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Bärlauch: Kaufen oder doch lieber selbst ernten?

Inhaltsverzeichnis:

  1. Bärlauch unterstützt Ihre Gesundheit
  2. Achtung: Verwechslungsgefahr!
  3. Bärlauch gegen Alltagsbeschwerden
  4. Rezept für Bärlauch-Suppe

Als Kraut, das Mensch und Tier nach der kalten Jahreszeit die Müdigkeit austreibt und Bärenkräfte verleiht, schätzten die alten Germanen bereits Bärlauch. Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher es seinen ungewöhnlichen Namen hat? Nach einer Legende war „Allium ursinum“, wörtlich übersetzt das „Lauch des Bären“, sogar die erste Pflanze, mit der sich Meister Petz nach dem Winterschlaf gestärkt haben soll. Die alten Germanen glaubten, die Kräfte des Bären gingen dabei auf den Bärlauch über und nach dem Verzehr der Pflanze seien auch sie stark wie ein Bär.

Vor der Blüte (Mai bis Juni) besitzt der Bärlauch besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe. Bewährt sind vor allem ihre Wirkungen gegen Herz- und Gefäßkrankheiten. Außerdem ist die Heilpflanze eine vielseitige und aromatische Zutat für viele Speisen und hat sich zu einem beliebten Küchenkraut entwickelt.

Bärlauch© Adobe Stock – ji_images

Bärlauch unterstützt Ihre Gesundheit

Bärlauch erfreut sich nicht nur wegen seiner Würze wachsender Beliebtheit: Ihm werden dieselben gesundheitsfördernden Eigenschaften nachgesagt wie Knoblauch. Genau wie Knoblauch enthält auch Bärlauch die Aminosäure Alliin. Und Alliin wird, wenn Sie eine Knoblauchzehe oder ein Bärlauchblatt zerhacken oder zerschneiden, in Allicin umgewandelt. Allicin wiederum führt zu einer Muskelentspannung in den Arterien und so zu einer Erweiterung Ihrer Gefäße und wirkt so einem Bluthochdruck entgegen.

Dies gilt natürlich nur, wenn er regelmäßig auf dem Speiseplan steht. Um ganz besonders von der gesundheitlichen Wirkung zu profitieren, sollten Sie das Kraut also immer „zerkleinert“ genießen. Denn beim Zerkleinern der Blätter wird eine chemische Reaktion in Gang gesetzt, bei der unter dem Einfluss von Enzymen Lauchöle entstehen. Diese Lauchöle haben eine keimtötende Wirkung auf Bakterien und Pilze.

Bärlauch verhindert sogar Blutgerinnsel

Bärlauch kann zudem vor Blutgerinnseln schützen, wie Wissenschaftler am Herzzentrum der Universität Dresden im Jahr 2009 zeigen konnten: Im Rahmen von Laboruntersuchungen wurden Extrakte von Bärlauch, Knoblauch und ein chemisch hergestellter Gerinnungshemmer (Clopidogrel) hinsichtlich ihrer gerinnungshemmenden Wirkung verglichen. Es zeigte sich: Alle drei hemmen die Verklumpung von Blutplättchen in ähnlich effektiver Weise.

Bärlauch kann somit also auch helfen, den Folgen eines Blutgerinnsels (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) vorzubeugen. Auch andere Knoblaucheigenschaften schreibt man ihm zu: Appetitanregend soll das Kraut sein und außerdem galletreibend, was wiederum die Verdauung fördert. Wie Knoblauch scheint Bärlauch zudem eine günstige, leicht senkende Wirkung auf den Cholesterinspiegel zu haben. Darüber hinaus enthält Bärlauch ätherische Öle, Vitamin C und wirkt antimikrobiell.

Bei diesen Beschwerden hilft das Bärenkraut

  • Erkältung, Infektionen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Bluthochdruck
  • erhöhte Cholesterinwerte (LDL-Cholesterin)
  • Thrombose
  • Arteriosklerose

Wirkungen der gesunden Heilpflanze

  • blutreinigend
  • entgiftend
  • antibiotisch
  • cholesterinsenkend
  • blutdrucksenkend
  • immunstärkend

In der Erfahrungsheilkunde hat sich der Bärlauch ebenfalls zur unterstützenden Behandlung bei chronischen, stoffwechselbedingten Hauterkrankungen bewährt. Hierbei wird er gerne im Rahmen einer entgiftenden Frühjahrskur eingesetzt.

