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Frauenmantel: Nicht nur bei Frauenbeschwerden die Lösung

Der Frauenmantel (Alchimilla vulgaris) übt eine heilende Wirkung aus und wird in der Medizin sehr geschätzt. Ihren deutschen Namen hat die Heilpflanze bekommen, weil die Form ihrer Blätter angeblich dem Mantel der Jungfrau Maria ähnelt. Früher galt er zudem als das Frauenmittel. Andere gebräuchliche Namen dafür sind:

  • Jungfernmantel,
  • Taukraut,
  • Taubecher,
  • Taumantel,
  • Wundwurz
  • und Perlkraut.

Der bescheidene Frauenmantel wächst fast überall. In seinen weichen, samtigen Blättern, die ein wenig an zusammengewachsene Erdbeerblätter erinnern, sammeln sich am Morgen silbrigglänzende Tautropfen. Deswegen wird er in manchen Regionen auch Taumantel, Taukraut oder Taubecher genannt.

Außerdem ist er ein verlässlicher Wetterprophet: Schon lange bevor Regenwolken aufziehen, zieren feinste Wassertröpfen die Ränder seiner Blätter. Als Heilpflanze dient die Wildform des Frauenmantels, die im Vergleich zur Kulturpflanze (Alchemilla mollis) mit einer Höhe von 10 cm wesentlich kleiner und flacher wächst.

Dafür ist aber der Wirkstoffgehalt der Blätter und Stengel wesentlich höher, was für viele Heilplfanzen gilt, von denen es inzwischen dekorative Gartenzüchtungen gibt. Mit seinen zarten gelblichgrünen Blüten, die als Dolden an den Spitzen der großen Stengel stehen, und seinen samtigfülligen, gelappten Blättern bildet der Frauenmantel heute darüber folglich eine beliebte, dekorative Zutat bunter Frühlings- und Frühsommersträuße.

In dieser Funktion kennen ihn wohl die meisten. So mancher Gartenbesitzer hat ihn als reizvoll füllenden Bodendecker angepflanzt, der von Mai an den Sommer über lange blüht.

Die wichtigsten Inhaltstoffe

  • Gerbstoffe
  • Flavoniode
  • Procyanidine
  • Salicylsäure

Frauenmantel bei typischen Frauenbeschwerden

Auch als Heilpflanze trägt er seinen Namen zu Recht, denn der Frauenmantel übt seine schützende Wirkung insbesondere auf die weiblichen Fortpflanzungsorgane aus. Schon in der antiken Medizin war er zu diesem Zweck in Gebrauch.

Er galt sogar als heilige Pflanze, die den Frauen die Jungfräulichkeit zurückgeben und durch Stillen und Altern erschlaffte Brüste festigen sollte. Im Mittelalter haben die Alchemisten den Tau, der sich in den von den Blättern geformten Kelchen sammelt, aufgefangen und damit ihr „Universalheilmittel“ hergestellt.

So berichtet später ein Kräuterbuch von 1699. Demnach gebrauchten sie für die innere Anwendung Abkochungen aus den Blättern des Frauenmantels gegen Schwindsucht und legten Packungen zur Blutstillung und Wundheilung auf – sogar auf offene Beine.

In der Frauenheilkunde wird der Frauenmantel heute langsam wiederentdeckt: Bei unkompliziertem und wiederkehrendem leichten Ausfluss (Fluor vaginalis) helfen Sitzbäder mit Frauenmanteltee, die anlagebedingte Überproduktion von Vaginalschleim zu verringern.

Während die Kommission E dem Frauenmantel skeptisch gegenüber steht, da die Wirkung durch die wissenschaftliche Literatur nicht ausreichend belegt ist, steht er in der Volksmedizin hoch im Kurs.

Regelmäßig als Tee getrunken, soll Frauenmantel helfen

  • den Zyklus zu regulieren
  • Menstruationsschmerzen zu lindern
  • bei ausbleibender Blutung helfen
  • bei Wechseljahrsbeschwerden
  • zur Vorbereitung auf die Geburt
  • zur Kräftigung nach der Geburt
  • nach Eingriffen an der Gebärmutter
  • bei Verdauungsstörungen
  • bei prämenstruellem Unwohlsein.

