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Ingwer und seine Wirkung

Erst seit einigen Jahren ist die Ingwerwurzel (Rhizoma Zingiberis) bei uns nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heildroge bekannt – und wird immer beliebter. Darüber hinaus ist Ingwer ein äußerst vielseitiges und effektives Heilmittel.

Anwendungsgebiete und Wirkung

Die Engländer lieben den Ingwer (engl.: ginger) seit eh und je – und nicht nur in Weihnachts-Plätzchen. Uns lehrten die chinesischen Köche den Geschmack. In Asien – China, Tibet, Indien – gehört die scharfe Ingwerwurzel zum festen Bestand der Medizin.

Sie wird überall da eingesetzt, wo ihre wärmende Schärfe eine körperliche, geistige oder psychische Schwäche durch Kälte ausgleichen kann. Bei uns heißt dies in den Wintermonaten v. a. Erkältung. Aber auch bei kalten Füßen kann eine 2-wöchige Kur mit Ingwer als Tee oder aus der Nahrung sehr hilfreich sein.

Allgemeine Wirkung

  • vermindert Übelkeit
  • regt den Kreislauf an
  • verbessert die Kontraktionskraft des Herzmuskels
  • reibt die Galle an
  • ist blähungstreibend
  • ist krampflösend
  • ist schweißtreibend

Anwendung als Heilpflanze

  • gegen (Reise-)Übelkeit
  • gegen Brechreiz
  • zur Wundbehandlung
  • gegen Entzündungen

Wirkung von Ingwertee

Der Genuss von Ingwertee verschafft insbesondere im Winter eine belebende Wärme von innen her. Sehr heiß genossen, wirkt er:

  • schweißtreibend,
  • belebend,
  • schleimlösend auf die Lunge,
  • erleichternd bei Katarrh, Husten und Schnupfen.
  • Die Wurzel stimuliert aber auch Herz und Kreislauf,
  • hilft, einen erhöhten Blutdruck und Cholesterinspiegel zu senken,
  • und verbessert die Fließeigenschaften des Blutes, indem er die thrombosebegünstigende Zusammenballung der Blutplättchen hemmt.
  • Allgemein verbessert Ingwer die Vitalität und stärkt die Immunabwehr.

Wirkung auf das Verdauungssystem: Ingwer lindert zuverlässig Übelkeit

Das 2. Hauptanwendungsgebiet des Ingwers ist das Verdauungssystem.

Verantwortlich für seine Hauptwirkungen sind die zu den Scharfstoffen gehörenden Gingerole und das ätherische Öl. Die Scharfstoffe regen die Magensaft-Produktion an und bringen dadurch die Verdauung in Schwung. Gleichzeitig hemmen sie dasselbe Enzym (Cyclooxygenase) wie die Acetylsalicylsäure, wodurch Ingwer auch einen schmerzstillenden und entzündunsghemmenden Effekt hat.

Am besten ist die Wirkung von Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen belegt. Im Jahr 2013 haben Wissenschaftler der Universität Heidelberg entschlüsseln können, worauf diese Wirkung beruht. Die Ingwer-Inhaltstoffe docken an den Rezeptorstellen eines Nervenbotenstoffs (Serotonin) auf den Nervenzellen an, so dass das Brechzentrum im Gehirn nicht aktiviert werden kann und die Übelkeit ausbleibt.

Diese Wirkung kann auch genutzt werden, um die als Nebenwirkung einer Chemotherapie häufig auftretende Übelkeit zu lindern. Forscher der Universität Rochester/USA konnten zeigen, dass bei Krebspatienten, die Ingwer jeweils 3 Tage  vor und nach einer Chemotherapie angewendet hatten, die Beschwerden um 40% geringer waren.

Ebenso wirkungsvoll  lindert Ingwer auch die als „Reisekrankheit“ bekannte Übelkeit beim Fahren im Wagen oder auch bei einer Schiffsreise. Für eine optimale Wirkung sollten Sie dann zu einem Fertigpräparat aus Ingwer-Extrakten greifen, das Sie in jeder Apotheke erhalten.

Das bewirkt das vielseitig einsetzbare und so gesunde Gewächs also für das Verdauungs-System:

  • Es fördert die Verdauungs-Enzyme, bringt eine stockende Nahrungs-Passage wieder in Schwung,
  • entspannt einen verkrampften Darm,
  • besänftigt Bauchschmerzen aufgrund von Durchfall
  • und mildert Blähungen.
  • Ingwer hilft auch bei Übelkeit der unterschiedlichsten Herkunft (nicht bei Schwangerschafts-Erbrechen einnehmen!).
  • Wenn Sie unter der Reisekrankheit leiden, sollten Sie bei der nächsten längeren Autofahrt bzw. Schiffsreise oder beim nächsten Flug eine kleine Tüte kandierte Ingwerstückchen ausprobieren.

Spezielle Anwendung für Frauen

Ein Tee aus der Wurzel  fördert die Menstruationund hilft bei verzögerter oder zu geringer Periodenblutung sowie starker Verklumpung des Menstruationsblutes. Er löst Unterleibskrämpfe und lindert Schmerzen bei Eisprung und Menstruation.

Wann Sie Ingwer meiden sollten

Nicht zu empfehlen  ist der Genuss der Knolle bei Wärme-Unverträglichkeit, Magenschleimhaut-Entzündung und Magengeschwüren. Bei Neigung zu Gallensteinen sollten Sie Ingwer meiden, da er den Gallenfluss fördert und eine Gallenkolik auslösen könnte.

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