MenüMenü

Holunder: Die gesunde und vielseitige Heilpflanze

Nur wenige Wildpflanzen sind in der Volksmedizin derart beliebt und verbreitet wie der Schwarze Holunder (Sambucus nigra). Das Geißblattgewächs begleitet den Menschen schon seit Jahrtausenden. Nicht nur seine medizinischen, auch seine magischen Wirkungen wurden geschätzt.

Noch heute wird beispielsweise das Rezept kolportiert, Warzen verschwänden am ehesten, wenn man sie bei Vollmond unter einem Holunderbusch mit einer Speckschwarte abreibt. Holunderbüsche findet man heute fast überall in Europa.

Sie wachsen wild in Hecken wie Wäldern und kultiviert in unseren Gärten. Wenn der Holunder blüht und seine Blüten ihren schweren Duft verbreiten, dann wissen wir, dass der Sommer gekommen ist. Wenn sich die blauschwarzen Früchte zeigen, hat der Sommer seinen Zenit bald überschritten.

Holunder als Medizin

Nach dem Krieg wuchs aus den Ruinen als Erstes der Holunder und schenkte den Menschen mit seinen Beeren ein kräftigendes Getränk. Der Saft der dunkelroten, fast schwarzen Beeren, die mancherorts auch Fliederbeeren genannt werden, ist sehr reich an den Vitaminen C und B2 sowie ätherischen Ölen und Mineralstoffen.

Die wichtigsten gesundheitlichen Vorteile bieten Ihnen dabei die sekundären Pflanzenstoffe, die den Beeren ihre schwarzblaue Farbe geben. Diese Anthocyane sind starke Antioxidantien und schützen Ihre Körperzellen vor dem Angriff freier Radikale. Dadurch stabilisieren sie die Körperzellwände und stärken zusätzlich das Immunsystem.

Bei einer beginnenden Erkältung oder einem grippalen Virusinfekt ist derimmunstärkende Holundersaft daher ein altbewährtes Hausmittel. Um Erkältungskrankheiten im Keim zu ersticken, trinken Sie am besten vor dem Schlafengehen ein Glas von dem Saft.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Holunders im Überblick

  • ätherisches Öl
  • Flavonoide
  • Kaffeesäurederivate
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe

So wenden Sie die Heilpflanze an

Der Farbstoff des Holunders (Sambucyanin) gehört zu den Flavonoiden. Bei diesen ebenfalls zu den sekundären Pflanzenstoffen zählenden Substanzen wurde inzwischen vielfach ein hoher gesundheitlicher Nutzen nachgewiesen. Es gilt sogar als sicher, dass sie vor Krebs und Herzleiden schützen.

Als Arzneien werden allerdings in erster Linie die getrockneten Blüten in Form von Tee verwendet. Sie helfen vor allem gegen Infektionen der oberen Atemwege und senken das damit einhergehende Fieber. Den Holunderblüten wird außerdem Folgendes zugeschrieben:

  • Sie bringen Ihre Nieren auf Trab.
  • Sie entwässern und fördern das Ausscheiden von Giftstoffen.
  • Gleichzeitig entspannen sie, beruhigen die Nerven, vertreiben Ängste und depressive Stimmungen.

Äußerlich werden Holunderblüten in der Volksmedizin zur Beruhigung von Wunden, Hautinfektionen, Verbrennungen und kleinen Geschwüren verwendet. Innerlich wirken Holunderblüten vor allem schweißtreibend.

Rezepte mit Holunder

Aus den frischen Blüten lassen sich auch Getränke und Küchlein herstellen: Ob Hollerküchle, Fliederbeersaft oder Holunderkompott – nicht nur in der Volksmedizin, auch in der Küche ist der Holunder ein Hit.

Blätter und Rinde sollten nicht verzehrt werden, ebenso grünen, noch nicht roten Holunderbeeren, denn sie können Übelkeit hervorrufen. Generell sollten Sie Holunderbeeren nicht roh essen.

