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Hörgeräte: So viel zahlt Ihre Krankenkasse dazu

Hörgeräte sind technische Instrumente müssen von versierten Fachleuten angepasst werden. Grundsätzlich können Sie sich jedoch auch auf eigene Faust von einem Hörgeräte-Akustiker so eine Hörhilfe anpassen lassen und komplett selbst bezahlen. Wenn Sie von Ihrer Krankenkasse dafür Geld bekommen wollen, müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Sie müssen einen Hörverlust von mindestens 30 Dezibel auf dem besser hörenden Ohr aufweisen, und zwar in einer der Hauptsprachfrequenzen (zwischen 500 und 3.000 Hertz). Bei einer einseitigen Schwerhörigkeit gilt als Kriterium ein Hörverlust von mindestens 30 Dezibel bei zwei Frequenzen der Hauptsprachfrequenzen.  Verordnet werden kann ein Hörgerät nur von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. In der Regel werden beide Ohren mit je einem Hörgerät bestückt. Denn dadurch wird das Hörergebnis verbessert.

Im Durchschnitt liegen die Kosten für ein normales Hörgerät zwischen 500 und 2.000 Euro. Moderne Spitzengräte können noch wesentlich mehr kosten. Die Krankenkasse zahlt jedoch nur einen gesetzlich festgelegten Zuschuss von etwa 400 Euro pro Gerät. Den Rest müssen Sie aus eigener Tasche zahlen. Es sei denn, Sie entscheiden sich für ein zuzahlungsfreies Kassengerät, das jedoch unter Umständen größeren Hörkomfort vermissen lässt. Lassen Sie sich auf jeden Fall beim Hörgeräte-Akustiker mehrere Geräte zeigen und erklären. Das sollten mindestens zwei zuzahlungsfreie und zwei andere Geräte sein. Auch Probetragen sollte möglich sein. Eine volle Übernahme der Kosten gibt es nur für sehr schwerhörige Personen. Für Berufstätige können öffentliche Träger wie Arbeitsamt, Rentenversicherungsanstalt oder Wohlfahrtsverbände Hörgeräte mitfinanzieren, etwa zum Erhalt der Arbeitskraft und Teilhabe am Berufsleben. Trauen Sie sich ruhig nachzufragen.

Unter diesen Arten von Hörgeräten können Sie auswählen:

  • Hinter-dem-Ohr-Geräte (HDO): Etwa 60 Prozent der verwendeten Hörgeräte sind HDO-Geräte. Diese werden direkt hinter dem Ohr getragen und sind über ein Ohr-Passstück (Otoplastik) mit dem Gehörgang verbunden. HDO-Geräte sind bei allen Arten von Hörverlust einsetzbar.
  • Im-Ohr-Geräte (IO): Diese werden in der Ohrmuschel oder im Gehörgang getragen. Das Mikrofon sitzt nah am Gehörgang. Dadurch simuliert es die natürliche Aufnahme des Schalls am realistischen. IO-Geräte werden bei leichten bis mittelschweren Hörverlusten eingesetzt.
  • Hörbrillen: Diese funktionieren ähnlich wie HDO-Geräte. Die Elektronik sitzt im Brillenbügel. Nachteil: Wenn Sie die Brille absetzen, hören Sie auch nichts mehr.
  • Moderne Mini-Geräte, die im Gehörgang getragen werden: Das sind die modernen, digitalen Geräte, die tief im Gehörgang getragen werden. Sie sind nahezu unsichtbar und schließen den Gehörgang auch nicht komplett ab, sodass ein natürliches Hörempfinden erreicht wird.
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Alte Kommentare
  • Rolf Fischer schrieb am 04.02.2012, 12:05 Uhr

    ich bedanke mich sehr für die vielfältigen Infos zum Thema Gesundheit, Vorsorge und Reha. Ich finde sie interessant, nützlich und sehr gut gestaltet.