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Ginko biloba: Wirkungen und Nebenwirkungen des Lebensbaums

Vor fast 300 Millionen Jahren reckten Ginkgo-Bäume erstmals ihre Zweige in den Himmel. Der Baum hat sich wegen seiner Zählebigkeit den Namen „Lebens- oder Wunderbaum“ erworben. Ein Ginkgo kann älter werden als die meisten anderen Pflanzen: Es gibt bis zu 4.000 Jahre alte Exemplare. Seine Blättchen sind als Glücksamulett beliebt. Sie sind zartgrün und wie ein zweigeteilter Fächer geformt. Man sagt heute, der Extrakt aus den Blättern sei von allen Heilpflanzen wissenschaftlich mit am besten untersucht.

Ginkgo ist eine Pflanze, die schon über Jahrtausende hinweg als Heilpflanze verwendet wird. Gerade in der chinesischen Medizin hat sie einen festen Platz und dient dort als Mittel gegen die unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Verantwortlich dafür sind unter anderem Ginkgolide, Terpenlactone und Flavonoide. Sie alle sind Pflanzenstoffe, wirken aber auf unseren Körper: Sie regen die Durchblutung an, besonders stark die im Gehirn. Zudem schützen sie vor freien Radikalen, die die Zellen schädigen.

Ginkgoblätter© Marina Lohrbach – Fotolia

Das kann die gesunde Heilpflanze

Die Kommission E, die im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums Pflanzenpräparate bewertet, ist schon vor Jahren zu einer positiven Bewertung von Ginkgo gekommen; allerdings nur bei bestimmten Indikationen, die generell vor allem im Zusammenhang mit einer besseren Durchblutung stehen. Dem beliebten und bewährten Heilmittel Ginkgoblätterextrakt werden folgende Wirkungen  zugesprochen:

  • Erweiterung der Blutgefäße
  • erleichterter Sauerstofftransport im Blut
  • Förderung der Durchblutung
  • antioxidative Wirkung
  • berbesserte Gedächtnisleistung,
  • Verhinderung des Abbaus von Nervenzellen
  • Stärkung von Konzentration und Merkfähigkeit im Alter
  • erhöhte Ausschüttung von Dopamin im Gehirn

Der Grund für die positiven Wirkungen wird in der hohen Konzentration an Flavonoiden und Terpenoiden vermutet. Flavonoide gelten als gefäßschützend und Terpenoide sollen eine schützende Wirkung auf die Mitochondrien (Kraftwerke der Körperzellen) haben.

Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit nicht aufzuhalten

Als rezeptfreies, aber erstattungsfähiges Arzneimittel für die symptomatische Behandlung von hirnorganischen Leistungsstörungen werden Gingkoblattextrakte auch in Deutschland in der Apotheke verkauft, insbesondere der standardisierte Extrakt EGb 761. Man hatte gehofft, dass nicht nur bereits Erkrankte, sondern auch schon ältere Gesunde von der Einnahme des Ginkgoblattextrakt profitieren würden. Amerikanischen Forschern zufolge sollen Ginkgo-Präparate jedoch im Hinblick auf die Verbesserung von Alterserscheinungen des Gehirns überschätzt worden sein.

Die Wissenschaftler untersuchten etwa 3.000 Testpersonen im Alter zwischen 72 und 96 über einen Zeitraum von sechs Jahren hinweg. Die Hälfte der Teilnehmer versuchte, sich mit Ginkgo-Präparaten fit zu halten. Die andere Hälfte nahm ein wirkungsloses Scheinpräparat (Placebo) ein. Tests zeigten jedoch keinen Unterschied in der geistigen Leistungsfähigkeit der Testpersonen. Weder verbesserte sich deren Allgemeinbefinden noch wirkten sich die Ginkgo-Präparate positiv auf ihre Hirnleistung aus. Das war die bislang größte Untersuchung zu diesem Thema.

