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Bitterstoffe aktivieren die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse hat zwei wichtige Aufgaben: Sie produziert die Hormone zur Regulierung des Blutzuckerspiegels (Insulin und Glukagon) und die Enzyme für die Verdauung der Nahrung.

Ihre Hormone gibt die Drüse dabei ins Blut ab, die Verdauungsenzyme gelangen über einen feinen Gang mit dem Bauchspeichel in den Zwölffingerdarm. Pro Tag bildet die wichtigste Verdauungsdrüse des Körpers etwa zwei Liter von diesem Verdauungssaft.

Er enthält die Enzyme für die Aufspaltung aller Nahrungsbestandteile.

Die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate werden bereits im Mund durch die Amylasen im Speichel vorverdaut, die Aufspaltung der Nahrungs-Eiweiße beginnt im Magen durch die Magensäure.

Im oberen Dünndarm findet der erste Verdauungsschritt der Fette statt, indem sie durch die Gallenflüssigkeit emulgiert werden.

Die so vorverdauten Nahrungsbestandteile müssen anschließend durch die Pankreas-Enzyme in ihre kleinsten Bestandteile zerlegt werden, damit sie im Dünndarm resorbiert und ans Blut abgegeben werden können.

Wie entsteht eine Pankreatitis?

Bei 20 Prozent der Patienten mit einer chronischen Pankreatitis und 10 bis 25 Prozent der Fälle mit der akuten Krankheitsform findet sich keine offensichtliche Ursache. Zu den bekannten Ursachen gehören dagegen:

  • langjähriger Alkoholmissbrauch: 70 Prozent der Fälle von chronischer Pankreatitis und 35 Prozent der akuten Fälle sind mit übermäßigem Alkoholkonsum verbunden.
  • Gallensteine: 30 bis 50 Prozent aller akuten Erkrankungen sind auf Gallensteine zurückzuführen. Letztere blockieren den Ausführgang der Bauchspeicheldrüse und damit den Ausfluss der Pankreasenzyme in den Zwölffingerdarm. Die Verdauungsenzyme aktivieren sich in der Bauchspeicheldrüse und greifen gesundes Gewebe an, anstatt die Nahrung im Darm zu zersetzen.

Eine Reihe seltenerer Faktoren trägt ebenfalls zu einer Pankreatitis bei. Zu den beeinflussbaren Faktoren gehören:

  • erhöhte Mengen an Fett (v. a. Triglyzeride) oder Kalzium im Blut
  • Rauchen, vor allem wenn Sie gleichzeitig Alkohol trinken
  • bestimmte Medikamente einschließlich Blutdruck senkender Mittel aus der Klasse der Thiaziddiuretika, Antibiotika wie Tetrazykline und Sulfonamide und einige Wirkstoffe zur Therapie von Krebs und Autoimmunerkrankungen wie Azathioprin (Colinsan® oder Imurek®)

Was passiert bei einer geschädigten Bauchspeicheldrüse ?

Wenn die Bauchspeicheldrüse „schwächelt“ und zu wenig dieser Enzyme produziert, fehlt der entscheidende Verdauungsschritt, was zu unangenehmen Verdauungsbeschwerden führen kann.

Bei einer leichten Schwäche der Bauchspeicheldrüse können Sie Ihre Enzym-Produktion wirkungsvoll mit Heilpflanzen ankurbeln, die Bitterstoffe enthalten.

Diese Heilpflanzen aktivieren die Enzym-Produktion:

  • Harongarinde
  • Gelber Enzian
  • Tausendgüldenkraut
  • Wermut
  • Angelikawurzel
  • Eberwurz

Fertigpräparate mit bitterstoffhaltigen Heilpflanzen (z. B.  Amara Weleda®, 50 ml ab 10 €; Enziagil®, 50 Kps. ab 8 €; Gastroplant®, 20 ml ab 7,20 €; Infi-tract® V, 100 ml ab 13 €; Abdomilon® N, 500 ml ab 20 €) erhalten Sie ebenso wie Präparate mit Harongarinde ((z. B. Harongan®, 50 ml ab 12 €; Enzym Harongan®, 50 Tbl. ab 12,40 €) in der Apotheke.

Reich an Bitterstoffen sind auch Artischocken und Löwenzahn, aus denen Sie sich nach dem folgenden Rezept einen Tee zubereiten können:

Übergießen Sie je 1 TL getrocknete Artischockenblätter und Löwenzahnblätter (jeweils aus dem Kräuterladen) mit 250 ml kochendem Wasser. Lassen Sie den Ansatz 10 Minuten lang ziehen und trinken Sie den abgeseihten Tee nach dem Essen.