Holunderbeerensaft

Sie können die reifen Holunderbeeren traditionell in einem Entsafter zu Saft verarbeiten und ihn auch für den Winter konservieren. Einen frischen Saft können Sie so zubereiten:

  1. Kochen Sie die frischen Holunderbeeren zwei bis drei Minuten in wenig Wasser (z. B. 1 kg Beeren mit 200 ml Wasser). Wenn die Beeren weich sind, geben Sie die Flüssigkeit in ein Sieb und pressen darin die Früchte aus.
  2. Füllen Sie den Saft sofort in dunkle Flaschen und stellen Sie diese in den Kühlschrank. Hier hält er sich etwa drei Tage.
  3. Noch besser ist es, wenn Sie den frischen Saft einfrieren und jeweils nur die benötigten Portionen auftauen. So kühl aufbewahrt, hält sich der Saft etwa ein halbes Jahr lang.
  4. Wollen Sie den Saft etwas länger aufheben, können Sie ihn alternativ auch noch einmal kurz mit Honig aufkochen (10 Teile Saft auf 1 Teil Honig).
  5. Gießen Sie diesen Extrakt nach Geschmack mit heißem Wasser auf und trinken Sie davon zwei Gläser täglich.

Trinken Sie bei den ersten Vorboten einer Erkältung ein Glas von dem zuvor erwärmten, eventuell mit etwas Honig gesüßten Saft. Holunderbeersaft und aus Holunderbeeren-Konzentraten hergestellte Fertigpräparate können Sie auch in der Apotheke oder im Reformhaus kaufen.

Achtung: Rohe Holunderbeeren sind durch das in ihnen enthaltene Glykosid Sambunigrin schwach giftig und können zu Bauchkrämpfen und Übelkeit führen.

Da die Giftstoffe beim Erhitzen zerstört werden, sollten Sie die Beeren vor dem Verzehr immer abkochen und nur in begrenzten Mengen zu sich nehmen. Der Stuhl färbt sich nach dem Trinken des Saftes schwarz.

Holunderblütentee

Vor allem in den kalten Herbst- und Wintermonaten ist Ihr Körper vielen negativen Einflüssen ausgesetzt und je nach körperlicher Verfassung sind Sie womöglich schneller anfällig für Erkältungen oder grippale Infekte.

Die Wirkung von Holunder ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Holunderblüten und -beeren sind schon immer Bestandteil der Volksmedizin gewesen und gerade Holunderblütentee ist als Mittel gegen Erkältungen besonders beliebt. Im Gegensatz zu vielen anderen Heilkräuter-Tees schmeckt Holunderblütentee nämlich so gar nicht nach Kranksein.

Tee aus Holunderblüten wirkt vor allem schweißtreibend und fiebersenkend. Gleichzeitig wirkt der Tee gegen festsitzenden Husten und Schnupfen. Früher war man der Ansicht, dass gute Geister im Hollerbusch für die heilenden Wirkungen der Pflanze verantwortlich sind.

Heute wissen wir, dass hier eher Vitamine, Flavonoide und Gerbstoffe am Werk sind. Außerdem zählen ätherische Öle, Schleimstoffe und Kaliumsalze zu den wirksamen Helferlein des Holunderstrauchs. Dabei sind die Flavonoide die wirksamsten Kämpfer gegen Viren und Bakterien.

Sie lindern nicht nur die Symptome der Erkältung, sondern bekämpfen auch die auslösenden Viren und hemmen die Vermehrung weiterer Plagegeister. Da sich die Wirkstoffe des Holunderblütentees schnell verflüchtigen, sollten Sie den Tee immer frisch zubereiten.

Früh genug eingesetzt, kann der Kräutertee den Ausbruch der Erkältung möglicherweise noch verhindern. Was er in den meisten Fällen kann, ist die Beschwerden etwas zu lindern und die Dauer der Erkrankung zu verringern. Auch Schwangere dürfen den Tee aus Holunderblüten bedenkenlos trinken.

Übergießen Sie zwei gehäufte Teelöffel getrocknete Holunderblüten aus der Apotheke mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lassen dies vor dem Abseihen zehn Minuten ziehen. Zur Vorbeugung in der Erkältungszeit ein- bis zweimal täglich eine Tasse frisch zubereiteten Tee trinken.

