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Erdbeeren: gesund & vitaminreich

Erdbeeren zählen zur Familie der Rosengewächse. Botaniker kennen über zwanzig verschiedene Arten, die auf der nördlichen Halbkugel beheimatet sind. Die europäische Walderdbeere dient dem Menschen seit der Steinzeit als Nahrungsquelle.

Es ist erwiesen, dass ihre Früchte harntreibend wirken und die Reinigung von Niere und Leber unterstützen. Tee aus den gerbstoffreichen Blättern der Walderdbeere soll gegen Durchfall helfen.

Sie verfügen über einen niedrigen Brennwert, so enthalten 100g Erdbeeren etwa 30 Kilokalorien. Dafür verfügen die roten Früchte über einen hohen Gehalt an Vitamin C, Folsäure und Mangan. Forscher vermuten, dass die sekundären Pflanzenstoffe vorbeugend gegen Krebs und antibakteriell wirken.

Seit jeher hoch geschätzt: die Erdbeere

Bereits im 11. Jahrhundert wies die Heilige Hildegard von Bingen auf den gesundheitlichen Wert der Erdbeere hin. Der bekannte schwedische Botaniker Carl Linné (1707 bis 1778), der ein noch heute gültiges Ordnungssystem für Pflanzen schuf, glaubte, mit riesigen Mengen frischer Erdbeeren seine Gicht kuriert zu haben.

Auch Pfarrer Kneipp schwärmte von der Heilkraft der Erdbeeren und empfahl sie besonders Rekonvaleszenten, die sich schwach und entkräftet fühlen. Er setzte auch auf Erdbeerblätter als Heilmittel: „Die Mutter nimmt Erdbeerblätter, so viel sie heute mit drei bis vier Fingern fassen kann.

Sie schüttet einen viertel Liter siedendes Wasser daran und deckt sie gut zu. Nach 15 Minuten gießt sie den Tee ab und hat einen reinen Erdbeerblättertee. Dann mischt sie daran heiße Milch, etwas Honig und das Tränklein ist fertig. Dieser Tee ist von vorzüglicher Wirkung in Bezug auf unsere Gesundheit.“

Die Eltern der Erdbeere kommen aus Amerika

Der Name der Pflanze führt in die Irre: Aus botanischer Sicht handelt es sich bei den Früchten um keine richtige Beere, sondern eine Scheinfrucht. Während echte Früchte aus verdickten Fruchtblättern bestehen, weisen Erdbeeren einen verdickten und fleischigen Boden der Blüte auf.

Die kleinen gelben Nüsschen gelten als eigentliche Frucht der Erdbeere. Aus diesem Grund zählen Botaniker sie nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelnussfrüchten. Zwar liegt der Gedanke nahe, die europäische Walderdbeere stelle die Wildform der beliebten Gartenerdbeere dar.

Tatsächlich existiert die Gartenerdbeere seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Europäische Gärtner züchteten sie aus der Scharlach- und der Chile-Erdbeere aus Amerika. Zuvor galt die Walderdbeere als bedeutendste Art. Man baute sie seit dem Mittelalter großflächig an.

Der Siegeszug der Gartenerdbeere verdrängte die Walderdbeere größtenteils. Heute erlangte die Gartenerdbeere als Nutzpflanze große Bedeutung. Obstliebhaber schätzen sie wegen ihres saftigen und wohlschmeckenden Fruchtfleischs.

Erdbeeren: Wahre Multitalente

Privathaushalte und Industrie verarbeiten Erdbeeren auf vielfältige Art und Weise. Erdbeermarmelade und Erdbeerkonfitüre zählen zu den häufigsten Verarbeitungsarten.

Frisch geerntet eignet sich die Frucht als Rohkost, als Zutat im Obstsalat oder als Belag auf Kuchen oder Torten. Die Verwendung in Milchspeisen wie Joghurt, Milchshake und Speiseeis ist des Weiteren beliebt.

Köche empfehlen die Frucht mit Stiel und Blättern zu waschen, da eindringendes Wasser den Geschmack beeinträchtigt. Darüber hinaus raten sie zu heimischen Früchten, da importierte Erdbeeren aus Israel oder Ägypten oft hart sind und fad und wässrig schmecken.

Viele Vitamine, wenige Kalorien!

Die Erdbeere genießt einen guten Ruf als Vitaminspender, Schlankmacher und vitalisierender Muntermacher. Die schmackhaften und aromatischen Früchte sind nicht nur eine gute Vitaminquelle, sondern überzeugen auch als Schlankmacher. Erdbeeren enthalten pro Gewichtseinheit mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen.

Mit 150 bis 200 Gramm (nicht einmal eine kleine Schale voll) ist Ihr Tagesbedarf bereits gedeckt. Dabei enthalten vollreife Erdbeeren bis zu 20 Prozent mehr Vitamin C als nicht ganz reif geerntete. Die saftigen Beeren liefern aber auch die B-Vitamine Folsäure und Biotin sowie Vitamin K.

