Bischofskraut: Allgemeines
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Auf einer Hitliste der heftigsten Beschwerden stünden vermutlich schmerzhafte Nierenkoliken sowie die mit Todesangst einhergehenden Angina-pectoris- oder Asthma-Anfälle ganz oben. Wir stellen Ihnen eine sehr wirkungsvolle Heilpflanze vor, die Sie selbst bei diesen medizinischen Extremfällen begleitend einsetzen können: das Bischofskraut. Allerdings: Die Pflanze ist nicht frei von Nebenwirkungen – wir sagen Ihnen, wie Sie sie trotzdem sicher anwenden.
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Im Organismus gibt es besondere Muskeln, die vor allem die Hohlräume im Inneren des Körpers auskleiden – die so genannte „glatte Muskulatur“, z. B. in den Blutgefäßen, aber auch in Darm, Harnleiter, Blase oder in den Bronchien der Lunge. Bei vielen Erkrankungen spielen Verkrampfungen dieser speziellen Muskeln eine wichtige Rolle. Die Wirkstoffe des Bischofskrauts – die beiden wichtigsten sind Visnagin und Khellin – setzen genau hier an: Sie entspannen die glatte Muskulatur der inneren Organe.
Zwei Inhaltsstoffe erweitern die Bronchien und Gefäße
Bischofskraut (Ammi visnaga) gehört zur Familie der Doldengewächse und wird auch Knorpelmöhre oder Zahnstocherkraut genannt. Die weiß blühende Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden, heimisch ist sie im Mittelmeergebiet und in Südamerika. Aus den eiförmigen, etwa zwei Millimeter langen Früchten werden seine Inhaltsstoffe gewonnen.
Visnagin übt auf die Herzkranzgefäße eine starke, lang anhaltende entspannende und erweiternde Wirkung aus. Das fördert die Durchblutung des Herzmuskels. Diesen Effekt können Sie z. B. nutzen, wenn Sie an Verengungen der Herzkranzgefäße oder einer Angina pectoris leiden.
Khellin wirkt entkrampfend auf die glatte Muskulatur, insbesondere auf die der ableitenden Harnwege, der Bronchien, des Magen-Darmtrakts und der Gallenblase.
Bei diesen Beschwerden können Sie Bischofskraut anwenden:
- Verengung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, Angina pectoris)
- Bluthochdruck
- Asthma, Bronchitis, Keuchhusten
- Darm- und Gallenkoliken
- Blasen- und Nierensteine
- Entzündungen der Harnwege
- Ödeme
Für viele dieser Krankheiten gibt es spezielle Präparate mit Bischofskraut, die wir Ihnen im Kasten rechts zusammengestellt haben.
Weißfleckenkrankheit: Neue Hautpigmente dank Bischofskraut
Das aus dem Bischofskraut gewonnene Khellin wird auch bei der Behandlung der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) eingesetzt. Hier werden an einigen Hautstellen die für die Hautfärbung zuständigen Pigmente nicht mehr gebildet. Durch eine spezielle Kombinationsbehandlung aus Khellin und Bestrahlung mit UV-A-Strahlen („KUVA-Therapie“) kann die Pigmentbildung jedoch wieder neu angeregt werden. Die Patienten nehmen vor der Bestrahlung Khellin entweder in Tablettenform ein, oder ihnen wird eine Khellin-Creme auf die Haut aufgetragen. Etwa 70 % der Vitiligo-Patienten sprechen auf die KUVA-Therapie an. Trotz dieser guten Erfolgsrate ist die Behandlung bisher kaum bekannt.