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Kamille - Sanfte und vielseitige Hilfe nicht nur bei Erkältungen!

Schon 900 vor Christus empfahl der bekannte Arzt Dioskurides die Kamille gegen Fieber. Auch die Ägypter schätzten sie als Fiebermittel und Wirkstoff gegen Malaria. Sie widmeten die Kamille dem Sonnengott Ra. Im Mittelalter verbrannte man sie, um Infektionen fern zu halten.

Man hängte sie zum Schutz über Baby-Krippen und mischte sie in Liebestränke. Heute werden in der Medizin zwei Kamillenarten verwendet: die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) und die Römische Hundskamille (Anthemis nobilis). Ihre Wirkung ist fast identisch.

Häufiger verwendet wird die Echte Kamille, da sie etwas besser schmeckt. Die Hundskamille riecht dafür angenehmer und wird gerne in den Garten gepflanzt. Man sagt übrigens, dass sie hier auch andere Pflanzen heilt und vor Krankheiten schützt.

Die Kamille: Ein europäisches Multitalent

Die Kamille ist bereits seit der Antike als Heilpflanze bekannt. Seit dieser Zeit setzen Heilkundige die Arzneipflanze bereits gegen Blähungen, Leberleiden und Entzündungen aller Art ein. Im Mittelalter entdeckten Kräuterkundige, dass Kamille auch gegen Atemwegskrankheiten hilft.

Echte Kamille wächst nahezu in ganz Europa in freier Natur. Sie erkennen die Heilpflanze an einem leuchtend gelben Blütenkopf und länglichen weißen Blütenblättern. Als Arzneimittel kommen genau diese Blüten zum Einsatz. Kamille enthält ätherische Öle und Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe), denen eine antioxidative Wirkung zugeschrieben werden.

Die Inhaltsstoffe aus Kamillenblüten entfalten verschiedene Effekte: Sie unterbinden die Wirkung von entzündungsfördernden Stoffen im Körper, hemmen das Wachstum von Bakterien und entspannen verkrampfte Muskeln im Magen-Darm-Trakt.

Bewährt und dennoch unterschätzt

Der bei Magenverstimmung bewährte Kamilletee scheint unterschätzt worden zu sein: Er lindert ebenfalls Erkältungen und Menstruationsbeschwerden sehr erfolgreich. Fünf Tassen täglich für zwei Wochen reichen aus, um Muskelkrämpfe zu lindern und Entzündungen zu bekämpfen.

Zu dieser Erkenntnis gelangten britische Forscher. Bei Urintests mit Testpersonen, die dem Kamillentee unter kontrollierten Bedingungen zusprachen, fanden sie erhöhte Werte für ein Abbauprodukt der in dem Heilkraut enthaltenen Phenole.

Diese sekundären Pflanzenstoffe entfalten eine antibakterielle und antimikrobielle Wirkung. Erhöhte Mengen von muskelentspannenden Glycin sind offenbar dafür verantwortlich, dass auch Frauen mit Menstruationskrämpfen von Kamillentee profitieren.

Zudem wirkt Glycin heilsam auf die Nerven und verhilft damit der inneren Gelassenheit zum Sieg. Die wohltuende Wirkung hielt sogar zwei Wochen den der Beendigung des Tests noch an. Kamille wirkt auch heilsam auf die Nerven, fördert die innere Ruhe und Gelassenheit. Zudem kurbelt der Tee Ihr Immunsystem an.

Kamillentee verringert Sterberisiko bei Frauen

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jetzt, dass die Kamille nicht nur gegen spezifische Gesundheitsprobleme wirkt, sondern offenbar allgemein das Leben verlängern kann, indem sie kurzerhand das Sterberisiko verringert.

Forscher der University of Texas (USA) stellten fest, dass Frauen (über 65 Jahre) länger leben, wenn sie regelmäßig Kamillentee trinken. Die Studienergebnisse wurden im Fachmagazin „The Gerontologist“ veröffentlicht.