Ginkgo hilft bei Durchblutungsstörungen

Ginkgo hilft nachgewiesenermaßen bei Durchblutungsstörungen, da er die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Ihre Ohren und Augen profitieren davon, weil Sie sich mit einem Ginkgo-Präparat besser auf Umweltreize einstellen können. Die Aktivität Ihres Gehirns wird gesteigert und Reize werden schneller weitergeleitet. Bei demenzkranken Menschen kann, wie mit den anderen Medikamenten, die für Demenzkranke eingesetzt werden, eine leichte Verzögerung des geistigen Verfalls erreicht werden, wobei Ginkgoblattextrakt wesentlich nebenwirkungsärmer ist.

Um Gingko-Tee sollten Sie einen Bogen machen

Ein Problem stellt zudem offenbar der beliebte Gingko-Tee dar. Denn er enthält die Ginkgolsäuren, die sich im Gingkoblatt befinden. Diese Säuren sind zwar im Tee nur schwer wasserlöslich, doch können sie unter Umständen Allergien und Nervenzellschäden auslösen. Aus diesem Grund werden bei der Herstellung von Fertigpräparaten aus Ginkgo diese Wirkstoffe vorher entzogen. Das gilt allerdings nur für Präparate, die in Apotheken erhältlich sind. Bei verschiedenen Untersuchungen kam heraus, dass alle Gingko-Produkte aus Drogeriemärkten und dergleichen falsch dosiert waren.

Ginkgo-Tee© monropic – Fotolia

Insbesondere die Tees enthielten fast immer zu viel Gingkolsäuren. Teilweise waren es über 80 Prozent der offiziell erlaubten Menge. Ginkgo-Tee ist generell unwirksam, da die gesundheitlich wichtigen Inhaltsstoffe wasserunlöslich sind und deshalb über Tee nicht aufgenommen werden können. Fazit: Auf Gingko-Tee sollten Sie besser verzichten.

Ginkgo: Wirksam oder nicht?

Schon lange Zeit wurde behauptet, dass ein Ginkgo-Extrakt bei Demenz und Gedächtnisproblemen helfen kann. Und genauso lange war dies umstritten, denn es gab völlig unterschiedliche Studienergebnisse zu diesem Thema. Das hat Ginkgo mit allen Naturheilmitteln gemeinsam: Ihre Wirksamkeit ist sehr schwer zu belegen. Grund dafür sind unter anderem ein schwankender Wirkstoffgehalt im Naturmittel sowie wechselnde Dosierungen. Nun hat eine neue Übersichtsstudie gezeigt: Ja, es ist möglich, dass ein Ginkgo-Extrakt Ihr Gehirn schützt. Allerdings müssen dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Wissenschaftler der Wenzhou Medical University in Wenzhou haben nun erneut alle Studien angeschaut, die es zum Thema Ginkgo gibt. Aus diesen mehr als 200 Untersuchungen haben sie dann zehn ausgewählt, die sie für qualitativ gut hielten und die auch sonst ihren wissenschaftlichen Maßstäben entsprachen. In allen Studien ging es um den Vergleich der Wirkung von Ginkgo und Placebo-Präparaten. Zwei der Studien befassten sich zudem mit der präventiven Wirkung aufs Gehirn, die anderen mit der Frage, ob es bei schon bestehenden Problemen mit der Denkleistung zu einer Linderung bzw. Verbesserung kommen kann.

Milde Stadien lassen sich behandeln

Als die Forscher die Studien verglichen, fanden sie Folgendes heraus: Ginkgo kann in der Tat helfen, wenn Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz oder milde kognitive Störungen vorliegen. Die Bedingung hierbei: Die Gehirnstörungen liegen noch in einem milden Stadium vor. Nebenwirkungen gab es bei der Behandlung mit Ginkgo-Extrakt nicht viele, sie waren nicht größer und nicht gravierender als die, die bei der Verwendung eines Placebos auftraten.

