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Knoblauch - lecker und gut für Ihr Herz!

Schon die alten Ägypter wussten, dass Knoblauch gegen Erkältungen hilft. Heutzutage ist wissenschaftlich erwiesen: Die in der Knolle enthaltenen Schwefelverbindungen wirken antimikrobiell. Daneben bietet Ihnen die Pflanze zahlreiche weitere gesundheitsfördernde Effekte.

Wissenswertes rund um die Knoblauchknolle

Frankreich ist ein wunderbares Land, denn hier macht ausgiebiger Knoblauchgeruch nicht einsam. Ganz im Gegenteil: Knoblauch gehört dort zu fast jedem Essen. Recht haben sie, die Franzosen. Kaum ein Lebensmittel weist so viele Schutzwirkungen auf wie die weißen Zehen. In Deutschland schlucken viele Menschen verschämt Knoblauchkapseln, um ihre Mitmenschen ja nicht durch Knoblauchgeruch zu belästigen. Bisher wies man noch nicht nach, dass die Kapseln die Gesundheit genauso positiv beeinflussen wie die frische Knolle.

Der Knoblauch begleitet den Menschen schon so lange, dass er bei strittigen Fragen der Geschichte womöglich als Zeitzeuge herangezogen werden könnte. Manchmal schrieb der Knoblauch sogar selbst Geschichte. Bereits im alten Ägypten sollen viele Arbeiter den Pyramidenbau nur überstanden haben, weil sie von ihren „Auftraggebern“ mit reichlich Knoblauch versorgt wurden. Das ist im Papyrus Ebers gut dokumentiert. Den ersten Streik in der Geschichte, der schriftlich verbrieft ist, zettelten die Pyramiden-Arbeiter in Ägypten an, als man ihnen die Knoblauch- und Zwiebelrationen kürzte. Die Knollen waren für sie von unschätzbarem Wert, denn sie aßen sie nicht nur. Sie behandelten damit Infektionen, offene Wunden, Pilzerkrankungen und allerlei anderes, sogar Knochenbrüche. Knoblauch- und Zwiebeltinkturen gehörten zu den wichtigsten und wirkungsvollsten Heilmitteln jener Zeit.  Auch Aristoteles und Plinius wussten bereits um die segenreichen Wirkungen des Knoblauchs.

Die geheimnisvolle Knolle

Knoblauch galt lange Zeit als Schutz vor der Pest, weil man glaubte, er reinige die Welt von dem Bösen. Wahrscheinlich, weil er aufgeschnitten beschlägt und sich schwarz färbt, wenn man ihn längere Zeit dem Sauerstoff der Luft aussetzt. Seeleute schworen auf Knoblauch, weil er es mit Bakterien aufnahm, die auf langen Fahrten in fauligem Wasser entstanden. Über dem Paris des 16. Jahrhunderts hing im Frühjahr um diese Zeit eine regelrechte Knoblauchfahne. Damals brachten die Bauern den ersten frischen Knoblauch und frische Butter in die Stadt. Daraus entstand die köstliche französische Knoblauchbutter, die heute in aller Welt bekannt ist.

Im kalifornischen Städtchen Gilroy dreht sich einmal im Jahr beim international bekannten Knoblauchfestival alles um die köstliche Knolle. Natürlich gibt es Knoblauch satt und auch eine Knoblauch-Königin. In Hamburg entfachte vor einigen Jahren ein Rechtsstreit: Ein Hausbesitzer wollte seinem Mieter das Kochen mit Knofi wegen der Geruchsbelästigung im Treppenhaus verbieten. Das Hamburger Amtsgericht befand, dass der Geruch Appetit anregend und das Kochen mit Knoblauch zulässig sei.

Knoblauch und Zwiebeln für ein gesundes Leben

Ähnlich gesund wie Knoblauch sind auch Zwiebeln, die man schon in der Seefahrt benutzte. Sie retteten dort tausenden von Seefahrern das Leben, weil der hohe Gehalt von Vitamin C Skorbut verhinderte. Knoblauch enthält außerdem viel Selen, das ein natürliches Entgiftungsmittel ist, auf das Sie heute nicht mehr verzichten sollten. Sie sehen: Zwiebeln und Knoblauch sind medizinisch durchaus empfehlenswert. Essen Sie daher ruhig soviel davon, wie Ihre Umwelt toleriert.

