MenüMenü

Inhalieren: Diese Methoden sind am effektivsten

Winterzeit ist Erkältungszeit. Viele Mittel der Pharma-Industrie versprechen Linderung bei Infekten – aber stopp! Bevor Sie hier zugreifen, versuchen Sie es doch einmal mit Inhalieren. Diese alternative Methode ist vielfältig einsetzbar. Und sie hilft nicht nur bei Erkältungskrankheiten, auch bei chronischen Erkrankungen wie Mukoviszidose können Sie von ihr profitieren.

Wenn Sie bei einer Erkrankung zu natürlichen Heilmitteln greifen wollen, denken Sie wahrscheinlich in erster Linie an Tees, Tabletten, Bonbons oder Heil

Frau sitzt an einer Schüssel zum Inhalieren© drubig-photo - Fotolia
pflanzenauszüge als Tropfen. Noch besser geeignet sind die sogenannten Inhalationen. Der Vorteil dieser Behandlung: Sie atmen die Wirkstoffe direkt ein, sie gelangen also in die betroffenen Atemwege. Der Weg über Verdauungssystem und Blutbahn entfällt – so nehmen Sie deutlich mehr Wirkstoff zu sich.

Bei diesen Erkrankungen können Sie inhalieren

Inhalieren hilft Ihnen bei den unterschiedlichsten Erkrankungen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Asthma
  • Bronchitis
  • Heiserkeit
  • Husten
  • Kehlkopfentzündung
  • Lungenentzündung
  • Mandelentzündung
  • Mukoviszidose
  • Nasennebenhöhlen­entzündung
  • Schnupfen

Bei diesen Erkrankungen bringt es Linderung, wenn Sie Wasserdämpfe, versetzt mit Heilstoffen bestimmter Pflanzen, einatmen.

Diese verschiedenen ­Inhalationsmethoden gibt es

Sie können aus unterschiedlichen Methoden und Geräten für die Inhalation wählen. Doch welches ist für Sie geeignet? Es kommt zum einen darauf an, dass Sie sich mit der Methode auskennen und sie Ihnen zusagt. Aber nicht immer können Sie jede Art der Inhalation nutzen.

  • Dampfvernebler. Hierbei handelt es sich um ein elektrisches Gerät. Es verfügt über eine Düse, aus der mit Druckluft der Wirkstoff in Nebelform gepresst wird. Sie selbst setzen sich eine Maske auf, über die Sie den Nebel einatmen. Die aus dem Gerät austretenden Nebeltröpfchen sind nur drei Mikrometer groß. Dadurch kann der Dampf bis tief in die Atemwege vordringen und schafft es sogar in die kleinsten Verästelungen. Besonders geeignet ist der Dampfvernebler, wenn Sie unter einer Bronchitis oder Nasenneben­höhlenentzündung leiden. Aber Vorsicht: Hier dürfen Sie keine ätherischen Öle bzw. Pflanzenzusätze verwenden. Diese könnten die Düsen des Verneblers dauerhaft verstopfen.
  • Kopf-Dampfbad. Sicherlich der Klassiker unter den Inhalationsmethoden. Sie geben Heilpflanzenteile, Kräuter, Salz und ätherische Öle in eine Schüssel oder einen Topf mit kochendem Wasser. Setzen Sie sich davor, und legen Sie sich ein Handtuch über Ihren Kopf. Das Handtuch sollte die Schüssel bzw. den Topf mit umschließen. Nun atmen Sie die entstehenden Dämpfe ein. Geeignet ist die Methode bei Schnupfen bzw. Erkältungen, Mandel- und Kehlkopfentzündungen sowie Hus­ten und Heiserkeit.
  • Raumluft-Geräte. Über Druck oder Ultraschall wird hier feinster Dampf erzeugt. Allerdings sind die Geräte nicht dazu gedacht, den Dampf direkt einzuatmen. Vielmehr wird er im Raum verteilt und kann so die Raumluft verbessern. Die so erhöhte Luftfeuchte ist, wenn Sie Salzwasser verwenden, deutlich angenehmer, wenn Sie unter Schnupfen, Erkältungen, Bronchitis, Nasennebenhöhlen­entzündung, Husten oder Heiserkeit leiden.
  • Salzgrotten. Diese gibt es in Kurorten, inzwischen sogar auch in größeren Städten. Hierunter versteht man Höhlen, oft künstlich angelegt, die mit Salzbrocken ausgerüstet worden sind. Die Steine erhöhen den Salzgehalt in der Atemluft, was sich positiv auf die Atemwege auswirken kann. Sie halten sich in der Regel eine Dreiviertelstunde in diesen Räumen auf. Positiven Einfluss haben sie bei Schnupfen, Erkältung, Bronchitis, Nasennebenhöhlen­entzündung, Husten und Heiserkeit.
  • Stand-Inhalatoren. Seine Funktionsweise ist im Grunde gleich der des Kopf-Dampfbades. Allerdings setzen Sie nicht Ihr gesamtes Gesicht dem entstehenden Dampf aus, sondern atmen ihn über eine Maske ein. Das ist ein Vorteil, wenn Sie ätherische Öle verwenden und Ihre Augen hierauf normalerweise empfindlich reagieren. Der Stand-Inhalator ­bietet sich bei Schnupfen, Erkältungen sowie Mandel- und Kehlkopfentzündungen an.
  • Ultraschall-Inhalatoren. Hierbei werden die Stoffe ebenfalls vernebelt. Allerdings entsteht noch feinerer Dampf als beim Dampfvernebler. So wird erreicht, dass die Wirkstoffe tief in die Lunge eindringen können. Dementsprechend bietet sich der Ultraschall-Inhalator vor allem bei Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen an.

