MenüMenü

Aloe Vera: Das Gel einer Wüstenpflanze als Haut- und Hausmittel

Inhaltsverzeichnis:

  1. Aloe Vera: Was ist das eigentlich?
  2. Anwendungsgebiete in der Medizin
  3. Eigene Ernte und Verwendung

Anbieter von Aloe-Vera-Produkten versprechen ihre heilende Wirkung bei mehr als 200 gesundheitlichen Störungen. Die reichhaltigen Substanzen der Aloe Vera und ihre große Wirkung sind seit über 5.000 Jahren bekannt. Alexander der Große ließ Aloe Vera in Wagen pflanzen, damit sie bei seinen Feldzügen wegen ihrer wundheilenden und schmerzstillenden Eigenschaften genutzt werden konnte. Hildegard von Bingen schwor vor allem auf die fiebersenkende Wirkung.

Aloe Vera zählt zu den Liliengewächsen, erinnert vom Aussehen her aber eher an Agaven. Die Pflanze stammt aus der Wüstengegend der arabischen Halbinsel. Heute baut man sie in den Tropen, Subtropen und anderen warmen Gebieten wie beispielsweise dem Mittelmeerraum oder Mexiko an. Aloe Vera in ihrer Wildform steht unter Naturschutz.

Aloe Vera© Adobe Stock – guy

Aloe Vera: Was ist das eigentlich?

Heute ist Aloe Vera vor allem als Gel erhältlich. Dabei handelt es sich im Prinzip um das Fleisch des Blattes. Es ist farblos und ziemlich flüssig, da es fast ausschließlich aus Wasser besteht. Sie können Aloe-Vera-Gel bei leichten Verbrennungen und kleineren Wunden einsetzen. Es lindert Schmerzen, beruhigt Entzündungen und wirkt leicht antibiotisch.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält das Gel aus dem frisch abgeschlagenen Blatt für das wirksamste Mittel, denn bei der weiteren Bearbeitung können die Inhaltsstoffe zerstört werden. Auch bei Akne, Schuppenflechte und Neurodermitis kann Aloe-Vera-Gel die Behandlung unterstützen. In Cremes und Körperlotionen ist der Saft der Pflanze hilfreich, denn die enthaltenen Polysaccaride spenden der Haut Feuchtigkeit und Pflege.

Anwendungsgebiete der Aloe

äußerliche Anwendung:

  • Sonnenbrand
  • Insektenstiche
  • Ekzeme
  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte
  • kleine Wunden
  • Verbrennungen
  • Hautpilze

innerliche Anwendung:

Aloe-Vera-Gel: Auch eine Qualitätsfrage

Die Stiftung Warentest rät, beim Einkauf von Aloe-Vera-Produkten zum Einnehmen auf die Qualität zu achten: „Für kontrollierte Rohware und Verarbeitung bürgen das Bio-Siegel und die Zeichen von Neuform oder IASC (International Aloe Science Council).“ Bei Kosmetika ist die Einwirkzeit wichtig: Duschgel oder Shampoo entfalten keinen Effekt, weil sie zu kurz auf der Haut sind.

Anwendungsgebiete in der Medizin

Als Abführmittel wird ein Granulat eingenommen, jedoch nicht länger als 14 Tage. Während Schwangerschaft, Stillzeit, bei entzündlichen Magen- und Darmerkrankungen und Hämorrhoiden sollten Sie auf Aloe Vera verzichten. Falls Sie Herzmedikamente nehmen, sollten Sie Ihren Arzt nach Wechselwirkungen fragen. Zu medizinischen Zwecken wird meistens das Gel der fleischigen Blätter der Aloe verwendet, teilweise auch das ganze Blatt. Zubereitungen aus Aloe können sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.

Aloe-Vera-Säfte und -Konzentrate entstehen meist ebenfalls aus dem Gel. Es muss für diesen Zweck mit einem technologischen Verfahren gefiltert werden, damit der Drink keine abführende Wirkung hat. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Aloe-Vera-Saft oft mehr Konservierungsstoffe enthält als normale Säfte, die wegen der schnellen Oxidation benötigt werden. Überdies bieten die Säfte ernährungsphysiologisch nichts, was Sie nicht über Obst und Gemüse ebenso gut aufnehmen können. In der Homöopathie wird Aloe Vera verwendet, um erschöpften und unzufriedenen Menschen zu helfen sowie gegen Entzündungen der Magen- oder Darmschleimhaut und Durchfall mit Blähungen. Die Blütenessenz verfolgt ähnliche Ziele.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Blattgels

  • Mucopolisaccharide (Acemannan)
  • Aminosäuren
  • Enzyme (u. a. Phosphatase, Amylase, Peroxidase)
  • Mineralstoffe (u. a. Eisen, Kalzium, Zink)
  • Vitamine (B1, B2, B6, B12, C, E und A)
  • sekundäre Pflanzenstoffe (Lignine, Sterole, Anthraglycoside, Saponine, Salicylsäure, Gerbstoffe)

Das zu den Anthraglycosiden gehörende Aloin findet sich nur in der Blattschale. Es hat eine stark abführende Wirkung.