Bei diesen Beschwerden hilft „Knofi“

Wie gut Knoblauch etwa gegen Bluthochdruck wirkt, zeigte 2013 eine Studie der Universität von Adelaide in Australien: Insgesamt 79 Bluthochdruckpatienten bekamen über zwölf Wochen hinweg täglich entweder ein wirkstofffreies Kontrollpräparat (Placebo) oder 480 mg Knoblauchextrakt. Das Ergebnis war beachtlich: Im Vergleich zu der Kontrollgruppe reduzierte sich bei den Knoblauchprobanden der systolische Blutdruck um durchschnittlich 11,8 mm Hg. Der Grund: Allicin führt zu einer Muskelentspannung in den Arterien, damit zu einer Erweiterung Ihrer Gefäße und das wirkt letztendlich einem Bluthochdruck entgegen.

Knoblauchgenuss verlängert Ihr Leben

Pille oder Zehe? Das ist die entscheidende Frage, um die sich beim Knoblauch alles dreht. Pillen sind zwar geruchlos, aber wirken sie sich auch so positiv auf Ihre Gesundheit aus wie die natürliche Variante? Immerhin handelt es sich bei Knoblauch um ein Gewächs, das ein wahrer Jungbrunnen für Sie sein kann.

Die gesunde Knolle erwies sich in China als echter Lebensverlängerer. In der Provinz Shandong leben die meisten Knoblauchbauern und dort isst man auch den meisten Knoblauch. Untersuchungen ergaben, dass die Menschen hier länger leben als in anderen Provinzen Chinas und dass dies eindeutig auf den Knoblauch zurückzuführen ist. „Schuld“ daran sind die Inhaltsstoffe. Sie schützen Herz und Kreislauf und wirken vorbeugend gegen schwere Krankheiten. Natürlich müssen Sie nicht so viel Knoblauch essen wie die Knoblauchbauern in China. Es empfehlen sich 2 bis 3 Gramm Knoblauch täglich (alternativ entspricht das etwa 600 mg Knoblauchpulver) kombiniert mit Olivenöl, Fisch oder Zitrusfrüchten. Auch diese enthalten Schutzfaktoren für Herz und Kreislauf. Zusammen mit dem Knoblauch wirken sie besonders positiv.

Wertvolle Inhaltsstoffe

  • Die Vitamine A und C schützen Ihre Zellen vor dem Angriff freier Radikale und somit vor einer Schädigung Ihres Erbguts.
  • Selen hilft, gesundheitsschädliche Schwermetalle aus Ihrem Körper zu schwemmen. Gleichzeitig schützt Selen vor einer Oxidation von Cholesterin.
  • Adenosin gilt als natürlicher Blutverdünner aus der Knoblauchzehe. So beugen Sie ohne Medikamente Blutgerinnseln vor.
  • Wenn Sie eine Knoblauchzehe aufschneiden, verwandelt sich der Inhaltsstoff Alliin in Allicin. Dieser gilt als natürliches Antibiotikum. Es tötet Bakterien ab, vergleichbar mit Penicillin. Darüber hinaus wirkt es als Schutz vor Krebs.
  • Steroide, Triterpenoide, Phenolderivate, Fructane und Lektine sind nur einige der Schwefelverbindungen im Knoblauch. Sie wirken antibakteriell im Körper.

Woher kommt der typische Knoblauchgeruch?

Ihren durchdringenden Geruch verdankt die Knolle dem Umstand, dass sie sich selbst vor dem Gegessenwerden schützen will: Die wichtigste schwefelhaltige Verbindung des Knoblauchs ist das geruchslose Alliin. Wenn das Fleisch der Zehen auch nur geringfügig verletzt wird, wird das Enzym Allinase freigesetzt und macht aus Alliin geruchsintensives Allicin.

Dieser Abwehrstoff dient dem Schutz der Pflanze. Der für den Duft verantwortliche Stoff zerfällt während des Verdauungsprozesses in viele übel riechende Substanzen. Diese wandelt der Körper um, baut sie ab und scheidet sie dann aus. Aus diesem Grund riecht man nach dem Genuss von Knoblauch nicht nur aus dem Mund, sondern duftet gewissermaßen aus jeder Pore. Aus dem Allicin entstehen weitere schwefelhaltige Verbindungen, so beispielsweise das Ajoen. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die beim Kochen entsteht, Thrombose verhindern soll und Malaria-Erreger abtöten kann. Im Laborversuch hat es Leukämiezellen abgetötet.

Knoblauch macht Ihre Abwehr fit

Knoblauch mindert nach heutigem Wissensstand das Krebsrisiko, indem er Krebs auslösende Stoffe unschädlich machen kann. Darüber hinaus hat er eine günstige Wirkung auf den Cholesterinspiegel, indem er den ungünstigen LDL-Anteil im Blut senkt und Ablagerungen in den Gefäßen verhindert.

