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Ginko - wie wirksam ist er?

Vor fast 300 Millionen Jahren reckten Ginkgo-Bäume erstmals ihre Zweige in den Himmel. Der Baum hat sich wegen seiner Zählebigkeit den Namen „Lebens- oder Wunderbaum“ erworben. Denn ein Ginkgo kann älter werden als die meisten anderen Pflanzen – es gibt bis zu 4.000 Jahre alte Exemplare.

Seine Blättchen sind als Glücksamulett beliebt. Sie sind zartgrün und wie ein zweigeteilter Fächer geformt. Man sagt heute, der Extrakt aus den Blättern sei von allen Heilpflanzen wissenschaftlich mit am besten untersucht. Seine Heilwirkung wurde schon vor Jahren offiziell bestätigt.

Die Kommission E, die im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums Pflanzenpräparate bewertet, ist schon vor Jahren zu einer positiven Bewertung von Ginkgo gekommen – allerdings nur bei bestimmten Indikationen, die generell vor allem im Zusammenhang mit einer besseren Durchblutung stehen.

Dem beliebten und bewährten Heilmittel Ginkgoblätterextrakt werden etliche von Wirkungen zugesprochen. Das Heilmittel:

  • erweitert die Blutgefäße,
  • erleichtert den Sauerstofftransport im Blut,
  • fördert die Durchblutung,
  • wirkt antioxidativ,
  • verbessert die Gedächtnisleistung,
  • verhindert den Abbau von Nervenzellen,
  • stärkt Konzentration und Merkfähigkeit  im Alter,
  • erhöht die Ausschüttung von Dopamin im Gehirn.

Der Grund für die positiven Wirkungen wird in der hohen Konzentration an Flavonoiden und Terpenoiden vermutet. Flavonoide gelten als gefäßschützend, und Terpenoide sollen eine schützende Wirkung auf die Mitochondrien – die Kraftwerke der Körperzellen – haben.

Der Verlust Ihrer geistigen Leistungsfähigkeit kann nicht aufgehalten werden

Als rezeptfreies, aber erstattungsfähiges Arzneimittel für die symptomatische Behandlung von hirnorganischen Leistungsstörungen werden Gingkoblattextrakte auch in Deutschland in der Apotheke verkauft, insbesondere der standardisierte Extrakt EGb 761.

Man hatte gehofft, dass nicht nur bereits Erkrankte, sondern auch schon ältere Gesunde von der Einnahme des Ginkgoblattextrakt profitieren würden. Amerikanischen Forschern zufolge sollen Ginkgo-Präparate jedoch im Hinblick auf die Verbesserung von Alterserscheinungen des Gehirns überschätzt worden sein.

Die Wissenschaftler untersuchten etwa 3.000 Testpersonen im Alter zwischen 72 und 96 über einen Zeitraum von sechs Jahren hinweg. Die Hälfte der Teilnehmer versuchte, sich mit Ginkgo-Präparaten fit zu halten. Die andere Hälfte nahm ein wirkungsloses Scheinpräparat (Placebo) ein.

Tests zeigten jedoch keinen Unterschied in der geistigen Leistungsfähigkeit der Testpersonen. Weder verbesserte sich deren Allgemeinbefinden noch wirkten sich die Ginkgo-Präparate positiv auf ihre Hirnleistung aus. Das war die bislang größte Untersuchung zu diesem Thema.

Gingko schützt Ihr Herz

Bereits vor gut einem Jahr hatte eine ähnliche Studie gezeigt, dass Ginkgo-Präparate nicht vor Demenz und Alzheimer schützen. Das offizielle deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kam 2008 zu folgendem wachsweichen Schluss:

Es bestehe zwar ein Nutzen, aber dieser sei „vielfältig und ein Nutzen von Ginkgo nicht benennbar“. Das IQWiG hatte sieben Studien untersucht, davon waren sechs von einem der Hersteller finanziert worden. Eine Studie der Berliner Charité wies dagegen einen Herzschutz nach.

Es stehen zudem auch nicht alle Indikationen für Ginkgo auf dem Prüfstand, speziell die von der Kommission E empfohlenen, sondern lediglich die Frage, inwieweit der Ginkgo-Extrakt Ihr Gehirn wieder auf Vordermann zu bringen vermag und Demenz verhindern kann.

Ginkgo hilft bei Durchblutungsstörungen

Ginkgo hilft nachgewiesenermaßen bei Durchblutungsstörungen, da er die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Ihre Ohren und Augen profitieren davon, weil Sie sich mit einem Ginkgo- Präparat besser auf Umweltreize einstellen können. Die Aktivität Ihres Gehirns wird gesteigert, und Reize werden schneller weitergeleitet.

