und Ablagerungen in den Gefäßen verhindert. „Knofi“ kurbelt die Verdauung an und kann möglicherweise auch Darmkrebs verhindern. In Ländern, in denen reichlich mit Knoblauch gewürzt wird, tritt Magenkrebs seltener auf. Das soll an seinen Schwefelverbindungen liegen, die Nitrosamine unschädlich machen.
Knoblauch soll sich auch als Blutverdünner verdient machen, den Blutzuckerspiegel senken, die Herztätigkeit anregen, Zahnschmerzen lindern und Stresssymptome killen. Knoblauch wirkt gegen Pilzinfektionen und regt die Heilung von Lungenerkrankungen an.
Ihren durchdringenden Geruch verdankt die Knolle dem Umstand, dass sie sich selbst vor dem Gegessenwerden schützen will: Die wichtigste schwefelhaltige Verbindung des Knoblauchs ist das geruchslose Alliin. Wenn das Fleisch der Zehen auch nur geringfügig verletzt wird, wird das Enzym Allinase freigesetzt und macht aus Alliin geruchsintensives Allicin. Dieser „duftende“ Abwehrstoff dient dem Schutz der Pflanze. Aus dem Allicin entstehen weitere schwefelhaltige Verbindungen – etwa das Ajoen, eine Substanz, die beim Kochen entsteht, Thrombose verhindern soll und Malaria-Erreger abtöten kann. Im Laborversuch hat es Leukämiezellen abgetötet.
Knoblauch gehört zu den Liliengewächsen wie seine Verwandten Zwiebeln, Schalotten, Bärlauch und Schnittlauch. Achten Sie beim Einkaufen drauf, dass die Zehen der Knollen noch prall und saftig sind. Sie sollten auch noch keinen grünen Keim haben, dann sind sie vor allem scharf. Solche Zehen können Sie jetzt im Frühjahr in die Erde setzten und selbst Knochlauch anbauen. Aus jeder Zehe entsteht eine neue Zwiebel. Damit Knoblauch seine gesundheitliche Wirkung entfalten kann, sollten Sie mindestens zwei Zehen pro Tag essen. Frische Petersilie soll den Knoblauchgeruch abmildern. Wegen des Geruchs bevorzugen viele Menschen Knoblauchpillen. Ob auch sie so positive Wirkungen haben wie der echte "Knofi", konnte bislang nicht befriedigend nachgewiesen werden.