Knoblauch kurbelt die Verdauung an und kann möglicherweise auch Darmkrebs verhindern. In Ländern, in denen reichlich mit Knoblauch gewürzt wird, tritt seltener Magenkrebs auf. Das soll an seinen Schwefelverbindungen liegen, die Nitrosamine unschädlich machen. Knoblauch soll sich auch als Blutverdünner verdient machen, den Blutzuckerspiegel senken, die Herztätigkeit anregen, Zahnschmerzen lindern und Stresssymptome killen. Die gesunde Knolle wirkt gegen Pilzinfektionen und regt die Heilung von Lungenerkrankungen an.

Reduzierter Adiponectin-Spiegel

Eine Untersuchung der Universität Madrid in Spanien zeigte 2013, dass Knoblauch auch gegen das metabolische Syndrom eingesetzt werden könnte. Dieses geht meist mit starkem Übergewicht einher, Betroffene leiden unter Diabetes (oder zumindest einer Vorstufe davon), erhöhtem Blutdruck oder auch hohen LDL-Cholesterinwerten. Die spanischen Forscher stellten fest: Knoblauchinhaltsstoffe reduzieren das für diese Erkrankung mitverantwortliche Hormon Adiponectin.

Genauer gesagt: Insgesamt 46 Patienten mit metabolischem Syndrom bekamen zwölf Wochen lang ein Knoblauchpräparat (1,2 g täglich) und anschließend über zwölf Wochen hinweg ein wirkstofffreies Kontrollpräparat. Das Resultat: In der Knoblauchphase war der Gehalt des Hormons Adinopectin im Vergleich zur Kontrollphase um 14% erniedrigt.

Hilfe nach Herzinfarkt

Nicht nur zur Krankheitsvorbeugung empfiehlt sich Knoblauch. Indische Forscher fanden heraus, dass Knoblauch nach einem Herzinfarkt ebenfalls positiv wirkt. Die im Knoblauch enthaltenen Antioxidantien fangen im Blut vorhandene freie Radikale ab. So ermöglichen sie, dass die Herzzellen schneller und besser heilen.

Antibakterielle Wirkung

Während des ersten Weltkriegs wurde Knoblauch zur Behandlung von Typhus und Ruhr eingesetzt. Heutzutage haben Wissenschaftler entdeckt, dass Knoblauch anscheinend bestimmte Enzyme blockiert, die den infektiösen Erregern das Überleben im Körper erleichtern.

Schutz vor Entzündungen

Auch für Rheuma-Patienten lohnt sich der tägliche Griff zu der Knolle, wie eine Untersuchung der Shahid Universität in Yazd im Iran 2013 feststellte. Insgesamt 44 Frauen mit Rheuma bekamen hier entweder ein wirkstofffreies Kontrollpräparat oder ein Knoblauchpräparat. Im Blutplasma wurde die Konzentration verschiedener Immunstoffe analysiert: Der Tumornekrosisfaktor TNF-α war im Vergleich zu der Kontrollbehandlung in der Knoblauchgruppe nach vier Wochen um 47 Prozent reduziert. Und weniger TNF-α geht mit weniger Entzündungsprozessen einher.

Die entzündungshemmende Wirkung können Sie sich übrigens auch bei Verletzungen zu Nutze machen: Legen Sie Knoblauchscheiben zweimal täglich für mindestens 30 Minuten auf eine Wunde; das unterstützt die Wundheilung.

Cholesterinsenker und Appetitzügler

Regelmäßiger Knoblauchgenuss hilft Ihnen außerdem bei erhöhten LDL-Cholesterinwerten. Allicin blockiert nämlich auch Enzyme der Cholesterinsynthese. Die Sulfide senken zusätzlich den Triglyceridspiegel im Blut. Und niedrige Blutfettwerte beugen insgesamt einer Arteriosklerose vor und schützen so vor Folgeerscheinungen wie Thrombosen oder einem Schlaganfall. Knoblauch hilft Ihnen übrigens auch beim Abnehmen: Im Gehirn stimuliert es Ihr Sättigungsgefühl und wirkt so als Appetitzügler.

