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Johanniskraut: Bei Depressionen

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Johanniskraut

Johanniskrautpräparate sind als heilpflanzliche Medikamente bei leichten bis mittelschweren Depressionen recht bekannt. Jedoch sind die Unbedenklichkeit und die Wirksamkeit des Pflanzenextraktes nach wie vor nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Die neuesten Erkenntnisse zum Thema Johanniskraut präsentieren wir Ihnen hier.

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Sylvia Schneider
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Extrakte aus Hypericum perforatum – das ist der botanische Name des Johanniskrauts – werden in der Volksmedizin seit den Zeiten des Hippokrates, also seit der griechischen Antike im 4. und 5. Jh. v. Chr. benutzt. Heutzutage sind Johanniskrautpräparate in Deutschland häufig angewandte Medikamente, die in Standarddosierung vorliegen und gegen Angstzustände und Depressionen verordnet werden. Dennoch ist niemand sicher, auf welche Weise Johanniskraut wirkt und welche Dosis für die Wirkung optimal ist. Für die Zulassung von Johanniskrautextrakten müssen in Deutschland keine klinischen Studien nachgewiesen werden.

In den USA wird der Extrakt in pflanzlichen Medikamenten verkauft, die nicht den Zulassungskriterien für Unbedenklichkeit und Wirksamkeit unterliegen.

1996 hat das British Medical Journal eine Übersichtsarbeit über 23 europäische Studien zum Johanniskraut veröffentlicht. Die Forscher kamen zu dem Schluß, daß der Extrakt nützlich sein könnte gegen leichte bis mittelschwere Depressionen und die Nebenwirkungen minimal seien. Allerdings wurden in den untersuchten Studien verschiedene Dosen des Extrakts eingesetzt, und keine der Studien untersuchte die Langzeitwirkungen.

Da das Wirkpotential des Johanniskrauts vielversprechend ist, haben die National Institutes of Health (NIH, staatliche Gesundheitszentren der USA) eine 3jährige klinische Studie begonnen, um mögliche Vorteile und Risiken einer Therapie mit dem Inhaltsstoff dieser Pflanze bei mittelschweren Depressionen zu testen. Die NIH-Studie wird die erste ihrer Art in den USA sein.

Ob Sie das pflanzliche Medikament benutzen sollten, bleibt einstweilen strittig. Wenn Sie an Depressionen leiden, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Wenn Sie bereits ein verordnetes Antidepressivum oder andere Medikamente einnehmen, sollten Sie diese nicht zugunsten der Einnahme des Johanniskrauts absetzen. Nehmen Sie den Extrakt nicht zusätzlich zu anderen Medikamenten ein. Sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arzt über den möglichen Nutzen und die eventuellen Risiken des Johanniskrauts.

Topf mit Heilkräutern

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