Arnika: Erste Hilfe bei Unfällen
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Die goldgelben margeritenähnlichen Blüten der Arnika (Arnica montana) sind als Wundheilmittel bei Verletzungen aller Art schon in mittelalterlichen Kräuterbüchern beschrieben. Goethe trank Arnika-Tee gegen sein Herzleiden und Pfarrer Kneipp schätzte sie besonders bei der Wundbehandlung.
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„Arnika ist nicht mit Gold aufzuwiegen.“ Diese Worte von Pfarrer Kneipp sollten wir beherzigen und ständig ein Fläschchen mit Arnika(tinktur) vorrätig halten – als Erste Hilfe bei Unfällen aller Art unübertroffen. Dies drücken auch die Namen aus, welche die Volksheilkunde dieser Heilpflanze gab: Bergwohlverleih, Wohlverleih, Stichkraut, Mutterwurz, Fallkraut, Kraftrose.
Die wildwachsende Arnika steht unter Naturschutz, sie darf weder ausgegraben noch gepflückt werden. Die Hersteller der Arzneidrogen bauen sie auf Feldern an.
Die Inhaltsstoffe
Arnikablüten enthalten
- ätherische Öle
- Flavonoide
- Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone)
Diese Bitterstoffe wirken bereits in geringen Mengen entzündungshemmend und damit schmerzlindernd sowie abschwellend. Einige Autoren schreiben auch von einer keimhemmenden Wirkung der Arnika.
Innerlich als Tee genommen, wirkt sie
- harntreibend
- anregend (auch appetitanregend)
- fiebersenkend
- bei Keuchusten
- Bronchitis
- bei Gicht
- bei Angina pectoris
Anwendung und Zubereitungsformen
Innerlich: Vorsichtig dosieren! (Manche Therapeuten lehnen innerliche Anwendung von Arnika überhaupt ab.) Zur Kreislaufanregung, gegen Bronchitis, Muskelschmerzen: täglich, aber nicht länger als maximal 4 Wochen, eine kleine Tasse Tee-Aufguß (1 Zweifinger-Prise Blüten) oder ein Glas Wasser/Kräutertee mit einigen Tropfen Tinktur (s. unten).
Äußerlich: Zum Gurgeln bei Halsentzündungen einen Aufguß (1 Dreifinger-Prise auf ein Glas Wasser). Für Verletzungen, blaue Flecken, Prellungen, chronische venöse Beschwerden (auch Hämorrhoiden) gibt es Arnikahaltige Salben und Gels sowie Sprays zur Venenpflege (Apotheke, Reformhaus, Drogerie). Bei akuter Venenentzündung legen Sie Wickel oder Kompressen an, die Sie mit einem Aufguß getränkt haben oder mit Wasser, dem einige Tropfen Tinktur zugesetzt sind.
Auch Tinkturen gibt es heute fertig zu kaufen. Für die Selbstzubereitung weichen Sie zehn Prisen getrocknete Blüten (evtl. + Blätter und kleingeschnittene Wurzel) zwei Wochen lang in einem Weinglas mit 90 %igem Alkohol ein, filtern ab und bewahren die Tinktur an einem dunklen Ort auf. Für die äußerliche Anwendung verdünnen Sie die Tinktur mit der zehnfachen Wassermenge.
Vorsicht: Arnika kann schmerzhafte, juckende und entzündete Hautveränderungen oder Allergien auslösen. Testen Sie vor der ersten Anwendung Ihre Reaktion in der Ellenbeuge aus.