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Eisenkraut - die fast vergessene Heilpflanze

Eisenkraut (Wunschkraut, Katzenblutkraut, Druidenkraut oder Sagenkraut) gehört zur Familie der Verbenen und ist seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. Eisenkraut ist mehrjährig und anspruchslos. Es wächst auf kargen Böden, solange im Sommer eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet ist.

Pflanzenkraft gegen Fieber und entzündete Nebenhöhlen

Eisenkraut (Verbena officinalis) wächst als bis zu 70 cm hohes „Unkraut“ in fast ganz Europa, bevorzugt an Wegrändern, Mauern oder Ufern. Die kleinen hellrosa Blüten erscheinen von Juni bis September. Als Heilkraut verwendet sollte man das Eisenkraut im Juli und August sammeln.

Man bereitet es als Tee oder Tinktur zu und wendet es sowohl äußerlichals auch innerlich an. Für Tee übergießen Sie zwei Teelöffel Eisenkraut mit kochendem Wasser und lassen es fünf Minuten ziehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Eisenkraut frisch oder getrocknet ist.

Eisenkraut wirkt adstringierend, antibakteriell, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schmerzstillend, tonisierend und schweißtreibend. Eine positive Wirkung auf Atemwege, Verdauungssystem, Stoffwechsel, Harnwege, Nervensystem, Haut und frauenspezifische Beschwerden ist seit alters her bekannt.

Viele Menschen verwenden es zur Wundbehandlung sowie zur Behandlung von Hautkrankheiten. Eisenkrauttee benutzt man für Waschungen und Kompressen. Darüber hinaus eignet es sich zur Regulierung des Menstruationszyklus und Anregung des Milchflusses.

Mit Beginn des feuchtkalten Herbstwetters haben Erkältungskrankheiten wieder Hochkonjunktur. Dabei können auch die Nasennebenhöhlen in Mitleidenschaft gezogen werden – eine ebenso schmerzhafte wie langwierige Komplikation. Hier hilft Ihnen das altbewährte Eisenkraut, das nur wenigen Therapeuten als Heilkraut bekannt ist.

Eisenkraut nutzen die Menschen seit dem Altertum als Heilpflanze. Heute sind ihre vielfältigen Wirkungen leider etwas in Vergessenheit geraten. Lediglich seine Wirkungen gegen festsitzende Infektionen in den Atemwegen sind den meisten geläufig.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Eisenkrauts sind:

  • Glykoside (Verbenalin, Verbenin)
  • Alkaloide
  • Bitterstoffe
  • ätherisches Öl
  • Gerbsäuren

Wie kann man es verwenden?

Die Gerbsäuren machen das Kraut zu einer wirksamen, adstringierenden (zusammenziehenden) Mundspülung bei Zahnfleischbluten und Mundgeschwüren. Das lauwarme Gurgelwasser vermag Halsentzündungen zu lindern.

Als Hautlotion oder Kompresse hilft es bei Insektenstichen und blauen Flecken und trägt dazu bei, dass sich Wunden schneller schließen. Als heißer Aufguss wirkt Eisenkraut schweißstreibend und eignet sich daher bei Erkältungskrankheiten.

Bitterstoffe sind ein gutes Verdauungsmittel. So wird Eisenkraut-Tee seit je gegen Magenbeschwerden aller Art, Durchfall, aber auch Leberschwäche genommen.

Spezielle Wirkung für Frauen

Eisenkraut fördert die stockende Menstruation und erleichtert Regelbeschwerden. In der Volksmedizin wurde es früher wegen seiner wehenanregenden Inhaltsstoffe zur Erleichterung der Geburt eingesetzt. Aus diesem Grunde soll es in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Während der Stillzeit stimuliert es den Milchfluss.

Insgesamt wirkt das Kraut entkrampfend, schmerzlindernd und beruhigend. Für Frauen in den Wechseljahren, die an Reizbarkeit, nervösen Schmerzen ohne organische Ursache oder Schlafstörungen leiden, ist zur Entspannung der Nerven eine Vier Wochen Kur mit täglich 2 – 3 Tassen Eisenkraut-Tee einen Versuch wert.

