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Hafer – Das gesunde und leckere Korn

Als gesundes Nahrungsmittel wohlbekannt, entfaltet der Hafer (Aventa sativa) als Korn und als Kraut erstaunliche Heilkräfte. Seine Nährstoffe sorgen dabei ein Leben lang für kräftige Knochen, Zähne und ein widerstandsfähiges Nervensystem. Frauen sollten sich aufgrund der Wirkung und der Inhaltsstoffe spätestens ab 40 Jahren an den Vollkornhafer erinnern und seine Flocken für ihr Frühstücksmüsli verwenden.

Hafer ist ein besonders wertvolles Getreide, denn er liefert mehr Eiweiß, Kalzium und B-Vitamine als andere Arten. Er enthält reichlich ungesättigte Fettsäuren, dazu viele Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Zink oder Mangan. Hafer ist auch reich an Ballaststoffen und ist ein richtiger Sattmacher. Leider findet sich das wertvolle Getreide aber nur selten auf unserem Speiseplan. Der Grund ist einfach: Hafermehl eignet sich nur bedingt zum Backen, da es wenig von dem Klebereiweiß Gluten enthält. Meist kommt das Getreide bei uns in Form von Haferflocken auf den Tisch.

Haferkorn - Nahaufnahme© petrabarz – Fotolia

Gesundheitliche Vorteile des Getreides

Der gesunde und ballaststoffreiche Hafer gedeiht in einer Rispe und nicht wie andere Getreidesorten in einer Ähre. Schon seit Jahrhunderten ist er in Europa ein Grundnahrungsmittel. Besonders beliebt war er bei den Germanen, darum wurden sie auch von den Römern abwertend als „Haferfresser“ bezeichnet. Heutzutage wird Hafer insbesondere als Tiernahrung eingesetzt, Menschen ist er häufig in Form der Haferflocken geläufig.

Hafer hat eine echt starke und vielseitige Heilwirkung. Er hat viele leicht verdauliche Kohlenhydrate, sodass er ein schneller Energielieferant ist, aber trotzdem leicht verdaulich. Er ist reich an Mineralien, dazu gehören allem voran Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Kieselsäure. Außerdem enthält Hafer acht essentielle Aminosäuren. Besonders reichhaltig ist er an den B-Vitaminen, Folsäure, Vitamin E sowie Carotinoide und Biotin. Die im Hafer enthaltenen Schleimstoffe quellen in Berührung mit Wasser auf. Daher sind besonders hilfreich für den Verdauungstrakt. Hier legen die Schleimstoffe einen schützenden Film über die angegriffenen Magenschleimhäute.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe

Haferkorn:

  • Stärke
  • Alkaloide
  • Saponine
  • Flavonoide
  • Phytosterine
  • Proteine
  • Mineralstoffe (Kalzium, Magnesium, Silicium, Kalium, Eisen, Phosphor, Zink, Mangan)

grüner Hafer (Kraut):

  • Silikate
  • Flavonoide, Saponine, Pektine
  • Mineralstoffe

Das Beste aus dem vollen Korn

Bei der Herstellung von Haferflocken wird das geschälte und gedörrte Korn platt gewalzt: Für kernige Flocken das ganze Korn, für „Zarte“ das gebrochene und für lösliche Flocken das Mehl. Alle drei Varianten besitzen die Nährstoffe aus dem vollen Korn. Das heißt auch, sie liefern viele Ballaststoffe. Die unverdaulichen Pflanzenstoffe unterstützen Ihre Gesundheit auf vielfältige Weise. Sie fördern die Verdauung und schützen vor Verstopfungen. Darüber hinaus sättigen sie gut und beugen so Übergewicht vor.

Ballaststoffe verringern aber auch Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck sowie Diabetes und sie wirken sich günstig auf den Cholesterinspiegel aus. Ein klassisches Hausmittel ist der Haferschleimbrei bei verdorbenem Magen. Seine Inhaltsstoffe bilden eine gelartige Schutzschicht und helfen der entzündeten Magen-Darm-Schleimhaut. Es gibt also viele Gründe, die für den Genuss des traditionsreichen Getreides sprechen.

Wirkung des Hafers

Der Hafer ist mit seiner heilenden Wirkung ein echtes Allround-Talent. Als Energielieferant hilft er, bei allgemeiner körperlicher Schwäche wieder fit zu werden. Außerdem kann er dank seinem hohen B1- und B6-Gehalt stimmungsaufhellend und positiv auf ein angespanntes Nervenkostüm wirken. Haferkraut-Tee kann beispielsweise die Entzugserscheinungen nach dem Absetzen von Beruhigungsmitteln oder Antidepressiva lindern.