Nicht jedes Präparat hilft

Wenn die Gehirnerkrankungen dagegen schon weiter fortgeschritten waren, dann konnten die Forscher keinerlei Wirkung des Pflanzenextrakts mehr feststellen. Es gab dann keine Wirkungen, von denen die Patienten profitieren konnten.

Hinzu kommt: Entscheidend ist die richtige Dosierung des Ginkgo-Extrakts. Die Forscher fanden heraus, dass vergleichsweise hohe Dosen nötig sind: Täglich müssen rund 240 mg des Extrakts eingenommen werden. Auch darf dieser nicht irgendein Extrakt sein. Vielmehr konnte die Wirksamkeit nur für bestimmte Ginkgo-Präparate nachgewiesen werden: Es musste der standardisierte Extrakt EgB761 enthalten sein. Vorbeugend, das sagen die Wissenschaftler darüber hinaus, wissen sie nicht, ob der Extrakt hilft. Darüber machen die Studien keine eindeutigen Aussagen.

Mit dem Alter verändert sich Ihr Gehirn

Die Menschen werden immer älter und insofern treten auch so manche Alterskrankheiten stärker in Erscheinung als in früheren Zeiten. Das Gehirn unterliegt ebenfalls altersgemäßen Veränderungen. Viele Menschen werden etwas vergesslicher und haben Schwierigkeiten, sich etwas zu merken. Das ist in den meisten Fällen zwar völlig normal, jedoch fürchten sie logischerweise, an einer Demenz beziehungsweise an Alzheimer zu erkranken. Ihnen wird zumeist zu einem Ginkgo-Präparat geraten; sowohl in der Apotheke als auch vom Hausarzt. Dazu haben Sie eine Flut von Auswahlmöglichkeiten (zum Beispiel Tebonin®).

Sie müssen Gingko-Präparate heute in aller Regel aus eigener Tasche bezahlen. Die Kosten dafür werden nur bei nachgewiesener Demenz und ärztlicher Verordnung erstattet. Es gibt allerdings auch noch andere wirksame Möglichkeiten, Ihren Kopf auf Trab zu halten: Bleiben Sie aktiv und schicken Sie Ihr Gehirn nicht zu früh in Rente. Pflegen Sie Ihre Familie und Ihren Freundeskreis. Bleiben Sie unternehmungslustig und an allem interessiert.

Ginkgo-Extrakt verhindert die Bildung von Plaques

Ein Extrakt aus Ginkgo biloba verhindert die schädliche Oxidation von LDL-Cholesterin (schlechtes Cholesterin) im Blut und beugt so den gefährlichen arteriosklerotischen Plaques an den Gefäßwänden vor. Dieser Schutzeffekt ist bereits nach zweimonatiger Einnahme des Heilpflanzenextrakt nachweisbar. Das belegt eine Pilotstudie unter Leitung von Professor Günter Siegel an der Charité in Berlin. Neun Patienten mit hochgradigen Verengungen der Herzkranzgefäße erhielten nach einer Bypass-Operation zusätzlich zur Basistherapie mit ASS, ACE-Hemmern und Betablockern für zwei Monate lang zweimal täglich je 120 mg Ginkgo-Extrakt.

Das überraschende Resultat: Im Vergleich mit dem Befund vor der Behandlung verringerten sich durch die Ginkgo-Therapie die Plaque-Neubildung um 12 Prozent und die Plaque-Größe um 24 Prozent, berichtete Professor Siegel auf einer Fachpressekonferenz im April 2004 in Hamburg. Ginkgo verändere zwar nicht den LDL-Spiegel im Blut, verhindert aber die gefährliche LDL-Oxidation durch freie Radikale, die direkt zur Bildung von arteriosklerotischen Plaques führt. Der Extrakt selbst wirke als Radikalfänger und erhöhe außerdem die Konzentration von Enzymen. Diese unterdrücken die Bildung freier Radikale, erläuterte der Physiologe. Weil der Pflanzenauszug gut verträglich ist, spreche auch nichts gegen eine langfristige Einnahme unter ärztlicher Aufsicht.

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