So eine Kur empfiehlt sich auch für Frauen, die oft unter stressbedingten Kopfschmerzen und Migräne sowie nervöser Erschöpfung leiden. Im Akutfall von Kopfschmerzen und Migräne können Sie Kompressen mit einem abgekühlten Aufguss von Eisenkraut auflegen.

Es ist wenig bekannt, dass sich mit Tee aus Eisenkraut auch unklaren Ängsten und depressiven Verstimmungen, wie sie insbesondere in der Lebensphase ab 40 Jahren aufkommen können, begegnen lässt.

Anwendungsgebiete von Eisenkraut im Überblick

  • Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung)
  • Bronchitis
  • Fieber, Husten, Halsschmerzen
  • Asthma
  • Keuchhusten
  • Mandelentzündungen
  • Sodbrennen
  • Leberprobleme
  • Gicht
  • Anämie
  • Migräne
  • Blutergüsse
  • Nieren- und Blasenentzündungen
  • Rheuma
  • Stoffwechselstörungen (z. B. Schilddrüsenüberfunktion)

Wie kann man Eisenkraut als Heilpflanze zubereiten?

Im Wesentlichen wirkt das Eisenkraut v.a. harntreibend und antirheumatisch. Zudem wird der Gallenfluss angeregt. Wenn Sie also unter diesen Beschwerden leiden, sollten Sie sich vielleicht einmal Fertigpräparate aus Eisenkraut versuchen oder durchaus auch einmal unser Rezept für einen Eisenkrauttee ausprobieren. Beachten Sie jedoch die Hinweise zur Einnahme und den möglichen Nebenwirkungen.

Präparate: In der Apotheke erhalten Sie das getrocknete Kraut als Tee (Verbenae herba, 100 g ca. 2,50 €). Außerdem ist Eisenkraut enthalten in Sinupret®, das Sie in Form von Dragees, Tropfen oder so genannten Liquidtabs (Tabletten zum Auflösen auf dem Löffel) erhalten.

Der Tagesbedarf kostet etwa 0,50 €. Die Präparate enthalten außer Eisenkraut noch Gelben Enzian, Schlüsselblume, Holunder und Sauerampfer.

Teezubereitung: Überbrühen Sie 1 bis 2 TL des getrockneten Eisenkrauts mit 1/4 l kochendem Wasser. Anschließend lassen Sie den Tee ca. 5 bis 10 Min. bedeckt ziehen, danach abseihen. Trinken Sie täglich 1 bis 2 Tassen. Den Tee können Sie auch zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum verwenden.

Einnahmehinweise: Eisenkraut-Tee oder Sinupret® können Sie unbedenklich über eine Woche lang einnehmen. Wenn die Beschwerden jedoch länger anhalten, ohne sich zu bessern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Wechselwirkungen sind nicht bekannt.

Nebenwirkungen: Selten treten Magen-Darm-Beschwerden oder Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut auf. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie die Einnahme von Eisenkraut mit Ihrem Arzt besprechen.

Keine Chance für Bakterien und Viren!

Eisenkraut eignet sich bei akuten und chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen und der Atemwege besonders gut, weil es sowohl entzündungshemmend als auch schleimlösend wirkt. Die Pflanze enthält drei wichtige Stoffgruppen: Flavonoide, Glykoside (z. B. Verbenalin) und Kaffeesäurederivate.

Das Verbenalin scheint nach neueren Untersuchungen für die Wirksamkeit entscheidend zu sein. Aus Zellkulturversuchen ist bekannt, dass Eisenkraut-Extrakte Viren abtöten. Forscher untersuchten dies mit Influenza-Viren sowie mit „banalen“ Schnupfenviren.

Wissenschaftler der Universitäten Warwick (Australien) und Exeter (Großbritannien) fanden erste Hinweise darauf, dass Eisenkraut gegen Nierensteine hilft. Sie vermuten eine Wirkung der Pflanze aufgrund ihrer basischen und antibakteriellen Eigenschaften.

Da diese und andere Heilwirkungen lange Zeit unbeachtet blieben, gibt es derzeit wenige Präparate mit Eisenkraut-Extrakte. Das bekannteste ist Sinupret®, ein bewährtes pflanzliches Heilmittel gegen Nebenhöhlenentzündungen. Für alle anderen Anwendungsgebiete greifen Sie auf einen Tee zurück.