Wirkungen auf den Körper

  • entzündungshemmend
  • antiviral
  • antimykotisch
  • antibakteriell
  • wundheilend
  • immunstärkend
  • abführend

Das Acemannan im Blattgel der Aloe hemmt das Virenwachstum und kurbelt das Immunsystem an, indem es die Fresszellen (Makrophagen) aktiviert und die Produktion eines entzündungshemmenden Signalstoffs (Interleukin 1) fördert. Gleichzeitig ist das Mukopolysaccharid auch am Aufbau der Gelenkschmiere beteiligt und kann so vor Arthrose schützen. Die abführende Wirkung des Aloins beruht auf einer Reizung der Schleimhaut und der Muskulatur des Dickdarms.

Ein Erfolg der Schönheitsbranche

Seit der Jahrtausendwende wird der Markt regelrecht mit Aloe-Produkten überflutet. Den heutigen Bekanntheitsgrad verdankt Aloe Vera dabei hauptsächlich den Werbeversprechen der Schönheits- und Wellnesbranche. Neben der gesundheitsfördernden Wirkung werden der Pflanze positive Effekte für Haut und Haar nachgesagt.

In Deutschland sind viele Produkte zu Recht nicht als Arzneimittel zugelassen. Grund ist einerseits die komplexe Gewinnung der Inhaltsstoffe und andererseits die Übertreibung bei den medizinischen Versprechen, denen es teilweise an wissenschaftlicher Grundlage fehlt. Viele Produkte werden stattdessen als Nahrungsergänzungsmittel verkauft.

Eigene Ernte und Verwendung

Der Handel hält vielfältige Fertigprodukte von Hautpflegemitteln bis hin zu Aloe-Saft bereit. Diese Produkte sind bequem in der Anwendung. Man kann sich die positive Wirkung der Aloe Vera aber auch ganz einfach zunutze machen. Eine Ernte der Pflanze ist jederzeit möglich, sobald die Blätter eine ausreichende Größe erreicht haben. Sie können die Aloe als „Erste-Hilfe-Pflanze“ bei Verbrennungen und kleinen Wunden im Blumentopf in Ihrer Wohnung aufstellen. Bei Bedarf schneiden Sie einfach eine Scheibe von einem Blatt der Pflanze ab und tragen das Blattgel unmittelbar auf entzündete oder wunde Hautstellen auf.

Auf feuchtes Haar aufgetragen bändigt Aloe-Gel widerspenstige Locken; für fettige und zu Unreinheiten neigende Haut stellt es eine ausgezeichnete Feuchtigkeitscreme dar. Aloe Vera spendet trockener Haut Feuchtigkeit und stellt eine allergiearme Alternative zu herkömmlichem Rasierschaum dar. Auf betroffene Stellen aufgetragen hilft das Gel außerdem gegen Herpes, Wunden an den Lippen und Knötchenflechte. Die Extrakte der Pflanze beschleunigen den Heilprozess, lindern den Schmerz und sind zudem verträglich.

Aloe-Vera-Gel© adobe – cloudberry77

Aloe-Eiswürfel gegen müde Augen

Vermischen Sie etwa 15 ml Aloe-Saft mit 150 ml destilliertem Wasser und füllen Sie die Mischung in einen Eiswürfelbehälter. Umkreisen Sie mit dem gefrorenen Würfel etwa zwei Minuten lang müde und geschwollene Augen.

Beruhigende Packung bei Sonnenbrand

Schälen Sie ein Blatt der Aloe und passieren Sie das Mark durch ein Sieb. Vermischen Sie das erhaltene Gel mit einem großen Esslöffel Speisequark und tragen Sie den Brei auf die geröteten, heißen Hautstellen auf. Lassen Sie die Packung etwa 20 Minuten lang einwirken.

Immunstärkende Aloe-Trinkkur

Mischen Sie etwa 300 g frisches Aloe-Gel mit 500 g Flüssighonig und vier Esslöffeln Zuckerrohrschnaps. Wenn Sie den Ansatz in einer dunklen Flasche kühl aufbewahren, ist er mindestens ein Jahr lang haltbar. Trinken Sie von der Mischung drei Wochen lang täglich ein Schnapsgläschen eine Viertelstunde vor dem Essen.