Neben Zink, Kupfer und Mangan enthalten sie wertvolle Polyphenole, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Sie helfen Ihnen beispielsweise dabei, sich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen und Krankheitskeime abzutöten. Wenn Sie auf Ihre Figur achten, können Sie Erdbeeren mit gutem Gewissen genießen. In den roten Beeren stecken pro 100 Gramm nur 35 kcal.

Erdbeerbättertee gegen Darmbeschwerden

Noch heute wird Erdbeerblättertee bei Magen- und Darmstörungen sowie bei leichten Durchfällen empfohlen. Hier ist ein modernes Rezept für Sie:

  • 20 g Erdbeerblätter
  • 10 g Himbeerblätter
  • 10 g Brombeerblätter
  • 10 g Pfefferminze

Von dieser Mischung (die Blätter können Sie all in der Apotheke kaufen) setzen Sie zwei schwach gehäufte Esslöffel mit 500 ml kaltem Wasser an, bringen dies langsam zum Sieden, fünf Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Dieser Tee ist sehr wohlschmeckend.

Erdbeeren stimulieren den gesamten Organismus

Keine Sommerfrucht erfreut sich solcher Beliebtheit. Sie schmeckt nicht nur gut, sondern weist darüber hinaus einen überdurchschnittlich hohen Gesundheitswert auf. Bereits in Antike und Mittelalter schätzten die Menschen die Erdbeere wegen ihres Heilwertes.

Damals setzte man neben den Früchten auch Blüten und Blätter für medizinische Zwecke ein. Den Blättern schrieb man eine große Heilkraft bei Blasenleiden zu. Noch heute gilt Erdbeerblättertee aus der Apotheke als bewährtes Mittel bei Blasenentzündungen, Magen- und Darmstörungen und leichten Durchfällen.

Die Früchte verordnete man Rekonvaleszenten, um nach schwerer Krankheit wieder zu Kräften zu kommen. Botanisch gesehen ist die Erdbeere keine Beerenfrucht, sondern eine Sammelnussfrucht. Was so gut schmeckt ist gewissermaßen das Fruchtbett.

Die eigentlichen Früchte sind die kleinen hellgrünen Pünktchen auf dem roten Fleisch. „Echte“ Beeren bestehen aus einer Ansammlung von Samen, eingebettet in weiches Fruchtfleisch, umgeben von einer Fruchthaut. Dazu gehören Stachelbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Trauben, Tomaten, Gurken und Kürbisse.

Himbeeren und Brombeeren binden uns hingegen auch einen Beeren auf, denn sie sind ebenfalls Sammelnussfrüchte. Traditionell werden auch Holunder, Hagebutten und Sanddorn zum Beerenobst gezählt.

Ernährungsphysiologische Sicht

  • In Erdbeeren stecken mehr als dreihundert verschiedene Aromastoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie schützen Ihre Zellen vor Krebsauslösern und wirken Schlaganfällen und Infarkten entgegen.
  • Dazu gesellen sich Provitamin A, B1, B2, Niacin und mehr Vitamin C, als Orangen und Zitronen bieten. Kaum eine Obstart enthält so viel Folsäure wie die Erdbeere. An diesem Vitamin fehlt es vielen Menschen.
  • Der Mineralstoffgehalt ist ebenfalls hoch, denn die Mineralstoffe stecken meist in den Samen und die isst man bei Erdbeeren ja im Gegensatz zu anderen Obstarten mit. Neben Natrium, Kalzium und Fluor geben Kalium, Phosphor und Eisen der Beere die Vitalkraft. Darüber hinaus sind Magnesium und Mangan reichlich vertreten.
  • Erdbeeren enthalten reichlich Ballaststoffe und wirken damit Verstopfung entgegen. Zudem gelten sie als sanftes Entwässerungsmittel.

Verbessern Erdbeeren sogar das Gedächtnis?

Forscher des Salk Institute for Biological Studies in La Jolla, Kalifornien fanden heraus, dass Fisetin (ein Farbstoff, der in einigen Obst- und Gemüsesorten enthalten ist) das Langzeitgedächtnis verbessern kann. Die Wissenschaftler injizierten Mäusen Fisetin. Danach sollten die Tiere Objekte erkennen, die sie einen Tag zuvor zum ersten Mal gesehen hatten.

Diejenigen, die den Stoff injiziert bekamen, konnten sich tatsächlich besser erinnern. Wahrscheinlich, so vermuten die Forscher, schützt Fisetin nicht nur Nervenzellen vorm Absterben, sondern schafft auch neue Verbindungen zwischen den einzelnen Zellen im Gehirn. Dennoch reicht es nicht, wenn Sie nun fisetinhaltige Lebensmittel essen.

