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Patientenrecht: Streit mit dem Arzt – darf er die Behandlung ablehnen?

Angenommen, Sie haben sich mit Ihrem Arzt gestritten, sind aber von seiner fachlichen Kompetenz überzeugt undmöchten sein Patient bleiben. Doch plötzlich lehnt es Ihr Arzt ab, Sie weiter zu behandeln. Darf ein Arzt so etwas überhaupt tun?

Nein, ohne triftige Gründe darf ein Arzt eine Behandlung nicht ablehnen

Denn alle Ärzte in Deutschland haben grundsätzlich eine Behandlungspflicht und zwar ohne Ansehen der Person oder der Umstände. So können beispielsweise Mediziner, die den Wunsch eines Patienten nach einer allgemein verständlichen Erläuterung ihrer Maßnahmen nicht erfüllen wollen, die Behandlung nicht plötzlich ablehnen, nur weil ihnen der Patient plötzlich als zu schwierig“ erscheint.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen von der ärztlichen Behandlungspflicht

Eine solche Ausnahme ist immer dann gegeben, wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient nachhaltig gestört ist. Eine hitzige, aber dennoch sachliche Auseinandersetzung, zum Beispiel wegen einer bestimmten Therapie, fällt sicher nicht unter diese Formulierung. Ganz anders sähe es jedoch aus, wenn ein Patient seinen Arzt körperlich angreifen, ihn wüst beschimpfen oder in der Praxis etwas stehlen würde.

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Alte Kommentare
  • donald schrieb am 30.05.2012, 03:36 Uhr

    Folgender tatsächlich vorgekommener Fall: Ein Arzt erstellt wiederholt rechtswidrig überhöhte Leistungsabrechnungen für einen Privatpatienten: auf der Rechnung finden sich neben tatsächlich erbrachten Leistungen, aufgelistet nach GOÄ, auch solche, die in der Behandlung bzw. in dem auf der Rechnung genannten Leistungszeitraum überhaupt nicht vorgenommen wurden. Auf höflich/sachlich Vortrag des Patienten werden ohne weitere Kommentierung seitens des Arztes stets korrigierte Leistungsabrechnungen erstellt, die der Patient ordnungsgemäß und fristgerecht bezahlt. Beim 'letzten' Mal, also für einen weiteren Leistungszeitraum, erhält derselbe Patient eine um das Dreifache (!) überhöhte Rechnung (223 Euro anstatt 71 Euro), gegen die er natürlich beim Arzt ebenfalls sofort Widerspruch einlegt. Dieses Mal jedoch erhält er von seinem Arzt die schriftliche Aufforderung, sich künftig einen anderen Arzt zu suchen, "der seinen Vorstellungen entspricht": eine Rechtfertigung der überhöhten Abrechnung, die -zum wiederholten Mal- einen ganz offenen Betrugsversuch darstellt, und darum handelt es sich ja wohl, erfolgt in dem Schreiben nicht. Frage: Darf ein solcher Arzt ohne strafrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werden, überhaupt noch weiter praktizieren?