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Weitergabe der Patientendaten an die Krankenkasse

Alle Ihre behandelnden Ärzte übermitteln die Abrechnungsunterlagen am Quartalsende an die so genannten Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen. Sie sammeln Ihre Versichertendaten von allen behandelnden Ärzten und leiten diese ohne Angabe Ihres Namens zur Abrechnung an Ihre Krankenkasse weiter.

Darüber hinaus erfährt Ihre Kasse, ob man für Sie medizinische Leistungen abrechnete. So erhält sie einen Überblick, welche Behandlungskosten sie für Sie übernimmt. Der Arzt erhält auf Grundlage dieser Daten sein Behandlungshonorar.

Kliniken und Optiker teilen Einzelheiten mit

Ihre Krankenkasse erfährt somit, was sie für Ihre Behandlungen bezahlen muss. Ihre ärztlichen Diagnosen und die genauen medizinischen Leistungen ordnet sie aber nicht Ihrer Person zu. Ihre Krankenkasse erhält lediglich die zur Abrechnung notwendigen Daten von Ihnen. Anders sieht das bei Apotheken, Krankenhäusern, Optikern oder Orthopädiemechanikern aus. Sie übermitteln ihre Abrechnungsdaten direkt an die Krankenkassen. Ihre Krankenkasse erfährt den genauen Umfang Ihrer Behandlung und in vielen Fällen darüber hinaus alle Diagnosen.

Sie können der Weitergabe Ihrer Patientendaten widersprechen. Allerdings zeigt ein Widerspruch kaum Aussicht auf Erfolg. Die Krankenkassen benötigen die Daten für statistische Auswertungen. Nachteile müssen Sie durch die Weitergabe Ihrer Daten nicht befürchten.

In diesem Fall entscheiden Sie selbst 

Eine besondere Stellung nimmt die Weitergabe von Patientendaten bei den Disease-Management-Programmen (DMPs) ein. Die DMPs verbessern die medizinische Versorgung chronisch kranker Menschen in Deutschland und stärken gleichzeitig das Arzt-Patienten-Verhältnis. Verständlich ist hierbei mit Sicherheit, dass die Krankenkassen möglichst viel über das Funktionieren dieser Programme wissen möchten. Darüber hinaus sind sie daran interessiert, welche medizinischen Fortschritte ihre Versicherten machten und wie sie sie dabei unterstützen können.

Doch bei den DMPs gilt: Sie als Patient entscheiden, welche Patientendaten Ihr Arzt an Ihre Krankenkasse weitergeben darf und welche nicht. In den meisten Fällen fragt man Sie aus diesem Grund bei jedem Arztbesuch aufs Neue, bei welchen Ihrer Patientendaten Sie die Weitergabe erlauben. Ihr Einverständnis bestätigen Sie durch Ihre Unterschrift. Verweigern Sie bei den DMPs die Weitergabe Ihrer Patientendaten, erhält Ihre Kasse lediglch die Daten, die sie zur Wahrnehmung ihrer gesetzlich geregelten Aufgaben benötigt. Das sind zum Beispiel Angaben zu Ihrem Alter und Ihrer Versichertennummer sowie in begrenztem Umfang medizinische Informationen.

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