Sie müssten zum Beispiel fünf Kilo Erdbeeren pro Tag zu sich nehmen, um ausreichend Fisetin aufzunehmen. Fraglich ist auch noch, ob sich die Studienergebnisse auf den Menschen übertragen lassen. Ist das der Fall, dann ist durchaus zu hoffen, dass es in Zukunft neue Medikamente auf Basis von Fisetin gegen Alzheimer geben wird.

Der richtige Umgang mit den empfindlichen Früchtchen

  • Am besten verzehren oder verarbeiten Sie Erdbeeren sofort, da sie schon wenige Stunden nach der Ernte an Aroma einbüßen.
  • Lagern Sie die Früchte ungewaschen und mit feuchtem Küchenpapier abgedeckt an einem kühlen Ort oder im Gemüsefach Ihres Kühlschranks. Bis zu zwei Tagen bleiben sie so frisch.
  • Sortieren Sie beschädigte Früchte sofort aus, da sie rasch faulen und Schimmel ansetzen.
  • Die Früchte sind sehr druckempfindlich. Wählen Sie daher flache Behälter zum Aufbewahren.
  • Erdbeeren können Sie tiefgefroren bei -18 Grad bis zu zwei Jahren lagern. Legen Sie dazu die gewaschenen und geputzten Beeren einzeln auf ein Backblech oder in eine flache Schale und frieren Sie sie vor. Das verhindert, dass die Früchte zusammenkleben. Anschließend frieren Sie die Beeren im Beutel oder einer Schüssel ein.

Tipps für Erdbeer-Liebhaber

  • Wählen Sie beim Kaufen oder Pflücken dunkelrote und gleichmäßig gefärbte Früchte aus. Sie enthalten am meisten sekundäre Pflanzenstoffe, zu denen auch Pflanzenfarbstoffe zählen. Grüne Früchte reifen nicht mehr nach und besitzen überdies kein ausgeprägtes Aroma.
  • Kaufen Sie am besten Erdbeeren aus dem Bio-Anbau, auch wenn sie etwas teurer sind. Sie enthalten weniger Schadstoffe und sind oft aromatischer im Geschmack.
  • Die Beeren sollten völlig unbeschädigt, trocken und fest sein. Stiel und Kelch müssen noch an der Beere sitzen. Schauen Sie beim Kaufen nicht nur auf die oberen Früchte, sondern auch unter die Schale. Sind dort Feuchtigkeit oder Flecken erkennbar, befinden sich matschige Beeren in der Schachtel.
  • Kaufen oder pflücken Sie lieber die kleineren bis mittelgroßen Beeren, sie enthalten mehr Aroma und schmecken besser.
  • Auf dem Weg nach Hause fühlen sich die Beeren in einem Korb wohler als in einer Plastiktüte, in der sich schnell Feuchtigkeit entwickelt.
  • Stellen Sie in Einkaufstasche oder Korb nichts auf die Erdbeeren, sie sind sehr druckempfindlich und matschen schnell. Matschige Stellen beeinträchtigen den Geschmack und schimmeln rasch.
  • Zu Hause legen Sie die Beeren am besten nebeneinander auf einen Teller und lagern sie im Kühlschrank. Bei zwei bis acht Grad bleiben sie zwei Tage frisch.
  • Wasser gilt als größter Feind der Erdbeere. Deshalb ist vorsichtiges Waschen oder Abreiben wichtig. Halten Sie nur kleine Portionen unter einen sanften Brausestrahl und lassen Sie die Beeren auf Küchenpapier gut abtrocknen. Dann entfernen Sie die Blätter und bearbeiten die Beeren weiter.

Rezept: Erdbeerbowle

Zur Erdbeerzeit gibt es ein leckeres Rezept für eine alkoholfreie Bowle. Sie schmeckt nicht nur den Erwachsenen, sondern auch den Kindern und Enkelkindern. Sie benötigen für das Rezept 2 Kilogramm Erdbeeren. Waschen Sie die Hälfte der Früchte und entfernen Sie die Stiele.

Im Anschluss legen Sie die Erdbeeren nebeneinander in eine Plastiktüte ins Gefrierfach. Das zweite Kilogramm waschen und reinigen Sie ebenfalls und pürieren es flüssig. Mindestens 300 ml sollten Sie daraus gewinnen.

Weiterhin benötigen Sie acht reife, gehäutete Pfirsiche oder eine Dose Pfirsiche sowie einen Liter Pfirsichsaft. Stellen Sie den Erdbeersirup einen halben Tag vorher kalt. Dann geben Sie die halb gefrorenen Erdbeeren und die klein geschnittenen Pfirsiche in den Bowlentopf dazu.

Füllen Sie Ihre Bowle mit dem zimmerwarmen Pfirsichsaft auf und gießen Sie den kalten Erdbeersirup langsam vom Rand in den Bowlentopf, damit der Erdbeersirup nach unten sinkt. Viel Spaß und gutes Gelingen!