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Mit Efeuextrakt gegen Husten und Co

Schon die alten Griechen und Römer nutzen den Efeu als Heilpflanze, vor allem zur Behandlung von Brandwunden und Hühneraugen. Als Hustenmittel wurde er erst vor rund 200 Jahren entdeckt. Ein schlesischer Arzt beobachtete nämlich, dass die Bauernkinder, die ihre Milch aus Efeuholz-Schüsseln tranken, seltener an Husten erkrankten.

Efeu (Hedera helix) zählt zu den besonders langlebigen Pflanzen: Erst im Alter von 70 Jahren erblüht er zum ersten Mal – mit kleinen, grünen Blüten; 200 Jahre alte Efeupflanzen sind keine Seltenheit. Die langen, festen, sich windenden Stiele standen Pate für die fachliche Bezeichnung des Efeus: „hedea” ist die keltische Bezeichnung für ein Seil, „helissó” heißt griechisch „sich winden, sich drehen”.

Efeu - Medikamente© adobe – Pixelot

Moderne Einsatzgebiete des Efeus

Die wirksamen Inhaltsstoffe des Efeus stecken hauptsächlich in den Blättern. Man nennt sie Saponine (von lat. „sapo“ = Seife), weil sie in Wasser gelöst schäumen. Laboruntersuchungen fanden zudem antibiotische Eigenschaften beim alpha-Hederin, das Bakterien, Viren und Pilze abtötet.

Die bedeutsamsten Inhaltsstoffe des Efeus sind:

  • Hederasaponine
  • Polyazetylene
  • Sterole (Stigmasterol, Sitosterol, Cholesterol, Campesterol)
  • Kaffeesäure, Chlorogensäure
  • ätherische Öle und andere

Studien der Universität Bonn zufolge regt insbesondere das Saponin alpha-Hederin die Bildung von Stoffen an, die zähen Schleim verflüssigen. So fällt das Abhusten und Durchatmen leichter, der Hustenreiz geht zurück und die Bronchien können entkrampfen.

Bei Asthma kann Efeu, unterstützend verabreicht, Atemnot und Hustenanfälle lindern. Zudem hemmen die Saponine das Wachstum von Viren und Bakterien.

Efeu wurde früher in den Alpenregionen häufig zur gesundheitsfördernden Hausbegrünung gepflanzt. Die Menschen hatten nämlich die Erfahrung gemacht, dass bei den Bewohnern von efeuumrankten Häusern seltener Kropferkrankungen (Jodmangelstruma) auftraten.

Heute weiß man, dass das an den Jodausdünstungen der Efeublätter lag, denn Efeu ,,fängt“ Jod den wichtigsten Vitalstoff für eine gesunde Schilddrüse aus dem Boden und der Luft.

Das sind die Einsatzgebiete des Efeus:

  • akute und chronische Atemwegserkrankungen, z. B. Erkältungshusten, Bronchitis, Keuchhusten, Bronchialasthma
  • Schilddrüsenüberfunktion infolge Jodmangels

Vielversprechend ist die neue Entdeckung, daß einige Hederasaponine zellschädigende Wirkungen gegen Tumorzellen haben. Außerdem wurde nachgewiesen, daß bestimmte Substanzen dieser Gruppe vor Mutationen schützen können, die beispielsweise durch den bekannten Krebserreger Benzpyren hervorgerufen werden.

Eine andere Substanzgruppe aus Efeu, die Polyazetylene (Falcarinon, Falcarinol), wirkt ebenfalls gegen Pilzbefall, hat darüber hinaus aber auch antibakterielle, schmerzlindernde und beruhigende Wirkungen.

Fertigpräparate für sichere Anwendung

Bei allen positiven Eigenschaften des Efeus ist zu bedenken, dass sämtliche Pflanzenteile giftig sind. Vor allem bei Kindern kann der Verzehr von Beeren und Blättern schon in geringsten Mengen zu Durchfall und Krämpfen führen.

Beim Beschneiden der Pflanze im Garten empfehlen sich Handschuhe, weil der Pflanzensaft starke Hautausschläge verursachen kann. Es sollten also nur pflanzliche Fertigpräparate aus der Apotheke zur Anwendung kommen.

Zur Wirkstoffgewinnung werden die getrockneten Efeublätter zunächst mit einem Gemisch aus Wasser und Alkohol gespült, um die Inhaltsstoffe herauszulösen. Anschließend wird der Alkohol entzogen und das verbleibende Konzentrat getrocknet. Dieser Trockenextrakt wird dann so zu hochwertigen Präparaten weiterverarbeitet, dass der Anteil an Inhaltsstoffen stets gleich bleibt.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie auf die Einnahme von Efeuer sicherheitshalber verzichten.

 

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