MenüMenü

Eisenkraut: Die Wirkung der fast vergessenen Heilpflanze

Eisenkraut (Wunschkraut, Katzenblutkraut, Druidenkraut oder Sagenkraut) gehört zur Familie der Verbenen und ist seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. Eisenkraut ist mehrjährig und anspruchslos. Es wächst auf kargen Böden, solange im Sommer eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet ist. Eisenkraut nutzen die Menschen seit dem Altertum als Heilpflanze. Heute sind ihre vielfältigen Wirkungen leider etwas in Vergessenheit geraten. Lediglich seine Wirkungen gegen festsitzende Infektionen in den Atemwegen sind den meisten geläufig.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Pflanzenkraft gegen Fieber und entzündete Nebenhöhlen
  2. Anwendungsmöglichkeiten
  3. Wie kann man Eisenkraut als Heilpflanze zubereiten?

Eisenkraut© Tommy Windecker – Fotolia

Pflanzenkraft gegen Fieber und entzündete Nebenhöhlen

Eisenkraut (Verbena officinalis) wächst als bis zu 70 cm hohes „Unkraut“ in fast ganz Europa, bevorzugt an Wegrändern, Mauern oder Ufern. Die kleinen hellrosa Blüten erscheinen von Juni bis September. Wir kennen die Verbene heute vor allem als Balkon- oder Kübelpflanze mit hängenden, leuchtend-farbigen Blüten. Als Heilkraut verwendet sollte man das Eisenkraut im Juli und August sammeln.

Die medizinische Wirkung wurde schon früh hochgelobt. Man setzte Eisenkraut gegen Entzündungen, zur Wundheilung und Fiebersenkung ein. Die Verbene regt laut Volksmedizin die Kontraktionen der Gebärmutter an, weswegen sie den Zyklus reguliert und bei Menstruationsschmerzen für Erleichterung sorgt. Bei uns wird Eisenkraut hauptsächlich verwendet, um das Nervensystem zu stärken, Spannungszustände und Stressfolgen zu lösen, denn es glättet strapazierte Nerven und sorgt für einen erholsamen Schlaf. Leichte depressive Verstimmungen werden gelindert. Dies gilt insbesondere, wenn sie als Folge einer Krankheit auftreten (z. B. Grippe oder Erkältung). Als schweißtreibendes Mittel tut es in diesen Fällen ebenfalls seine Wirkung. Die Bitterstoffe der Verbene regen die Leber an und fördern die Verdauung. Bei der äußeren Anwendung wirkt die Verbene durch ihren Gehalt an Gerbsäuren zusammenziehend. Das ist hilfreich bei Zahnfleischbluten, wunden Stellen im Mund, Halsentzündungen sowie irritierter, leicht entzündeter Haut. 

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Eisenkrauts

  • Glykoside (Verbenalin, Verbenin)
  • Alkaloide
  • Bitterstoffe
  • ätherisches Öl
  • Gerbsäuren

Das Verbenalin scheint nach neueren Untersuchungen für die Wirksamkeit entscheidend zu sein. Aus Zellkulturversuchen ist bekannt, dass Eisenkrautextrakte Viren abtöten. Forscher untersuchten dies mit Influenza-Viren sowie mit „banalen“ Schnupfenviren. Wissenschaftler der Universitäten Warwick (Australien) und Exeter (Großbritannien) fanden erste Hinweise darauf, dass Eisenkraut gegen Nierensteine hilft. Sie vermuten eine Wirkung der Pflanze aufgrund ihrer basischen und antibakteriellen Eigenschaften.

Anwendungsmöglichkeiten

Die Gerbsäuren machen das Kraut zu einer wirksamen, adstringierenden (zusammenziehenden) Mundspülung bei Zahnfleischbluten und Mundgeschwüren. Das lauwarme Gurgelwasser vermag Halsentzündungen zu lindern.

Als Hautlotion oder Kompresse hilft es bei Insektenstichen und blauen Flecken und trägt dazu bei, dass sich Wunden schneller schließen. Als heißer Aufguss wirkt Eisenkraut schweißstreibend und eignet sich daher bei Erkältungskrankheiten. Bitterstoffe sind ein gutes Verdauungsmittel. So wird Eisenkrauttee seit jeher gegen Magenbeschwerden aller Art, Durchfall, aber auch Leberschwäche genommen.