Achtung: Verwechslungsgefahr!

Im Mai können Sie das Heilkraut selbst sammeln: in Laubwäldern, an Flussufern oder auf schattigen Wiesen. Seien Sie dabei jedoch vorsichtig, denn es gibt mehrere Pflanzen, die diesem Kraut sehr ähnlich sehen, aber stark giftig sind. Greifen Sie zum Beispiel zu Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen statt zum Bärlauch, kann schon ein einziges Blatt reichen, dass Sie unter Vergiftungserscheinungen leiden lässt. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind einige der Symptome. Bei einer Verwechslung mit der Herbstzeitlosen kann diese sogar tödlich enden.

Kaufen Sie daher die Heilpflanze am einfachsten im Supermarkt oder Bioladen. Sie können ihn zwar im Kühlschrank einige Tage verwahren, aber dann lässt das Aroma nach. Verwenden Sie ihn daher immer frisch und am besten roh. Und wenn Sie doch selbst sammeln möchten:

  • Untersuchen Sie Blätter und Stängel ganz genau: Beim Bärlauch wächst jedes Blatt an einem einzelnen Stängel aus dem Boden, meist in Gruppen dicht beieinander.
  • Maiglöckchen haben immer mindestens zwei Blätter an einem Stängel, die unterseitig glänzen.
  • Bei den Herbstzeitlosen entwickeln sich Stängel umfassende Blätter. Sie liegen zunächst eng am Stängel an und entfalten sich dann erst weiter oben.

Bärlauch gegen Alltagsbeschwerden

Neben der vielfältigen Verwendung des Aromas für Ihre Lieblingsgerichte, können Sie auch diese Tipps für eine Tinktur, Essig oder Pesto testen. In der Apotheke finden Sie außerdem homöopathische Tinkturen. Im Gegensatz zu Knoblauch verrät ihr Atem den Bärlauchgenuss nicht noch Stunden später.

  • entgiftende Bärlauch-Tinktur: Schneiden Sie zwei Handvoll Bärlauchblätter in feine Streifen und übergießen Sie die Pflanzenteile in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn, sodass sie gut bedeckt sind. Lassen Sie den Ansatz drei Wochen an einem Warmen Ort ziehen und schütteln Sie das Glas gelegentlich um. Seihen Sie danach die Tinktur in eine dunkle Tropfflasche ab. Nehmen Sie von der Tinktur zur allgemeinen Entschlackung und Entgiftung täglich 10 bis 20 Tropfen ein.
  • verdauungsfördernder Bärlauch-Essig: Lassen Sie eine Handvoll Blätter in einem Liter Apfelessig ziehen. Trinken Sie von diesem Gemisch morgens vor dem Frühstück einen Esslöffel in einem kleinen Glas warmem Wasser gelöst
  • stoffwechselanregendes Bärlauch-Pesto: Schneiden Sie 100 g Blätter in feine Streifen und rösten Sie zwei Esslöffel Pinienkerne hellbraun an. Fügen Sie 30 g Parmesankäse hinzu und füllen Sie alles in einem Glasgefäß mit 125 ml Olivenöl auf. Pürieren Sie die Mischung mit einem Stabmixer und würzen Sie nach Belieben mit Salz und Pfeffer. Im Kühlschrank aufbewahrt ist das Pesto etwa eine Woche haltbar.

Bärlauchpesto© Yvonne Bogdanski – Fotolia

Neben- und Wechselwirkungen

In seltenen Fällen beobachtete man allergische Reaktionen und einen niedrigen Blutdruck.

Hinweis: Bärlauch behindert die Aufnahme von Selen im Darm. Halten Sie aus diesem Grund bei der Einnahme von Selen einen zeitlichen Abstand von vier bis fünf Stunden ein.

Rezept für Bärlauch-Suppe

  • 100 g frische Bärlauchblätter
  • 5 Kartoffeln
  • 2 EL Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer

Die Zwiebel schälen, klein schneiden und in etwas Öl anschwitzen, bis Zweibelstücke glasig sind. Danach die Gemüsebrühe zugießen. Kartoffeln in kleine Stücke schneiden. Kartoffelstücke und die Bärlauchblätter in die Suppe geben, mit Salz und Pfeffer würzen. Köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Anschließend alles mit einem Pürierstab mixen.