MenüMenü

Kava Kava - erfahren Sie alles über den heilenden Pfeffer

Kava Kava, auch Rauschpfeffer genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Pfeffergewächse, die dem schwarzen Pfeffer Ähnelt. Sie stammt aus dem pazifischen Raum, wird aber schon so lange kultiviert, dass ihre Herkunft nicht mehr zweifelsfrei zu klären ist.

Kava Kava wird in seinem angestammten Kulturraum, Melanesien, Mikronesien und Polynesien, zur Herstellung eines Zeremonialgetränks verwendet, welches nur von Männern konsumiert wird; hierzu wird der Wurzelstock zerrieben und bei Zimmertemperatur durch ein feines Tuch geseiht und ausgepresst und die gewonnene Flüssigkeit mit Wasser gestreckt.

Das hieraus resultierende Getränk ist hellgelb, aufgrund von schwebenden Pflanzenteilchen milchig, und hat eine beruhigende, angstlösende, schlaffördernde und schmerzstillende Wirkung. Es mildert Muskelverspannungen und kann zu leichter Euphorie führen, verbunden mit gesteigertem Redefluss.

Diese Wirkung – die Wirkstoffe des Kava Kava nennt man Kavalactone – hat die Pflanze in den letzten Jahren auch in Europa und den USA beliebt gemacht, wo sie ähnlich wie Baldrian verwendet wird. Sie ist in mehreren Darreichungsformen erhältlich, unter anderem Tropfen, für die der Wirkstoff in Alkohol, Wasser oder Aceton gelöst wird, Pulver oder Dragee.

Achtung: In Deutschland ist Kava Kava aufgrund einer vermuteten Schädigung der Leber bereits seit 2007 nicht mehr zugelassen; es darf nur noch in homöopathischer Form in niedriger Potenz verkauft werden.

Kava Kava Nebenwirkungen:

Wie bei nahezu jeder Heilpflanze oder jedem Medikament kommt es unter Umständen neben der erwünschten Wirkung zu Nebenwirkungen. Sie heben die eigentlich positiven Effekte mehr als auf. Unerwünschte Begleiterscheinungen sind selten, jedoch nicht ohne Gewicht:

Bei länger andauernder und hoch dosierter Anwendung färben sich Haut und Nägel gelb. Ebenso treten eventuell Magen- und Darmbeschwerden, leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen sowie Rede- und Bewegungsdrang auf. Das Sehvermögen kann ebenso beeinträchtigt sein wie die Reaktionsfähigkeit (etwa im Straßenverkehr).

Sehr selten kommt es zu schwersten Leberschäden. Dem Deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel meldete man in den vergangenen fünf Jahren neun solcher Zwischenfälle. Vermutungen zufolge sind sie nicht auf die Heilpflanze selbst, sondern den Extraktionsstoff (z. B. Aceton) zurückzuführen.

Widerrufene Zulassung von Kava Kava

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM, Bonn) widerrief im Juni 2002 die Zulassung von Kava-Kava-haltigen Arzneimitteln. Diese Entscheidung begründet sich damit, dass diese Arzneimittel schwere Nebenwirkungen an der Leber verursachen.

Darüber hinaus stehe diesem Risiko kein ausreichender Nutzen entgegen. Homöopathische Präparate mit geringer Kava-Kava-Konzentration betrifft diese Anordnung nicht. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA reagierte auf die Zurücknahme der Zulassung von Kava Kava durch das BfArM mit der Herausgabe einer Verbraucherinformation über pflanzliche Zusätze.

Kava Kava wird für die Behandlung zahlreicher gesundheitlicher Probleme vertrieben, unter anderem Angstzustände, Stress und Schlaflosigkeit. Einige europäische Regierungen verboten den Verkauf von Kava-Kava-haltigen Arzneien, andere warnten vor deren Einnahme.

Machen Sie einen Leberfunktionstest!

Die FDA verbietet die Verwendung eines pflanzlichen Zusatzes oder dessen Verkauf erst, wenn eine schädliche Wirkung des entsprechenden Produkts nachgewiesen ist. Sie empfiehlt betroffenen Patienten, ihren Arzt darüber zu informieren, dass sie Kava-Kava-haltige Arzneien einnehmen, wenn sie an Beschwerden leiden, die auf eine Erkrankung der Leber hindeuten.

Solche Symptome sind beispielsweise Gelbsucht, brauner Urin, Übelkeit, Erbrechen, hellen Stuhlgang, ungewöhnliche Müdigkeit, Schwächegefühl, Magenschmerzen, Appetitlosigkeit. Die Mayo Clinic-Ärzte empfehlen Menschen, die regelmäßig Kava-Kava-Produkte einnehmen, bei ihrem Arzt einen Leberfunktionstest zu machen.

Zum jetzigen Zeitpunkt empfehle es sich nicht, mit der Einnahme von Kava-Kava-Präparaten zu beginnen. In Deutschland dürfen solche Arzneien nicht mehr in den Verkehr kommen. Das BfArM empfiehlt Patienten, die solche Präparate einnehmen, sie sofort ohne Übergangsphase abzusetzen.

Nach dem Absetzen sei mit Leberschäden nicht mehr zu rechnen. Sollten Patienten der Meinung sein, dass sie nach dem Absetzen von Kava Kava eine alternative Therapie benötigen, sollten sie mit ihrem Arzt darüber reden. Aufgepasst: Es kann auch zu Wechselwirkungen mit anderen Präparaten kommen.