Über einen Zeitraum von sieben Jahren untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkungen der Kamille auf das Sterberisiko von weit über 1.600 Frauen. Es zeigte sich, dass die Kamillentee-Trinkerinnen ein um 29 Prozent geringeres Risiko hatten zu sterben, als die Nicht-Kamillentee-Trinkerinnen.

Bei Männern konnte der Kamillentee jedoch nichts ausrichten. Offenbar sind diese gegen die lebensverlängernde Wirkung der Heilpflanze immun. Selbstverständlich verglichen die Forscher nur Personen miteinander, die einen ähnlichen Lebens- und Ernährungsstil pflegten und einen ähnlichen Gesundheitszustand hatten.

Kamillentee ist nicht gleich Kamillentee!

Die heilkräftigen Inhaltsstoffe wie ätherische Öle und Flavonoide stecken nur in den Kamillenblüten. In manchen „normalen“ Kamillentees aus dem Supermarkt sind aber auch Stängel und Blätter enthalten, sodass sie als Heiltees nicht zu empfehlen sind.

Bei einem Test von 20 Kamillentees Mitte 2004 schnitten die losen Kamillenblütentees am besten ab, was den Gehalt an ätherischen Ölen betraf. Der einzige Tee im Filterbeutel, der ebenfalls ausreichend heilkräftige Inhaltsstoffe enthielt und auch ansonsten als gut bewertet wurde, war Sidroga® Kamillenblüten.

Kamillentee ist ein Heiltee, der jedoch nicht regelmäßig als Getränk oder vorbeugend getrunken werden sollte. Natürlich können Sie gelegentlich auch ohne Beschwerden einen Kamillentee trinken, aber bitte nicht jeden Tag. Kamillenblüten sind bei kühler, trockener und lichtgeschützter Lagerung (etwa in einer dicht schließenden Teedose) maximal 18 Monate haltbar.

Zubereitung

  • als Tee zum Trinken bei Magen-Darm-Beschwerden und Bauchschmerzen oder für Mundspülungen: ein gehäufter Teelöffel Kamillenblüten auf 250 Milliliter Wasser
  • für Umschläge und Wickel: zwei Esslöffel Kamillenblüten auf 500 Milliliter Wasser; entsprechende Menge Kamillenblüten mit der angegebenen Menge kochenden Wassers übergießen und zugedeckt fünf bis zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen.
  • Dosierung für Kinder mit Bauchschmerzen: Geben Sie Ihrem Kind zwei- bis viermal täglich eine kleine Tasse Kamillentee; Babys erhalten fünf Teelöffel Kamillentee ins Fläschchen bzw. zwei Teelöffel vor jeder Stillmahlzeit.

Wichtig: Bei Augenerkrankungen sollten Sie keinen Kamillentee zum Auswaschen der Augen anwenden. Die feinen Härchen der Kamillenblüten können die Augen reizen und allergieauslösend wirken. Besser geeignet ist Augentrosttee.

Kamillentee lindert nicht nur Verdauungsbeschwerden

Kamillentee lindert Verdauungsbeschwerden. Er hilft Ihnen bei vielen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Akute Schmerzen können Sie mit einer Tasse Kamillentee häufig lindern.

Auch bei Nieren- oder Blasenproblemen kann der Kamillentee Gutes bewirken. Er hemmt nicht nur die Entzündungen, sondern fördert auch die Harnproduktion. Das spült die Bakterien aus Niere und Blase.

Kamillentee bei Erbrechen

Bei Erbrechen wirkt Kamillentee besonders erfolgreich. Warmer Kamillentee beruhigt Ihre überreizten Magennerven und neutralisiert die Magensäure. Auch nach akutem Erbrechen beruhigt Kamillentee Ihren Magen. So bereiten Sie den Tee zu:

  • 2 Teelöffel getrocknete Kamillenblüten
  • 1 Tasse kochendes Wasser

Übergießen Sie die Kamillenblüten mit dem kochenden Wasser. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und danach abseihen.