Als Spülung oder Badezusatz mindert Frauenmantel Ausfluss, Entzündungen oder Reizungen von Scham und Scheide, als Umschlag oder Waschung hilft das Kraut bei der Wundheilung. Eine Teekompresse tut übermüdeten Augen gut, ein Frauenmantel-Umschlag strafft die Brust während der Stillzeit.

Außerdem soll er das Hautbild verbessern. Bei entzündetem Zahnfleisch und bei Halsweh soll mit dem Tee gegurgelt werden. Auch in der Homöopathie gilt der Frauenmantel als wirksames Mittel gegen alle möglichen Frauenbeschwerden.

Als Bach-Blütenessenz wird das Heilkraut jenen Frauen empfohlen, die größere Nähe zur weiblichen Kraft in sich suchen oder in Zeiten der Veränderung wie den Wechseljahren, die mit Ungewissheit verbunden sind, Schutz suchen. In der medizinischen Astrologie steht der Frauenmantel für klares Denken und weibliche Kreativität.

Wichtig: Bei Fluor immer erst ärztlich abklären lassen, ob nicht eine Infektion vorliegt. Dazu gehört zum Beispiel die Pilzinfektion mit Candida albicans, die mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden muss. Wegen seiner zusammenziehenden Wirkung ist Frauenmanteltee in der Schwangerschaft nicht angezeigt.

Eine Kur mit Frauenmanteltee bringt starke und unregelmäßige Regelblutungen, besonders im Klimakterium, wieder ins Gleichgewicht – und lindert auch die oft damit verbundenen Menstruationsschmerzen.

Weitere Einsatzgebiete des Frauenmantels

Heute wird Frauenmantel v. a. bei Darmbeschwerden empfohlen. Aber er kann noch viel mehr: Pharmakologisch anerkannt ist er heutzutage nur noch als Tee bei leichten unspezifischen Durchfällen, z. B. bei ungewöhnlich feuchtheißem Sommerwetter oder Klimaumstellungen auf Reisen.

Hier verhindert das Zusammenziehen der Darmschleimhaut die übermäßige Abgabe von Wasser und Verdauungsschleim in den Darm – und damit den Durchfall. Frauenmantel wirkt adstringierend, also zusammenziehend, auf die elastischen Fasern der Haut und die feine Muskelschicht der Schleimhäute.

Daher wurde er in der Volksheilkunde als äußerliches Wundheilungsmittel zur Blutstillung und Förderung des Wundverschlusses verwendet. Noch heute werden in der Volksmedizin Umschläge mit der frischen, zerstampften Pflanze aufgelegt auf:

  • Wunden,
  • Geschwüre,
  • Geschwülste
  • und Abszesse .

Davon ist allerdings wegen der Infektionsgefahr für die Selbstbehandlung abzuraten! Anders verhält es sich mit Abkochungen für die äußerliche und Aufgüssen für die innerliche Behandlung, bei der Sterilität (Bakterienfreiheit) nicht erforderlich ist.

Ein Aufguss aus Frauenmantel leistet beispielsweise gute Dienste als Gurgelwasser bei Heiserkeit, und der Aufguss aus den Wurzeln dient der Blutreinigung oder der Linderung von Magen- und Darmbeschwerden.

Äußerlich: Für Sitzbäder geben Sie 20 Esslöffel getrockneten Frauenmantel auf fünf Liter Wasser, über Nacht stehen lassen und am Morgen kurz aufkochen. Danach durch ein Sieb abseihen und erst lauwarm für das Sitzbad verwenden.

Sie können auch in Frauenmantel baden! Das tut gereizter, ekzematöser Haut gut. Geben Sie dafür die 5 Liter Absud (siehe oben) auf eine Badewannenfüllung.

Innerlich: Pro Tasse zwei Teelöffel getrockneten Frauenmantel mit etwa 150 ml siedendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Drei- bis fünfmal täglich eine Tasse trinken. Eine Teekur sollte sechs Wochen nicht überschreiten. Nach einer Pause von sechs Wochen können Sie die Kur allerdings wiederholen.