Körperliches Training reduziert Pankreaskrebsrisiko

Als Übergewichtiger senken Sie mit eineinhalb Stunden körperlicher Bewegung in der Woche Ihr Risiko für Pankreaskrebs. Das besagt eine im Journal of the American Medical Association veröffentlichte Studie vom 22. August 2001.

Die Autoren des Berichtes analysierten zwei große Studien. Sie wollten herausfinden, inwiefern Körperbau und körperliche Aktivität das Pankreaskrebsrisiko beeinflussen.

Sie zeigten in ihrer Studie, dass als fettleibig eingestufte Menschen ein um 72 Prozent höheres Risiko für Pankreakrebs aufwiesen als Normalgewichtige.

Wiederum fiel das Risiko der aktiven fettleibigen oder übergewichtigen Studienteilnehmer geringer aus als das der weniger Aktiven.

So zeigten fettleibige Menschen, die eineinhalb Stunden pro Woche gehen oder Fahrrad fahren, ein um 50 Prozent niedrigeres Risiko als die Überwichtigen, die wenig oder keinen Sport betrieben. Körperliches Training beeinflusste bei Normalgewichtigen das Pankreaskrebsrisiko nicht.

Wenn die Krankheit chronisch wird

Eine bestehende Entzündung Ihrer Bauchspeicheldrüse kann das Organ und die umgebenden Gewebe zerstören, auch wenn Jahre vergehen, bevor die ersten Symptome auftreten.

Im Frühstadium der chronischen Pankreatitis erleben Sie möglicherweise leichte bis schwere Attacken, die den akuten Formen ähnlich sind.

Die Schmerzen einer Attacke können scharf sein und einige Stunden anhalten, oder sie sind dumpf und dauern über Wochen – oder sogar Jahre. Selten verspüren Menschen mit einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse keinerlei Unwohlsein.

Eine laufende Schädigung der Enzym produzierenden Gewebe bei der chronischen Krankheitsform führt zu schlechterer Nährstoffaufnahme über den Darm (besonders von Fetten), zu Gewichtsverlust und öligem, fauligen Stuhl.

Eine Schädigung oder Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen im Pankreas bedeutet, dass Zucker nicht mehr richtig im Körper verstoffwechselt wird, was häufig zu Diabetes führt.

Eine chronische Pankreatitis kann auch folgende Symptome hervorrufen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fieber
  • Blähungen
  • Gewichtsverlust, selbst bei normalem Appetit und Ernährungsgewohnheiten.
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Alte Kommentare
  • Thorben schrieb am 21.08.2013, 08:26 Uhr

    Wenn man Enzyme einnimmt oder durch die im Artikel aufgeführten Mittel die Bauchspeicheldrüse zu höherer Enzymproduktion anregt, stellt sich mir die Frage: Führt das zu einem Gewöhnungseffekt? Könnte es sein, dass die Bauchspeicheldrüse ihre Produktion herunterfährt, weil ja jetzt von anderer Seite die benötigten Enzyme geliefert werden? Und gerät man so in einen Mechanismus, in dem man ständig und immer mehr Hilfs- und Anregungsmittel zuführen muss, damit die gewünschte Reaktion eintritt?

  • Veronika Winter schrieb am 21.08.2013, 13:07 Uhr

    Hallo, ja, diese Empfehlungen kann ich bestätigen, sie sind wirklich praxistauglich ! Als Diabetiker Typ II hilft mir besondert Wermut-Tee oder einfach das Kraut als Kaugummi "knafeln" und zum Schluß mit Wasser runterspülen ... Tausendgüldenkraut nehme ich 2 Wochen bei akkuten "Beschwerden" ... Liebe Grüße Veronika

  • Kati schrieb am 24.08.2013, 16:19 Uhr

    Hallo, mit großem Interesse habe ich diesen Beitrag gelesen! Seit 29 Jahren habe ich schon keine Gallenblase mehr. Das was in diesem Artikel steht erfahre ich zum 1. mal!! Seit 2 Jahren bin ich Diabetiker Typ2 da besteht doch ganz sicher ein Zusammenhang, dem noch niemand richtig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Kein Arzt hat hier einen Hinweis gegeben. Ich werde versuchen, meine Ernährung in Zukunft zu berücksichtigen! Vielen Dank für die Info! Gibt es von den o. g. Mitteln auch welche auf Rezept, oder ist das "mein Problem?" MfG kati