Neben dem Gerät spielt auch die Zubereitung der Inhalationslösung eine wichtige Rolle. Am einfachs­ten sind Salzwasser-Inhalationen. Dazu geben Sie einfach zehn Gramm Salz auf einen Liter Wasser. Ausprobieren sollten Sie diese Art der Inhalation auf jeden Fall, wenn Sie unter festsitzendem Schleim leiden, den Sie nicht abhusten können. Denn dann kann Ihnen die Salzwasser-Inhalation bestimmt weiterhelfen, wie eine Untersuchung der Universität Sydney/Australien an Patienten gezeigt hat, die unter Mukoviszidose litten. Bei dieser Erkrankung kommt es oft zu chronischem Husten bzw. Atemwegsinfekten, weil sich viel Schleim in den Atemwegen ansammelt.

Die Betroffenen inhalierten fast ein Jahr lang entweder täglich eine Kochsalzlösung oder eine Lösung, die kein Salz enthielt. Es zeigte sich, dass sich in der Kochsalz-Gruppe die Krankheitssymp­tome um 35 Prozent verringerten, verglichen mit der Gruppe, in der salzfrei inhaliert wurde.Neben Salzinhalationen bieten sich auch Inhalationen mit ätherischen Ölen bzw. Heilpflanzen an. Auf Erstere sollten Sie allerdings verzichten, wenn Sie unter Asthma leiden. Die Öle können durch die reizende Wirkung, die sie haben, einen Anfall hervorrufen. Besser sind Heilpflanzenaufgüsse. Am bekanntesten ist der Kamillenaufguss. Er beruhigt die Atemwege. Auch Spitzwegerich, Salbei, Ingwer oder Myrte sind geeignet. Sie kaufen die Heilpflanzen am bes­ten getrocknet in der Apotheke. Hier erhalten Sie nicht nur geprüfte Qualität, Sie können auch sicher sein, dass viele wichtige Inhaltsstoffe enthalten sind.

So inhalieren Sie richtig

Damit Sie von der Inhalation optimal profitieren, sollten Sie folgende Regeln beachten:

  • Der Topf bzw. Ihr Inhalationsgerät muss stabil stehen, am besten auf dem Esstisch. So vermeiden Sie, dass er herunterfällt und Sie sich verbrühen.
  • Kochen Sie Wasser auf, und lassen Sie es dann etwas abkühlen. Seine Temperatur sollte zwischen 50 und 60 °C liegen.
  • Wie lange Sie inhalieren, hängt von den verwendeten Zusätzen ab. Bei Salzlösung oder Heilpflanzenmischungen sollten Sie 10 bis 15 Minuten einplanen. Bei ätherischen Ölen sollten Sie nicht länger als fünf Minuten inhalieren.
  • Bei einem akuten Infekt können Sie durchaus zwei- bis dreimal pro Tag inhalieren. Bei chronischen Erkrankungen sprechen Sie die Häufigkeit der Inhalation am besten mit Ihrem Arzt ab.
  • Verwahren Sie Ihre Inhalationslösung nicht. Schütten Sie sie nach Gebrauch weg, und reinigen Sie das Gerät gründlich. Es muss auf jeden Fall gut trocknen. Inhalationslösungen und nasse Geräte bilden sonst ein Sammelbecken für Bakterien. Diese atmen Sie dann bei der nächsten Anwendung mit ein.
  • Probieren Sie mit geringer Anwendungsdauer aus, ob Sie die Inhalationen überhaupt vertragen. Als Heuschnupfen-Allergiker müssen Sie bei entsprechenden Heilpflanzen vorsichtig sein. In diesem Fall können Salzinhalationen die beste Wahl sein. Wenn Sie als Asthmatiker Probleme mit Dampf-Inhalationen haben, greifen Sie zu einem Ultraschall-Inhalator.
© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

Regelmäßig Informationen über Pflanzenheilkunde erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Dr. med. Michael Spitzbart. Über 344.000 Leser können nicht irren.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben!