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Bischofskraut erweitert Bronchien und Gefäße

Bischofskraut wird selbst bei medizinischen Extremfällen begleitend eingesetzt. Es gehört zur Familie der Doldengewächse und wird auch Knorpelmöhre oder Zahnstocherkraut genannt. Die weiß blühende Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden, heimisch ist sie im Mittelmeergebiet und in Südamerika.

Die Wirkstoffe Visnagin und Khellin werden aus den eiförmigen, etwa zwei Millimeter langen Früchten gewonnen. Sie wirken bei Erkrankungen, bei denen die sogenannte „glatte Muskulatur“ verkrampft, entspannend und können so helfen, die Verkrampfungen zu lösen.

Glatte Muskulatur kleidet Hohlräume im Inneren des Körpers aus, z. B in den Blutgefäßen aber auch in Darm, Harnleiter, Blase oder in Bronchien der Lunge.

Blühendes Bischofskraut© Celeste Clochard – Fotolia

Inhaltsstoffe gegen Angina pectoris und Asthma

Visnagin übt auf die Herzkranzgefäße eine starke, lang anhaltende entspannende und erweiternde Wirkung aus. Das fördert die Durchblutung des Herzmuskels. Diesen Effekt können Sie z. B. nutzen, wenn Sie an Verengungen der Herzkranzgefäße oder einer Angina pectoris leiden.

Khellin wirkt entkrampfend auf die glatte Muskulatur, insbesondere auf die der ableitenden Harnwege, der Bronchien, des Magen-Darmtrakts und der Gallenblase.

Bei diesen Beschwerden können Sie Bischofskraut anwenden:

  • Verengung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, Angina pectoris)
  • Bluthochdruck
  • Asthma, Bronchitis, Keuchhusten
  • Darm- und Gallenkoliken
  • Blasen- und Nierensteine
  • Entzündungen der Harnwege
  • Ödeme

Weißfleckenkrankheit: Neue Hautpigmente dank Bischofskraut

Das aus dem Bischofskraut gewonnene Khellin wird auch bei der Behandlung der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) eingesetzt. Hier werden an einigen Hautstellen die für die Hautfärbung zuständigen Pigmente nicht mehr gebildet. Durch eine spezielle Kombinationsbehandlung aus Khellin und Bestrahlung mit UV-A-Strahlen („KUVA-Therapie“) kann die Pigmentbildung jedoch wieder neu angeregt werden.

Die Patienten nehmen vor der Bestrahlung Khellin entweder in Tablettenform ein, oder ihnen wird eine Khellin-Creme auf die Haut aufgetragen. Etwa 70 % der Vitiligo-Patienten sprechen auf die KUVA-Therapie an. Trotz dieser guten Erfolgsrate ist die Behandlung bisher kaum bekannt.

Das Bischofskraut ist eine sehr wirkungsvolle Heilpflanze. Allerdings: Die Pflanze ist nicht frei von Nebenwirkungen.

Anwendung und Nebenwirkungen

Die Wirkung des Bischofskrauts ist bereits seit sehr langer Zeit bekannt und findet deshalb natürlich auch in der modernen Medizin Verwendung. So kommt das Bischofskraut vor allem in Fertigpräparaten zum Einsatz, die Sie gewöhnlich rezeptfrei in der Apotheke finden können.

Als Alternative zu den Fertigpräparaten bietet sich auch ein Tee an. Zerstoßen Sie dafür etwa 0,5 g Bischofskrautfrüchte (aus der Apotheke; 1 TL entspricht etwa 2,5 g) in einem Mörser, und übergießen Sie das Pulver mit 200 ml kochendem Wasser. Nach 10 Minuten seihen Sie den Ansatz ab. Trinken Sie täglich 2 bis 3 Tassen.

Bei mehrtägiger Anwendung (auch des Tees) können Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen auftreten. Sprechen Sie die Anwendung grundsätzlich mit Ihrem Arzt ab.

Bei Lebererkrankungen oder der Einnahme von anderen Medikamenten (z. B. Schmerzmitteln, Antibiotika, Psychopharmaka, Hormonpräparaten) sollten Sie Bischofskraut absetzen.