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Grundlagenwissen zum Thema Beipackzettel

Jeder zweite Deutsche verzichtete schon einmal entnervt auf ein Medikament, nachdem er zu Hause einen Blick in den Beipackzettel warf. Vielleicht ließen auch Sie sich schon von ellenlangen Listen mit Nebenwirkungen oder Warnhinweisen verunsichern.

Selbstverständlich ist es richtig, Medikamente kritisch anzuwenden. Aber wenn Ihnen Ihr Arzt (sofern er gewissenhaft arbeitet) einen Wirkstoff verordnet, hat das in der Regel einentriftigen Grund. Lassen Sie sich von dem Medizinerlatein im Beipackzettel nicht abschrecken.

Viele Begriffe gesetzlich vorgeschrieben

Der Beipackzettel eines Medikaments ist oft deshalb so unverständlich, weil er sich nicht nur an Sie als Patienten und medizinischen Laien richtet, sondern gleichzeitig auch anÄrzte und Apotheker. Darüber hinaus sind gewisse Inhalte und Begriffe gesetzlich vorgeschrieben.

Wann Ihr Arzt sich über Gegenanzeigen hinwegsetzen darf

Weiter unten auf der Packungsbeilage taucht der Begriff „Gegenanzeigen“ (Kontraindikationen) auf. Damit sind Zustände (z. B. Schwangerschaft) oder Krankheiten gemeint, bei denen Sie das Mittel nicht anwenden dürfen. In diesem Zusammenhang ist oft von „absoluten“ und „relativen“ Kontraindikationen die Rede. „Absolut“ bedeutet, dass das Mittel unter keinen Umständen anwendbar ist. „Relativ“ bedeutet, dass Ihr sich Arzt unter Abwägung aller Vor- und Nachteile über die Gegenanzeige hinwegsetzen darf, etwa wenn es gegen eine lebensbedrohliche Krankheit kein anderes Mittel gibt.

Bei einigen Medikamenten wird zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen geraten. So kann es sinnvoll sein, dass Ihr Arzt bei einer längeren Anwendung Ihre Leber- und Nierenwerte kontrolliert. Fast jeder fünfte Mensch im Alter über 65 Jahre ist täglich auf bis zu vier verschiedene Medikamente angewiesen. Gerade für diese Personen ist es wichtig, die Hinweise zu den Wechselwirkungen zu beachten. Denn durch eine falsche Kombination von Arzneimitteln kommt es vereinzelt immer wieder zu Todesfällen. Allerdings sind die meisten Wechselwirkungen weniger dramatisch.

Preisgünstige Nachahmerprodukte von guter Qualität

Bei der Auswahl eines Arzneimittels können Sie getrost zu preisgünstigen Nachahmerpräparaten (Generika) greifen. Darauf weist die Zeitschrift Arznei-Telegramm im Oktober 2007 hin. Diese Präparate kosten oft weniger als die Hälfte der Originalpräparate, enthalten aber exakt die gleichen Wirkstoffe. Generika kommen auf den Markt, wenn der Patentschutz des Originalpräparates abgelaufen ist. Mittlerweile kaufte oder gründete fast jedes größere Pharma-Unternehmen eigene Generikafirmen. So gehören zum Beispiel 1A-Pharma und Hexal zu Novartis oder Heumann-Generika zu Pfizer. In diesen Fällen kommen „Original“ und Generikum aus derselben Tablettenmaschine. Es besteht absolut kein Unterschied, bis auf den Preis und die Verpackung.

In manchen Fällen sind die Generika besser verträglich als die Originale, so das Arznei-Telegramm. Die Originale werden zum Teil nach veralteten Rezepturen produziert und enthalten im Gegensatz zu den jüngeren Generika Hilfsstoffe, die unter Umständen zu Unverträglichkeiten führen.

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