Warmer Kamillen-Bauchwickel

Ein Kamillen-Bauchwickel ist ein probates Mittel bei Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfungsneigung, Schlafstörungen (auch als Einschlafhilfe) und Nervosität.

Besteht bei Bauchschmerzen zusätzlich Fieber oder könnte eine Blinddarmentzündung dahinterstecken (Schmerzen im rechten Unterbauch), machen Sie keinen Bauchwickel, sondern verständigen Sie den Arzt.

Sie benötigen:

  • Kamillentee für Wickel
  • Leinen- oder Baumwolltuch in Bauchgröße (Innentuch)
  • breiter Wollschal, ersatzweise Frotteehandtuch

So geht’s:

  • Innentuch mit Kamillentee tränken und sehr gut auswinden, dann Temperatur überprüfen.
  • Kamillenkompresse so heiß wie verträglich auf den Bauch legen.
  • Dann den Wollschal, der um den ganzen Körper reichen und das Innentuch oben und unten einige Zentimeter überragen soll, straff darüberwickeln.
  • Damit die Kompresse länger warm bleibt, können Sie von links und rechts je eine warme (nicht heiße) Wärmflasche gegen den Bauch legen.

Der Kamillenwickel bleibt 15 bis 20 Minuten liegen (darf auf dem Bauch nicht kalt werden), anschließend sollten Sie sich noch mindestens 15 oder besser 30 Minuten nachruhen. Sie können den Wickel zwei- bis viermal täglich anlegen.

Kamille – eine Wohltat bei Erkältungen

Bei Erkältungskrankheiten aktiviert Kamillentee Ihr Immunsystem. Das lindert die Entzündungen der Atemwege. Der Tee wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und beruhigt. Nehmen Sie den Tee bei Erkältungskrankheiten mit Honig zu sich, das wirkt zusätzlich schleimlösend.

Inhalieren Sie Kamille, wenn Sie bei einem Infekt unter Schnupfen und Husten leiden. Das ist besonders bei Erkrankungen der Bronchien und bei Husten sehr wirksam, da es den Schleim löst.

Gurgeln Sie bei Halsschmerzen mit Kamillentee. Gegen die schmerzhafte Halsentzündung wirkt das oft Wunder. Bei Zahnfleischentzündungen helfen Ihnen Spülungen mit Kamille.

So hilft Ihnen Kamille als äußerliche Anwendung

Durch Cremes oder Salben, Sitzbädern, Inhalationen oder Flüssigzubereitungen können Sie folgende Erkrankungen mit Kamille lindern:

  • bakterielle Hauterkrankungen und Hautunreinheiten wie Pickel oder Akne (Gesichtsdampfbäder, Cremes, Salben)
  • Erkrankungen der Mundhöhle und des Zahnfleisches oder Mundgeruch (Mundspülung)
  • oberflächliche Hautverletzungen, offene Stellen am Unterschenkel (Ulcus cruris), schlecht heilende Wunden, Verbrennungen, Operationswunden (Umschläge, Cremes, Salben)
  • Bestrahlungsschäden, Sonnenbrand, Frostbeulen (Umschläge, Cremes, Salben)
  • entzündliche Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich (Sitzbäder)

Bei wunden Stellen oder Hautentzündungen können Sie ein- bis zweimal täglich für zehn Minuten ein Sitzbad bzw. ein Vollbad mit Kamille nehmen. Besser als ein starker Tee (100 Gramm Kamillenblüten auf zwei Liter Wasser, dann ins Badewasser geben) eignet sich hierzu jedoch eine standardisierte Kamillenlösung aus der Apotheke (z. B. Kamillin®), die Sie gemäß der Packungsbeilage dosieren.

Haben Kamillenblüten Nebenwirkungen?

In sehr seltenen Fällen kann es bei der Anwendung von Kamillenblüten zu allergischen Hautirritationen kommen. Diese beruhen meist auf Verunreinigungen der Echten Kamille mit anderen Kamille-Arten oder Korbblütengewächsen. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind derzeit nicht bekannt.

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