Eisenkraut: Für die Nerven und die Verdauung!
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Das eher unscheinbare Eisenkraut (Verbena officinalis) wächst auf Ödland, Böschungen und Schuttplätzen. Selbst sehr anspruchslos, entfaltet es doch wichtige Heilkräfte für Leiden, die in Industrieländern stetig zunehmen: Nervenbelastung und Verdauungsschwäche.
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Dürr und hager sieht die Pflanze aus, wie aus Draht geflochten, mit mageren Zweigen, kleinen Blüten und kurzen, sehr unregelmäßig gezackten Blättern. Doch wurde sie schon in alten Zeiten quer durch Europa hochgeschätzt. Die keltische Priesterschaft verwendete sie als Opferkraut bei kultischen Handlungen – daher auch der Name Druidenkraut. Die Ägypter weihten sie Isis, der Göttin der Geburt. Eisenkraut gehörte noch im Mittelalter in jeden Liebestrank.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Eisenkrauts sind:
- Glykoside (Verbenalin, Verbenin)
- Alkaloide
- Bitterstoffe
- ätherisches Öl
- Gerbsäuren
Hauptanwendungsgebiete
Die Gerbsäuren machen Eisenkraut zu einer wirksamen, adstringierenden (zusammenziehenden) Mundspülung bei Zahnfleischbluten und Mundgeschwüren. Das lauwarme Gurgelwasser vermag Halsentzündungen zu lindern. Als Hautlotion oder Kompresse hilft es bei Insektenstichen und blauen Flecken und trägt dazu bei, dass sich Wunden schneller schließen. Als heißer Aufguss wirkt Eisenkraut schweißstreibend und eignet sich daher bei Erkältungskrankheiten.
Bitterstoffe sind ein gutes Verdauungsmittel. So wird Eisenkraut-Tee seit je gegen Magenbeschwerden aller Art, Durchfall, aber auch Leberschwäche genommen.
Spezielle Anwendung für Frauen
Eisenkraut fördert die stockende Menstruation und erleichtert Regelbeschwerden. In der Volksmedizin wurde es früher wegen seiner wehenanregenden Inhaltsstoffe zur Erleichterung der Geburt eingesetzt. Aus diesem Grunde soll es in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Während der Stillzeit stimuliert es den Milchfluss.
Insgesamt wirkt Eisenkraut entkrampfend, schmerzlindernd und beruhigend. Für Frauen in den Wechseljahren, die an Reizbarkeit, nervösen Schmerzen ohne organische Ursache oder Schlafstörungen leiden, ist zur Entspannung der Nerven eine Vier Wochen Kur mit täglich 2 – 3 Tassen Eisenkraut-Tee einen Versuch wert. So eine Kur empfiehlt sich auch für Frauen, die oft unter stressbedingten Kopfschmerzen und Migräne sowie nervöser Erschöpfung leiden. Im Akutfall von Kopfschmerzen und Migräne können Sie Kompressen mit einem abgekühlten Aufguss von Eisenkraut auflegen.
Es ist wenig bekannt, dass sich mit Tee aus Eisenkraut auch unklaren Ängsten und depressiven Verstimmungen, wie sie insbesondere in der Lebensphase ab 40 Jahren aufkommen können, begegnen lässt.