Bei demenzkranken Menschen kann, wie mit den anderen Medikamenten, die für Demenzkranke eingesetzt werden, eine leichte Verzögerung des geistigen Verfalls erreicht werden, wobei Ginkgoblattextrakt wesentlich nebenwirkungsärmer ist.

Um Gingko-Tee sollten Sie einen Bogen machen

Ein Problem stellt zudem offenbar der beliebte Gingko-Tee dar. Denn er enthält die so genannten Ginkgolsäuren, die sich im Gingkoblatt befinden. Diese Säuren sind zwar im Tee nur schwer wasserlöslich, doch können sie unter Umständen Allergien und Nervenzellschäden auslösen.

Aus diesem Grund werden bei der Herstellung von Fertigpräparaten aus Ginkgo diese Wirkstoffe vorher entzogen. Das gilt allerdings nur für Präparate, die in Apotheken erhältlich sind. Bei verschiedenen Untersuchungen kam heraus, dass alle Gingko-Produkte aus Drogeriemärkten und dergleichen falsch dosiert waren.

Insbesondere die Tees enthielten fast immer zu viel Gingkolsäuren. Teilweise waren es über 80 Prozent der offiziell erlaubten Menge. Ginkgo-Tee ist generell unwirksam, da die gesundheitlich wichtigen Inhaltsstoffe wasserunlöslich sind und deshalb über Tee gar nicht aufgenommen werden können.

Fazit: Auf Gingko-Tee sollten Sie besser verzichten.

Mit dem Alter verändert sich Ihr Gehirn

Die Menschen werden immer älter, und insofern treten auch so manche Alterskrankheiten stärker in Erscheinung als in früheren Zeiten. Das Gehirn unterliegt ebenfalls altersgemäßen Veränderungen. Viele Menschen werden etwas vergesslicher und haben Schwierigkeiten, sich etwas zu merken.

Das ist in den meisten Fällen zwar völlig normal, jedoch fürchten sie logischerweise, an einer Demenz beziehungsweise an Alzheimer zu erkranken. Ihnen wird zumeist zu einem Ginkgo-Präparat geraten – sowohl in der Apotheke als auch vom Hausarzt.

Dazu haben Sie eine Flut von Auswahlmöglichkeiten (zum Beispiel Tebonin®). Wenn Sie sich entschließen, sich einem Gingko-Präparat anzuvertrauen, muss die Dosierung stimmen: Achten Sie darauf, dass Sie rund 200 mg Gingko-Extrakt täglich einnehmen.

Sie müssen Gingko-Präparate heute in aller Regel aus eigener Tasche bezahlen. Die Kosten dafür werden nur bei nachgewiesener Demenz und ärztlicher Verordnung erstattet.

Es gibt allerdings auch noch andere wirksame Möglichkeiten, Ihren Kopf auf Trab zu halten: Bleiben Sie aktiv und schicken Sie Ihr Gehirn nicht zu früh in Rente. Pflegen Sie Ihre Familie und Ihren Freundeskreis. Bleiben Sie unternehmungslustig und an allem interessiert.

Ginkgo-Extrakt verhindert die Bildung von Plaques

Ein Extrakt aus Ginkgo biloba verhindert die schädliche Oxidation von LDL-Cholesterin (schlechtes Cholesterin) im Blut und beugt so den gefährlichen arteriosklerotischen Plaques an den Gefäßwänden vor. Dieser Schutzeffekt ist bereits nach zweimonatiger Einnahme des Heilpflanzenextrakt nachweisbar.

Das belegt eine Pilotstudie unter Leitung von Professor Günter Siegel an der Charité in Berlin. Neun Patienten mit hochgradigen Verengungen der Herzkranzgefäße erhielten nach einer Bypass-Operation zusätzlich zur Basistherapie mit ASS, ACE-Hemmern und Betablockern für zwei Monate lang zweimal täglich je 120 mg Ginkgo-Extrakt.

Das überraschende Resultat: Im Vergleich mit dem Befund vor der Behandlung verringerten sich durch die Ginkgo-Therapie die Plaque-Neubildung um 12 % und die Plaque-Größe um 24 %, berichtete Professor Siegel auf einer Fachpressekonferenz im April 2004 in Hamburg.

Ginkgo verändere zwar nicht den LDL-Spiegel im Blut, verhindert aber die gefährliche LDL-Oxidation durch freie Radikale, die direkt zur Bildung von arteriosklerotischen Plaques führt. Der Extrakt selbst wirke als Radikalfänger und erhöhe außerdem die Konzentration von Enzymen.

Diese unterdrücken die Bildung freier Radikale, erläuterte der Physiologe. Weil der Pflanzenauszug gut verträglich ist, spreche auch nichts gegen eine langfristige Einnahme unter ärztlicher Aufsicht.