Eisenkrauttee© tunedin – Fotolia

Spezielle Wirkung für Frauen

Eisenkraut fördert die stockende Menstruation und erleichtert Regelbeschwerden. In der Volksmedizin wurde es früher wegen seiner wehenanregenden Inhaltsstoffe zur Erleichterung der Geburt eingesetzt. Aus diesem Grunde soll es in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Während der Stillzeit stimuliert es den Milchfluss. Insgesamt wirkt das Kraut entkrampfend, schmerzlindernd und beruhigend. Für Frauen in den Wechseljahren, die an Reizbarkeit, nervösen Schmerzen ohne organische Ursache oder Schlafstörungen leiden, ist zur Entspannung der Nerven eine Vier-Wochen-Kur mit täglich zwei bis drei Tassen Eisenkrauttee einen Versuch wert.

So eine Kur empfiehlt sich auch für Frauen, die oft unter stressbedingten Kopfschmerzen und Migräne sowie nervöser Erschöpfung leiden. Im Akutfall von Kopfschmerzen und Migräne können Sie Kompressen mit einem abgekühlten Aufguss von Eisenkraut auflegen. Es ist wenig bekannt, dass sich mit Tee aus Eisenkraut auch unklaren Ängsten und depressiven Verstimmungen, wie sie insbesondere in der Lebensphase ab 40 Jahren aufkommen können, begegnen lässt.

Anwendungsgebiete von Eisenkraut im Überblick

Wie kann man Eisenkraut als Heilpflanze zubereiten?

Wenn Sie unter diesen Beschwerden leiden, sollten Sie vielleicht einmal Fertigpräparate aus Eisenkraut versuchen oder einen Eisenkrauttee ausprobieren. Beachten Sie jedoch die Hinweise zur Einnahme und den möglichen Nebenwirkungen. In der Apotheke erhalten Sie das getrocknete Kraut als Tee (Verbenae herba, 100 g ca. 2,50 €). Außerdem ist Eisenkraut enthalten in Sinupret®, das Sie in Form von Dragees, Tropfen oder Liquidtabs (Tabletten zum Auflösen auf dem Löffel) erhalten. Der Tagesbedarf kostet etwa 0,50 €. Die Präparate enthalten außer Eisenkraut noch Gelben Enzian, Schlüsselblume, Holunder und Sauerampfer.

Teezubereitung: Überbrühen Sie ein bis zwei Teelöffel des getrockneten Eisenkrauts mit einem Viertelliter kochendem Wasser. Anschließend lassen Sie den Tee fünf bis zehn Minuten bedeckt ziehen, danach abseihen. Trinken Sie täglich ein bis zwei Tassen. Den Tee können Sie auch zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum verwenden. Eisenkraut-Tee oder Sinupret® können Sie unbedenklich über eine Woche lang einnehmen. Wenn die Beschwerden jedoch länger anhalten, ohne sich zu bessern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Wechselwirkungen sind nicht bekannt. Selten treten Magen-Darm-Beschwerden oder Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut auf. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie die Einnahme von Eisenkraut mit Ihrem Arzt besprechen.

Eisenkraut© DoraZett – Fotolia

Spezielle Hinweise zur Zubereitung des Tees

Wenn Sie eine Zahnfleischentzündung oder Halsweh haben, brühen Sie sich einen doppelt so starken Tee auf und machen damit eine Mundspülung. Zur Behandlung von depressiven Verstimmungen können Sie sich eine Teemischung von Verbene, Hafer, Frauenschuh und Helmkraut zu gleichen Teilen zubereiten. Im Reformhaus gibt es fertigen Zitronenverbenen-Tee zu kaufen, der jedoch aus einer Verwandten der Verbene aus der Familie der Eisenkrautgewächse gewonnen wird. Zu dieser gehören auch alle Produkte, die unter dem Begriff „Vervaine“ angeboten werden.

Achtung: Übermäßige Einnahme von Eisenkrauttee kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Während der Schwangerschaft sollten Sie auf die Einnahme von Verbene verzichten, denn es kann die Wehenkontraktion der Gebärmutter beeinflussen.