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Bärlauch: Frühlingsbote für die Gesundheit

Als „Kraut“, das Mensch und Tier nach der kalten Jahreszeit die Müdigkeit austreibt und Bärenkräfte verleiht, schätzten die alten Germanen bereits Bärlauch. Nach einer Legende war „Allium ursinum“, wörtlich übersetzt das „Lauch des Bären“, sogar die erste Pflanze, mit der sich „Meister Petz“ nach dem Winterschlaf gestärkt haben soll.

Vor der Blüte (Mai bis Juni) besitzt der Bärlauch besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe. Bewährt sind vor allem ihre Wirkungen gegen Herz- und Gefäßkrankheiten. Außerdem ist Bärlauch eine vielseitige und aromatische Zutat für viele Speisen und hat sich zu einem beliebten Küchenkraut entwickelt.

Bärlauchpesto in Einmachglas mit Deko© Yvonne Bogdanski – Fotolia

So schützt Bärlauch Ihre Gefäße

Bärlauch erfreut sich nicht nur wegen seiner Würze wachsender Beliebtheit: Ihm werden dieselben gesundheitsfördernden Eigenschaften nachgesagt wie Knoblauch. Genau wie Knoblauch liefert er dem Körper eine große Mengen des sekundären Pflanzenstoffes Allicin.

Die schwefelhaltige Substanz senkt nicht nur den Blutdruck, sondern auch die Cholesterinwerte im Blut. So schützt er die Blutgefäße als wirksames Mittel vor einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Dies gilt natürlich nur, wenn er regelmäßig auf dem Speiseplan steht.

Beim Zerkleinern der Blätter wird eine chemische Reaktion in Gang gesetzt, bei der unter dem Einfluss von Enzymen Lauchöle entstehen. Diese Lauchöle haben eine keimtötende Wirkung auf Bakterien und Pilze.

Die Pflanze wirkt:

  • blutreinigend
  • entgiftend
  • antibiotisch
  • cholesterinsenkend
  • blutdrucksenkend
  • immunstärkend

In der Erfahrungsheilkunde hat sich der Bärlauch ebenfalls zur unterstützenden Behandlung bei chronischen, stoffwechselbedingten Hauterkrankungen bewährt. Hierbei wird er gerne im Rahmen einer entgiftenden Frühjahrskur eingesetzt.

Die Schwierigkeit am Selbst-Sammeln

Wer Bärlauch selbst sammeln möchte, muss extrem vorsichtig sein. Denn es gibt mehrere Pflanzen, die diesem Kraut sehr ähnlich sehen, aber stark giftig sind. Greifen Sie zum Beispiel zu Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen statt zum Bärlauch, kann schon ein einziges Blatt reichen, dass Sie unter Vergiftungserscheinungen leiden lässt.

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind einige der Symptome. Bei einer Verwechslung mit der Herbstzeitlosen, kann diese sogar tödlich enden.

Kaufen Sie daher Bärlauch am Einfachsten im Supermarkt oder im Bioladen. Sie können ihn zwar im Kühlschrank einige Tage verwahren, aber dann lässt das Aroma nach. Verwenden Sie ihn daher immer frisch und am besten roh.

Bärlauch gegen Alltagsbeschwerden

Neben der vielfältigen Verwendung des Aromas für Ihre Lieblingsgerichte, können Sie auch diese Tipps für eine Tinktur, Essig oder Pesto testen. In der Apotheke finden Sie außerdem homöopathische Bärlauch-Tinkturen. Im Gegensatz zu Knoblauch verrät ihr Atem den Bärlauch-Genuss nicht noch Stunden später.

  • entgiftende Bärlauch-Tinktur: Schneiden Sie zwei Handvoll Bärlauch-Blätter in feine Streifen, und übergießen Sie die Pflanzenteile in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn, sodass sie gut bedeckt sind. Lassen Sie den Ansatz drei Wochen an einem Warmen Ort ziehen und schütteln Sie das Glas gelegentlich um. Seihen Sie danach die Tinktur in eine dunkle Tropfflasche ab. Nehmen Sie von der Tinktur zur allgemeinen Entschlackung und Entgiftung täglich 10 bis 20 Tropfen ein.
  • verdauungsfördernder Bärlauch-Essig: Lassen Sie eine Handvoll Blätter in einem Liter Apfelessig ziehen. Trinken Sie von diesem Gemisch morgens vor dem Frühstück einen Esslöffel in einem kleinen Glas warmem Wasser gelöst
  • stoffwechselanregendes Bärlauch-Pesto: Schneiden Sie 100 g Blätter in feine Streifen und rösten Sie zwei Esslöffel Pinienkerne hellbraun an. Fügen Sie 30 g Parmesankäse hinzu und füllen Sie alles in einem Glasgefäß mit 125 ml Olivenöl auf. Pürieren Sie die Mischung mit einem Stabmixer und würzen Sie nach Belieben mit Salz und Pfeffer. Im Kühlschrank aufbewahrt ist das Pesto etwa eine Woche haltbar.

Neben- und Wechselwirkungen

In seltenen Fällen beobachtete man allergische Reaktionen und einen niedrigen Blutdruck.

Hinweis: Bärlauch behindert die Aufnahme von Selen im Darm. Halten Sie aus diesem Grund bei der Einnahme von Selen einen zeitlichen Abstand von vier bis fünf Stunden ein.