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Was dürfen Ärzte verweigern?

Herausgabe der Krankenunterlagen

Es kommt in den meisten Fällen vor, wenn ein Patient den Arzt wechselt: Der alte Arzt verweigert seinem wechselwilligen Patienten die Herausgabe seiner Krankenunterlagen mit dem Hinweis, diese gehörten ihm nicht. Letzteres ist unstrittig, da die Krankenunterlagen demjenigen Arzt gehören, der sie anfertigte. 1982 entschied der Bundesgerichtshof in einem so genannten Grundsatzurteil, dass Patienten einen Anspruch auf Einsicht in ihre Behandlungsunterlagen haben. Die persönlichen Gründe dafür spielen in dem Fall keine Rolle.

Darüber hinaus ist ein Arzt verpflichtet, seine gesamten Unterlagen denjenigen Kollegen zur Verfügung zu stellen, die seinen Patienten in Zukunft behandeln. Dies geschieht entweder in Form der Originale oder als Kopien geschehen. Die Kosten für Kopien tragen die Patienten selbst.

Verschreibung bestimmter Medikamente

„Nein“, entschied der Arzt, „das empfehle ich nicht. Ich verschreibe Ihnen stattdessen ein Medikament, mit dem meine anderen Patientengute Erfahrungen machten.“ Selbstbewusst antwortete die Patientin: „Herr Doktor, ich nehme das Medikament gegen meinen Bluthochdruck seit 18 Jahren. Ich komme damit gut zurecht und möchte nichts daran ändern.“ Der neue Hausarzt in spe weigerte sich, der Patientin das Medikament zu verschreiben, das sie bisher erfolgreich eingenommen hatte. Er empfahl ihr ein für sie neues Präparat.

Grundsätzlich hat der Patient Anspruch auf eine Behandlung nach den neuesten gesicherten Erkenntnissen der Medizin. Ein Arzt ist aus diesem Grund beispielsweise nicht befugt, medizinisch überholte Medikamente zu verschreiben. Andererseits ist ein Arzt nicht verpflichtet, den Wunsch des Patienten nach einem bestimmten Präparat zu erfüllen. Er muss in jedem Fall nach seiner medizinischen Überzeugung handeln, wenn er damit zum Besten des Patienten zu handeln glaubt. Allerdings kann kein Arzt gegen den Willen des Patienten entscheiden, egal wie überzeugt er von seinen Argumenten ist. Für eine Situation wie oben beschrieben gibt es aus dem Grund nur eine Lösung: einen Arztwechsel. Im Zweifelsfall passen Patient und Arzt nicht zueinander und daher führt man im optimalen Fall die Behandlung nicht fort.

Krankschreibung

Kann ein Arzt die nachvollziehbare Bitte eines Patienten um Krankschreibung ablehnen? Die Antwort lautet ja. Ein Arzt hält sich bei der Ausübung seiner Tätigkeit an das ärztliche Berufsrecht. Dieses verpflichtet ihn, alle Maßnahmen auf Grund begründeter Einschätzungen und Fakten zu treffen. Eine Krankschreibung („Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“) gilt als eine solche medizinische Maßnahme.

So ist es möglich, dass ein Arzt zu dem Schluss kommt, ein Patient sei zwar krank, dadurch jedoch nicht arbeitsunfähig. In solchen Fällen verweigert er die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus rechtlichen Gründen. Schreibt ein Arzt seinen Patienten ohne nachvollziehbaren Grund krank, können ihn der Arbeitgeber und die Krankenversicherung des Patienten später auf Schadenersatz verklagen. Darüber hinaus drohen dem Arzt wegen des unärztlichen Verhaltens Probleme mit der Ärztekammer. Es ist allerdings das gute Recht eines jeden Patienten, einen anderen Arzt aufzusuchen und sich erneut untersuchen zu lassen.

Exkurs: Lob und Dank bewirken vieles!

In der Regel sind Ärzte, Pfleger und Schwestern aufrichtig und intensiv um Ihr Wohlergehen bemüht. Leider führt der ständige Personalmangel in den Krankenhäusern zu einer chronischen Überlastung. Dann ist Ihre Initiative besonders gefragt. Es hilft den Klinikmitarbeitern, wenn Sie selbst darauf achten, dass Fehler oder Verwechslungen nicht passieren. Ein ehrliches Lob und ein Danke spornen darüber hinaus jeden an.

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