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Distel: Natürliche Unterstützung für die Leber

Wie die Artischocke ist ihre enge Verwandte, die Mariendistel, eine sehr wirkungsvolle Heilfplanze für die Leber. Den Namen Mariendistel erhielt die Pflanze wegen ihrer milchweißen Streifen auf den Blättern. Eine Legende sagt, dass diese von der Milch Marias stammen, die beim Stillen des Jesuskindes auf die Blätter der Pflanze träufelte.

Die Heimat der schönen Distel ist Südeuropa, Südrussland, Kleinasien und Nordafrika. Auch in deutschen Gärten wächst sie auf nicht zu mageren und mäßig feuchten Böden und an sonnigen Standorten. Ihre Wurzeln können bis zu einem Meter lang werden, was ihre Bekämpfung erschwert.

Die Distel wird häufig nur als lästiges Unkraut betrachtet, doch tut man ihr damit Unrecht: Sie ist ein wertvolles Heilkraut. Besonders die Mariendistel, Benediktendistel und Gänsedistel haben vielerlei positive Wirkung auf den menschlichen Körper.

Inhalt:

  1. Mariendistel und Gänsedistel für unterschiedliche Zwecke
  2. Teekur und Fertigpräparate für innere und äußere Anwendung
  3. Achtung bei Distel-Öl

Disteln und Lavendel© adobe – Printemps

Mariendistel und Gänsedistel für unterschiedliche Zwecke

Früher wurden die Wurzeln als Gemüse gekocht. Die Blütenköpfe wurden als Ersatz für Artischocken verwendet, die jungen Blätter aß man wie Spinat. Die Früchte der Mariendistel werden heute ausschließlich medizinisch genutzt. Denn sie enthalten den Wirkkomplex Silymarin. Er gehört zur Gruppe der Flavonoide – also zu den sekundären Pflanzenstoffen, die zu den potentesten Heilmitteln der Natur zählen.

Sowohl Mariendistel als auch Benediktendistel wirken anregend auf Leber, Galle und Verdauung, können Fieber senken und den Magen beruhigen. Die Mariendistel hat zusätzlich Einfluss auf das zentrale Nervensystem und lindert Kreislaufstörungen; sie kann außerdem bei Erschöpfungszuständen helfen. Beide Pflanzen lassen sich leicht im Garten ziehen.

Die Gänsedistel wirkt tonisierend, gegen Fieber, Kurzatmigkeit, Sodbrennen und Leberprobleme; sie kann eingenommen werden, um eine ausbleibende Menstruation anzuregen und bekämpft Warzen, Hausausschläge und Hautreizungen.

Teekur und Fertigpräparate für äußere und innere Anwendung

Gänsedistel kann innerlich und äußerlich angewendet werden: Innerlich kann der von der Pflanze produzierte Milchsaft, allerdings nur in verdünnter Form, eingenommen werden. Auch die Zubereitung eines Tees aus Blättern und Stängeln ist möglich. Unverdünnt kann der Milchsaft Warzen zum Verschwinden bringen, verdünnt als Umschlag auf entzündete Haut aufgebracht werden.

Selbst die Blätter der Gänsedistel sind verwertbar: Als Salat oder gedünstetes Gemüsegericht. Wenn Sie Ihre Leber durch zu viel Alkohol strapazieren, sollten Sie ihr ab und an eine Kur mit Mariendistel gönnen – entweder mit einem Fertigpräparat oder einer Teekur.

Es gibt Mariendistel als Tabletten, Dragees oder als Tropfen in Reformhaus und Apotheke. Sie können sich auch einen Mariendistel-Tee aus den Samen zubereiten: Überbrühen Sie einen gehäuften Teelöffel Samen mit 1/4 Liter Wasser, kochen dies einmal kurz auf und lassen es fünfzehn Minuten ziehen, dann seihen Sie den Tee ab. Der Tee wird dreimal täglich vor den Mahlzeiten schluckweise und sehr warm getrunken.

Probieren Sie auch folgende Zubereitung gegen Reisekrankheit aus: Stellen Sie einen Sud aus einem Liter Wasser, einem Distelblatt, einer Prise Marienkörner und einem Stückchen der Wurzel her. Übergießen Sie dazu die Pflanzenteile mit kochendem Wasser, lassen Sie fünfzehn Minuten ziehen, sieben sie ab und trinken den Tee am Vorabend und Morgen der Reise mit Honig gesüßt.

Achtung bei Distel-Öl

Das aus der Färberdistel ohne Erhitzen gewonnene Öl enthält zu 75 Prozent mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zum Beispiel die Linolsäure. Hinzu kommen einfach ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E und Karotinoide.

Wenn Sie erhöhte Blutfettwerte aufweisen, sollten Sie lieber auf Distelöl verzichten und Raps- oder Olivenöl wählen. Ist dies nicht der Fall, eignet sich Distelöl mit seinem nussigen Geschmack vor allem für die kalte Küche.

Gerade die Linolsäure ist es, die Distelöl zu einem nicht unbedingt empfehlenswerten Öl macht. Sie gehört zu den Omega-6-Fettsäuren. Die meisten nehmen zu viele Omega-6- und zu wenige Omega-3-Fettsäuren zu sich, was das Risiko für eine Arteriosklerose erhöhen kann.

Beachten Sie bei der Verwendung, das Öl nicht zu erhitzen. Außerdem darf es nicht lange aufbewahrt werden – kaufen Sie daher nur kleine Mengen ein!