Bei akutem Schnupfen dürfen Sie die Dosis auf drei bis vier Tassen am Tag erhöhen. Trinken Sie als Schwitzkur im Rahmen einer fiebrigen Erkältung auch eine Tasse direkt vor dem Schlafengehen.

Diese Tasse sollten Sie allerdings etwa zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, um die schweißtreibende Wirkung des Holunderblütentees zu verstärken. Bei Rheuma wird eine Holunderblüten-Tee-Kur empfohlen, bei der Sie drei Wochen lang täglich eine Tasse Tee trinken sollten.

Holunder-Erkältungstrunk

So bereiten Sie sich schnell einen Gewürztrank aus heißem Holundersaft, wenn Sie durchgefroren oder sogar durchnässt von draußen hereinkommen:

  • Erhitzen Sie einen Viertelliter Holunderbeersaft zusammen mit einem Viertelliter Wasser (nicht kochen).
  • Geben Sie zwei Gewürznelken, eine halbe Stange Zimt und drei Kardamomkörner hinzu.
  • Lassen Sie die Gewürze drei Minuten im Saft ziehen.
  • Füllen Sie den heißen Saft in einen Becher oder ein hitzebeständiges Glas, geben Sie einen Teelöffel Honig oder Kandiszucker hinzu.

Trinken Sie den Gewürztrank so heiß wie möglich in kleinen Schlucken. So werden Sie schnell von innen warm und brauchen keine Erkältung zu fürchten.

Holundersuppe

Das brauchen Sie:

  • 1/2 l Wasser
  • 300 g Holunderbeeren
  • 50 g Honig
  • Saft einer unbehandelten Zitrone

Pürieren Sie die Zutaten im Mixer, lassen Sie sie in einem Topf kurz aufkochen und passieren Sie sie anschließend durch ein Sieb. Mit steif geschlagener Sahne warm servieren.

Holundermus

Dazu brauchen Sie:

  • 500 g säuerliche Äpfel
  • 2 kg Holunderbeeren
  • 1,3 kg Fruchtzucker
  • Saft einer unbehandelten Zitrone
  • 1 TL frischen und ganz fein gehackten Ingwer

So geht’s:

  1. Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen und die Äpfel klein schneiden.
  2. Beeren mit Äpfeln und Zucker vermischen und über Nacht im Kühlschrank stehen lassen.
  3. Apfelschalen, Kerngehäuse und Zitronensaft mit etwas Wasser in einem Topf weich dünsten, durch ein Sieb passieren und zu den Früchten geben.
  4. Noch eine Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
  5. Etwa 30 Minuten mit dem Ingwer einkochen lassen, in Gläser füllen und kühl aufbewahren.

Schmeckt prima zu Pfannkuchen, zu frischem Vanillepudding und Walnusseis.

Holundersalbe

So bereiten Sie eine kühlende und heilende Holundersalbe zu: Erhitzen Sie drei Teile frische Holunderblätter mit sechs Teilen geschmolzener Vaseline. Wenn die Blätter spröde sind, fischen Sie diese wieder heraus.

Eine Holundersalbe können Sie auch mit anderen Heilkräutern zusammen herstellen:

  • 200 g frische Holunderblätter
  • 100 g frische Breitwegerich-Blätter
  • 50 g Gundelrebe
  • 100 g frischer Wermut

Alle Kräuter werden klein geschnittenen und in 1.500 g Vaseline erhitzt. Danach wie oben beschrieben weiter verfahren. Geben Sie die Salbe in mehrere kleine Töpfe und verschließen Sie diese gut. Einen angebrochenen Tiegel sollten Sie zügig verbrauchen und bis dahin im Kühlschrank aufbewahren.

Holunderblütensirup gegen Husten

Legen Sie zwei Handvoll getrocknete Holunderblüten mindestens acht Stunden lang in einem Liter abgekochtem Wasser mit 50 ml Zitronensaft und 1 kg braunen Zucker ein und kochen Sie den Ansatz anschließend kurz auf.

Pressen Sie den Sirup durch ein Tuch in dunkle Schraubgefäße und bewahren Sie ihn kühl auf. Nehmen Sie bei trockenem Husten dreimal täglich einen Esslöffel davon ein.