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Aloe Vera: eine Wüstenpflanze als Hausmittel

Anbieter von Aloe Vera-Produkten versprechen ihre heilende Wirkung bei mehr als 200 gesundheitlichen Störungen. Die reichhaltigen Substanzen der Aloe Vera und ihre große Wirkung sind seit über 5.000 Jahren bekannt.

Alexander der Große ließ Aloe Vera in Wagen pflanzen, damit sie bei seinen Feldzügen wegen ihrer wundheilenden und schmerzstillenden Eigenschaften genutzt werden konnte. Hildegard von Bingen schwor vor allem auf die fiebersenkende Wirkung.

Aloe Vera zählt zu den Liliengewächsen, erinnert vom Aussehen her aber eher an Agaven. Die Pflanze stammt aus der Wüstengegend der arabischen Halbinsel. Heute baut man sie in den Tropen, Subtropen und anderen warmen Gebieten wie beispielsweise dem Mittelmeerraum oder Mexiko an. Aloe Vera in ihrer Wildform steht unter Naturschutz.

Aloe Vera-Ernte und Verwendung© adobe – cloudberry77

    Inhalt:

  1. Anwendung und Wirkung des Aloe Vera-Gels
  2. Weitere Produkte mit Aloe Vera
  3. Aloe Vera-Gel: Auch eine Qualitätsfrage
  4. Ein Erfolg der Schönheitsbranche
  5. Eigene Ernte und Verwendung
  6. Tipps zur Verwendung von Aloe Vera zu Hause

Anwendung und Wirkung des Aloe Vera-Gels

Heute ist Aloe Vera vor allem als Gel erhältlich. Dabei handelt es sich im Prinzip um das Fleisch des Blattes. Es ist farblos und ziemlich flüssig, da es fast ausschließlich aus Wasser besteht. Außerdem enthält es Aminosäuren, Mineralien, Vitamine Enzyme, Glykoproteine, Anthrachinon- und Anthrazen-Derivate.

Sie können Aloe-Vera-Gel bei leichten Verbrennungen und kleineren Wunden einsetzen. Es lindert Schmerzen, beruhigt Entzündungen und wirkt leicht antibiotisch.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält das Gel aus dem frisch abgeschlagenen Blatt für das wirksamste Mittel, denn bei der weiteren Bearbeitung können die Inhaltsstoffe zerstört werden. Auch bei Akne, Schuppenflechte und Neurodermitis kann Aloe-Vera-Gel die Behandlung unterstützen.

In Cremes und Körperlotionen ist der Saft der Pflanze hilfreich, denn die enthaltenen Polysaccaride spenden der Haut Feuchtigkeit und Pflege.

Weitere Produkte mit Aloe Vera

Als Abführmittel wird ein Granulat eingenommen, jedoch nicht länger als 14 Tage. Während Schwangerschaft, Stillzeit, bei entzündlichen Magen- und Darmerkrankungen und Hämorrhoiden sollten Sie auf Aloe Vera verzichten. Falls Sie Herzmedikamente nehmen, sollten Sie Ihren Arzt nach Wechselwirkungen fragen.

Aloe Vera-Säfte und -Konzentrate entstehen meist ebenfalls aus dem Gel. Es muss für diesen Zweck mit einem technologischen Verfahren gefiltert werden, damit der Drink keine abführende Wirkung hat.

Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Aloe Vera-Saft oft mehr Konservierungsstoffe enthält als normale Säfte, die wegen der schnellen Oxidation benötigt werden. Überdies bieten die Säfte ernährungsphysiologisch nichts, was Sie nicht über Obst und Gemüse ebenso gut aufnehmen können.

In der Homöopathie wird Aloe Vera verwendet, um erschöpften und unzufriedenen Menschen zu helfen. Die Blütenessenz verfolgt ähnliche Ziele.

Aloe Vera-Gel: Auch eine Qualitätsfrage

Die Stiftung Warentest rät, beim Einkauf von Aloe Vera-Produkten zum Einnehmen auf die Qualität zu achten: „Für kontrollierte Rohware und Verarbeitung bürgen das Bio-Siegel und die Zeichen von Neuform oder IASC (International Aloe Science Council).“ Bei Kosmetika ist die Einwirkzeit wichtig: Duschgel oder Shampoo entfalten keinen Effekt, weil sie zu kurz auf der Haut sind.

Ein Erfolg der Schönheitsbranche

Seit der Jahrtausendwende wird der Markt regelrecht mit Aloe-Produkten überflutet. Den heutigen Bekanntheitsgrad verdankt Aloe Vera dabei hauptsächlich den Werbeversprechen der Schönheits- und Wellnesbranche.

Neben der gesundheitsfördernden Wirkung werden der Pflanze positive Effekten für Haut und Haar nachgesagt.

In Deutschland sind viele Produkte zurecht nicht als Arzneimittel zugelassen. Grund ist einerseits die komplexe Gewinnung der Inhaltsstoffe und andererseits Übertreibung bei den medizinischen Versprechen, denen es teilweise an wissenschaftlicher Grundlage fehlt. Viele Produkte werden stattdessen als Nahrungsergänzungsmittel verkauft.

Eigene Ernte und Verwendung

Der Handel hält vielfältige Fertigprodukte bereit, von Hautpflegemitteln bis hin zu Aloe-Saft. Diese Produkte sind bequem in der Anwendung. Man kann sich die positive Wirkung der Aloe Vera aber auch ganz einfach zunutze machen. Eine Ernte der Pflanze ist jederzeit möglich, sobald die Blätter eine ausreichende Größe erreicht haben. Das Gel in den fleischigen Blättern kann man dann auf die Haut auftragen oder einnehmen.

Auf feuchtes Haar aufgetragen bändigt Aloe-Gel widerspenstige Locken, für fettige und zu Unreinheiten neigende Haut stellt es eine ausgezeichnete Feuchtigkeitscreme dar. Aloe Vera spendet trockener Haut Feuchtigkeit und stellt eine allergiearme Alternative zu herkömmlichem Rasierschaum dar.

Auf betroffene Stellen aufgetragen hilft das Gel außerdem gegen Herpes, Wunden an den Lippen und Knötchenflechte. Die Extrakte der Pflanze beschleunigen den Heilprozess, lindern den Schmerz und sind zudem verträglich.

Tipps zur Anwendung zu Hause

Aloe-Eiswürfel gegen müde Augen

Vermischen Sie etwa 15 ml Aloe-Saft mit 150 ml destilliertem Wasser und füllen Sie die Mischung in einen Eiswürfelbehälter. Umkreisen Sie mit dem gefrorenen Würfel etwa 2 Minuten lang müde und geschwollene Augen.

Beruhigende Packung bei Sonnenbrand

Schälen Sie ein Blatt der Aloe und passieren Sie das Mark durch ein Sieb. Vermischen Sie das erhaltene Gel mit einem großen EL Speisequark und tragen Sie den Brei auf die geröteten, heißen Hautstellen auf. Lassen Sie die Packung etwa 20 Minuten lang einwirken.

Immunstärkende Aloe-Trinkkur

Mischen Sie etwa 300 g frisches Aloe-Gel mit 500 g Flüssighonig und 4 EL Zuckerrohrschnaps. Wenn Sie den Ansatz in einer dunklen Flasche kühl aufbewahren, ist er mindestens ein Jahr lang haltbar. Trinken Sie von der Mischung 3 Wochen lang täglich ein Schnapsgläschen voll ¼ Stunde vor dem Essen.