Rezept mit Knoblauch

Eingelegte Knoblauchzehen

 

Sie brauchen:

  • 4 ganze Knoblauchknollen
  • 1/8 l Weißweinessig
  • 1/8 l Wasser (oder trockener Weißwein)
  • 1 bis 2 TL Zucker
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 Wacholderbeeren
  • 2 Nelken
  • 1 Zweig Thymian oder Rosmarin
  • 1 grüne Peperoni
  • 1/2 TL Salz

Zubereitung: Die Zehen schälen, alle Zutaten in einen Topf geben und drei Minuten lang kochen. Heiß in ein sauberes Schraubglas füllen und kühl stellen. Das schmeckt als Vorspeise, zu Käsebrot, zu Kurzgebratenem oder Grillspezialitäten. Sie können aber auch einfach so jeden Tag einige Zehen als Heilmittel essen.

Knoblauchbutter

  • 125 g Butter
  • 3 bis 4 Knoblauchzehen
  • 1/2 TL Salz
  • 3 EL frische Petersilie
  • ein wenig Zitronensaft und Worcestersauce

Zubereitung: Knoblauch schälen, mit Salz bestreuen und in der Knoblauchpresse zerdrücken (es geht auch im Mörser, auf einem Brett mit einem breiten Messer oder mit einer Gabel auf einem Teller). Petersilie fein hacken. Butter schaumig aufrühren. Knoblauch und Petersilie unter die Butter mischen, mit Zitronensaft und Worcestersauce abschmecken. In ein hübsches Schälchen geben und kalt stellen. Sie können die Butter zudem auf Folie geben und zu einer Rolle formen.

Knoblauchsuppe

Zutaten für vier Personen:

  • 10 Knoblauchzehen
  • 1 kleine Zwiebel
  • je 1 EL gehackter Schnittlauch und Kerbel
  • 1 TL Olivenöl
  • 1/2 l Gemüsebrühe
  • 1 EL heller Saucenbinder
  • 40 g süße Sahne
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskatnuss
  • 2 Scheiben Graubrot

Zubereitung: Knoblauch und Zwiebel schälen und zwei Knoblauchzehen beiseite legen. Den Rest mit der Zwiebel fein hacken, in einem Topf im Olivenöl etwa drei Minuten lang anrösten und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Suppe zehn Minuten köcheln lassen, den Saucenbinder einstreuen, die Sahne dazugeben und alles mit dem Mixstab eine Minute lang feincremig pürieren. Das Graubrot im Toaster rösten. Die gerösteten Brotscheiben mit den restlichen Knoblauchzehen einreiben und in Würfel schneiden. Die Kräuter in die Suppe geben und noch eine Minute lang köcheln lassen. Mit Muskatnuss abschmecken. Vor dem Servieren die Brotwürfel darüber geben.

Tricks, wie Sie Knoblauch ausgiebig genießen können

  • Schlucken Sie nicht eine ganze Zehe auf einmal herunter. Vielmehr sollten Sie ihn sehr klein hacken. Noch besser ist es, wenn Sie ihn zerdrücken. Dadurch werden die gesunden Inhaltsstoffe besonders gut freigesetzt. Geben Sie diesen gehackten Knoblauch roh über Ihren Salat, haben Sie eine echte Gesundheitsbombe.
  • Wird er gekocht, können Sie die Zehen auch unzerkleinert lassen. Vorteil: Die Knolle verliert ihre Schärfe, wird mild und sehr aromatisch und dennoch behält der Knoblauch seine Wirkung.
  • Der Nachteil eines knoblauchreichen Mahls ist der Geruch, den Sie danach verströmen. Probieren Sie es einmal so: Trinken Sie ein Glas Milch oder kauen Sie Nelken, Kardamom oder Kaffeebohnen nach dem Knoblauchgenuss. Auch Petersilie, die Sie nach einem solchen Gericht knabbern, kann den Geruch vertreiben.
  • Wollen Sie Ihre Mitmenschen vor Ihren Ausdünstungen schützen, dann sollten Sie die Knoblauchzehe vor dem Verzehr für etwa 30 Sekunden mit Vollmilch aufkochen. Zubereitungen mit Spinat oder Erbsen und Linsen wirken ebenfalls „geruchsdämpfend“.
  • Knoblauch hat neben dem Geruch noch einen entscheidenden Nachteil: Seine Inhaltsstoffe zerfallen recht schnell. Dadurch ist er nicht lange haltbar und auch Knoblauchpräparate haben keine allzu lange Lebensdauer.

Generell gilt: Knoblauch kann ein Jungbrunnen für Sie sein, ist aber kein Allheilmittel. Er wirkt am besten vorbeugend, also fangen Sie schon heute an, ihn auf Ihren Speiseplan zu setzen. So schützen Sie sich auch zukünftig wirksam vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.