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Grundlagenwissen zum Thema Patientenunterrichtung

Mit diesem Kortison-Präparat haben Sie vier Wochen Ruhe vor Ihrem Heuschnupfen“. Das sagte der Hausarzt und verpasste Tanja B. eine Spritze in die rechte Gesäßhälfte. „Ihr Nasenspray können Sie jetzt zu Hause lassen.“ Zufrieden mit dieser praktischen Form der Allergiebehandlung machte sich die 45 jährige Busfahrerin auf den Weg zur Arbeit.

Vier Tage später erschien Tanja B. erneut in der Sprechstunde des Arztes – gestützt von ihrem Ehemann und mit heftigen Schmerzen in der rechten Hüfte. Die Diagnose des Arztes kam prompt: Spritzenabszess. Dabei handelt es sich um eine tief im Gewebe des großen Gesäßmuskels sitzende Entzündung, die sich gefährlich in Richtung Hüfte vorarbeitete. Sie entstand durch die Kortison-Spritze gegen den Heuschnupfen. Das lästige Niesen war Tanja B. zwar losgeworden, doch es folgten eine Operation in einer orthopädischen Spezialklinik, sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit und zum Teil heftige Schmerzen.

Jede ärztliche Handlung braucht Ihre Einwilligung

Jeder ärztliche Eingriff in Ihren Körper – und nimmt man ihn noch so sorgfältig vor – gilt vor dem Gesetz zunächst als Körperverletzung. Nur wenn Sie Ihre Einwilligung geben, ist die Behandlung legal und der Arzt kann nicht strafrechtlich verfolgt werden. Dabei ist es gleich, ob man Ihnen lediglich Blut abnimmt, Sie eine Spritze in den Po erhalten, Ihr Herz operiert wird oder der Arzt Ihnen ein harmloses Medikament gegen Schnupfen verschreibt. Vor allem klärt der Arzt Sie über alle bekannten Risiken der Behandlung auf. Tritt dann eine der vorher angesprochenen Nebenwirkungen auf, haben Sie keinen Anspruch auf Schadensersatz.

Im Fall von Tanja B. ging die Angelegenheit für den Arzt unangenehm aus: Da er seine Patientin weder über die Gefahren einer Injektionen in den großen Gesäßmuskel, noch über die besonderen Risiken einer Kortisoninjektion aufklärte, verurteilte ihn ein Gericht zur Zahlung von Schmerzensgeld und Verdienstausfall.

Vorgaben des BGH für Patienten-Unterrichtungen

  • Das Krankenhaus muss schriftlich informieren.
  • Der Inhalt der wahlärztlichen Leistung muss kurz charakterisiert werden, verbunden mit dem Hinweis, dass eine medizinisch notwendige Versorgung auch ohne den Abschluss der Wahlleistungsvereinbarung sichergestellt ist.
  • Die Preisermittlung der ärztlichen Leistung muss kurz erläutert werden.
  • Der Patient muss den Hinweis erhalten, dass eine Wahlleistungsvereinbarung eine finanzielle Mehrbelastung für ihn bedeutet.
  • Es muss darauf hingewiesen werden, dass sich die privatärztliche Wahlleistungsvereinbarung zwingend auf alle an der Behandlung beteiligten Ärzte erstreckt.
  • Der Hinweis darauf, dass die Gebührenordnung für Ärzte auf Wunsch eingesehen werden kann, darf nicht fehlen.
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