Bei Blutarmut und Eisenmangel kann Hafer auch Abhilfe schaffen, denn er ist ein super Eisenlieferant. Eine reguläre Einnahme von Haferprodukten ist also für Vegetarier empfehlenswert. Diabetiker profitieren ebenfalls von einem regelmäßigen Hafer-Genuss. Auch für äußere Anwendungen ist er geeignet. Das enthaltene Biotin sorgt für gesundes Haar und feste Nägel. Das Zink im er wirkt entzündungshemmend und unterstützt eine reine, schöne Haut.

Hafer Müsli© Rasulov – adobe

Zusammenfassend hilft Hafer bei folgenden Beschwerden

Die richtige Anwendung

Bei Magenschmerzen und Verdauungsproblemen helfen Haferflocken und Haferflockensuppen, gekochter Haferschleim oder Haferbrei. Auch bei Sodbrennen kann dies eine lindernde Wirkung herbeiführen. Bei dem Verzehr von Haferflocken muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Auch ein Tee aus einem Esslöffel frischen, kleingeschnittenen oder getrockneten grünen Hafer aus dem Reformhaus oder der Apotheke wirkt innerlich. Für äußerliche Anwendung kann ein wohltuendes Bad mit Haferstroh genommen werden. Dafür stellt man einen Sud aus 100 Gramm getrockneten Haferstroh (vom Bauern) her, indem dieses 20 Minuten in 3 Litern Wasser ausgekocht und abgeseiht wird. Den Sud können Sie zum Badewasser geben. Für ein Sitzbad genügen auch 20 bis 50 Gramm Haferstroh.

So einfach bringen Sie mehr Hafer auf den Tisch

  • In Müsli stellen bis auf wenige Ausnahmen Haferflocken den Hauptbestandteil dar. Gemischt mit Milch oder Joghurt und Obst sind sie ein gesunder Start in den Tag.
  • Als Porridge lieben die Engländer den Hafer. Servieren Sie den Brei mit etwas Salz, Joghurt oder frischem Obst.
  • Hafermehl kann bis zu ein Drittel Weizenmehl beim Backen von Kuchen oder Gebäck ersetzen.
  • Mit Haferflocken werten Sie leicht Aufläufe oder Frikadellen auf. Sie eignen sich auch zur Zubereitung von Panaden.
  • Hafergrütze können Sie wie ein Risotto zubereiten.

Rezept für Porridge

Haferflocken sind genau die richtige Wahl für einen gesunden Start in Ihren Tag. Machen Sie es wie die Engländer: Genießen Sie Porridge (Haferbrei) zum Frühstück. Die Zubereitung gelingt Ihnen garantiert. Pro Portion brauchen Sie 50 g Haferflocken, 150 ml Milch oder Wasser, etwas Zucker oder Honig sowie eine Prise Salz.

  • Kochen Sie die Haferflocken in Milch oder Wasser auf.
  • Lassen Sie die Haferflocken bei kleiner Hitze 15 bis 20 Minuten ausquellen. Rühren Sie den Brei dabei ab und zu durch.
  • Schmecken Sie den Brei mit etwas Zucker oder Honig und einer Prise Salz ab.

Servieren Sie den Brei mit etwas Joghurt oder frischem Obst. Genießen Sie Porridge in der kalten Jahreszeit warm. Der Haferbrei der Engländer entwickelt sich gerade zu einem neuen Trend. Das entgeht auch der Lebensmittelindustrie nicht. Einige Hersteller bieten Ihnen inzwischen Instant-Porridge in verschiedenen Geschmacksrichtungen an. Aber Vorsicht: Der Blick auf das Zutatenverzeichnis zeigt, dass diese Fertigprodukte oft erhebliche Mengen an Zucker enthalten.

Hafer ist auch besonders gesund für Frauen

Oft kann man lesen, dass der Hafer vor allem für Frauen sehr wichtig ist. Und das hat auch seinen Grund: Hafer kann bei der Behandlung von klassischen Frauenproblemen durchaus positiv wirken und entsprechende Beschwerden lindern. Er fördert die Produktion der Sexualhormone und ist deshalb geeignet, Wechseljahrsbeschwerden und als Nerventonikum den damit verbundenen Stress zu mindern. Sie sollte auch von Frauen mit Prämenstruellem Syndrom (PMS) oder ausbleibender Regel (Amenorrhö) versucht werden.

Hafer kräftigt die Gebärmuttermuskulatur, was natürlich in der Schwangerschaft besonders wichtig ist, und er kann dazu verhelfen, überhaupt erst schwanger zu werden. Müttern im Kindbett hilft er über Wochenbettdepression hinweg. Als Aufguss (kurmäßig) vermag er einen hohen Blutdruck zu senken, Fettsucht und Wassereinlagerungen zu bekämpfen. Bei Venenleiden und Krampfadern empfehlen sich kalte Kompressen mit Hafertee, bei Hämorrhoiden Sitzbäder mit einem Absud von Haferstroh als Beigabe.

Hafer© Yeko-Photo-Studio – adobe

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