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Grundlagenwissen zum Thema Beantragen einer Kur

Bei einer Kur handelt es sich um eine mehrwöchige, aus verschiedenen Behandlungen zusammengesetzte Maßnahme. Sie ermöglicht es dem Kurenden, sich drei bis sechs Wochen lang zu entspannen, dem anstrengenden Alltag zu entfliehen, insbesondere chronische Krankheiten gründlich zu behandeln und leere Batterien wieder aufzuladen. Auch nach schweren Operationen hilft eine Kur, die Rekonvaleszenz zu verkürzen. Die Kur kann je nach Schweregrad der Erkrankung vom Arzt empfohlen werden. Sie dient je nachdem zur Prävention, Rehabilitation oder Verminderung einer bestehenden Symptomatik. Hier erfahren Sie Genaueres dazu und, wie Sie eine Kur beantragen können.

Die Kur unterstützt eine Behandlung durch den Arzt und ergänzt dessen Behandlung durch ein spezielles Therapieprogramm. Darüber hinaus hilft sie bei der psychologischen Bewältigung der Krankheit und gibt dem Patienten vielerlei Mittel an die Hand, die eigene Gesundheit zu verbessern. Dies geschieht beispielsweise durch die Vermittlung von Entspannungstechniken oder Kursen in gesunder Ernährung. Der richtige Zeitpunkt für eine Kur will gut gewählt sein, um maximalen Behandlungserfolg zu gewährleisten.

Kur beantragen: Welche Kuren gibt es und wer bezahlt sie?

Wollen Sie eine Kur beantragen, führt der erste Weg immer zum behandelnden Arzt. Mit ihm sollten Sie besprechen, welche Therapien er für sinnvoll erachtet und ob er zu einer ambulanten oder stationären Kur rät. Es gibt verschiedene Arten von Kuren: Präventive Kuren, rehabilitative Kuren, Mutter-und-Kind-Kuren oder Kompaktkuren. Der behandelnde Arzt ist es auch, der den Kurantrag ausfüllt. Hierbei ist zu beachten, dass nicht jeder Arzt stationäre Kuren oder ambulante Rehabilitation verordnen darf. Diesen Antrag reicht der Patient bei seiner Krankenkasse ein, die wiederum ein ausführliches Formular zu Krankengeschichte und erforderlichen Maßnahmen erstellt. Dieses füllt der Patient gemeinsam mit seinem behandelnden Arzt aus. Das Formular wird dem Medizinischen Dienst der Krankenkasse zur Begutachtung vorgelegt.

Private Krankenkassen bezahlen im Gegensatz zu den gesetzlichen prinzipiell Kuren nur dann, wenn die Leistung vorgesehen oder eine Zusatzversicherung abgeschlossen wurde. Wird die Kostenübernahme für eine Kur im ersten Anlauf verweigert (oft mit Hinweis auf vor Ort nutzbare ambulante Therapien), können Sie Widerspruch einlegen. Fällt die Entscheidung der Krankenkasse positiv aus, müssen Sie die Kur innerhalb von vier Monaten antreten, damit der Anspruch nicht verfällt.

Kur beantragen: Nicht jeder hat gleich gute Chancen auf eine Kur

Jeder Arbeitnehmer hat in der Regel alle vier Jahre Anspruch auf eine Kur. Hierfür muss kein Urlaub genommen werden. Das ärztliche Attest wirkt ähnlich einer Krankschreibung. Rentner haben bei Beantragung einer Kur oft schlechtere Karten. Wer eine schwere Operation hinter sich hat, bei der die Kur auch vom ausführenden Krankenhaus beantragt werden kann, bekommt sie dagegen in der Regel sofort bewilligt.

Einen Kurantrag stellen Erwerbstätige bei der Rentenversicherung oder der Berufsgenossenschaft, erwerbslose Hausfrauen oder Rentnerinnen bei ihrer Krankenkasse. Dem Kur-Antrag muss eine ärztliche Bescheinigung beiliegen, welche die Notwendigkeit der Kur bestätigt. Von (besonders zu begründenden) Ausnahmen abgesehen, wird eine Kur von den Kassen nur vier Jahre nach der letzten Kur bewilligt. Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke bekommen jedoch oft Schwierigkeiten, eine Kur bewilligt zu bekommen.

Studie belegt Langzeitnutzen

Mittlerweile werden Kuren in Deutschland nur noch sehr zögerlich bewilligt. Die Therapie gilt vielen Krankenkassen als zu aufwändig und kostspielig, außerdem sei der Nutzen nicht wirklich bewiesen. Eine Studie der Universität Zürich widerlegt diese Ansicht nun eindeutig. Dies berichtete die Münchener Medizinische Wochenschrift im September 2005. Der Sozialmediziner Professor Kurt Biener untersuchte fast 500 Patienten ein Jahr nach ihrem Kuraufenthalt. Vor der Kur trieben beispielsweise nur 40 Prozent der Frauen regelmäßig Sport, ein Jahr später war der Anteil auf 75 Prozent gestiegen. Ein ähnlich positives Bild ergab sich bei den Rauchern: Vorher rauchten 23 Prozent mehr als 30 Zigaretten pro Tag, nach der Kur schmolz das Heer der Unvernünftigen auf 2 Prozent zusammen. Der Anteil an Übergewichtigen sank von 40 auf 27 Prozent.

Eine Kur hat also nicht nur kurzfristige Effekte, sondern setzt bei einigen Patienten einen Prozess des Umdenkens in Gang, im Alltag gesünder zu leben. Vielleicht ist dies auch ein Anreiz für Sie, Ihren Urlaub einmal mit einem Aufenthalt in einem Kurhotel zu verbinden. Bei schweren chronischen Erkrankungen stehen die Chancen immer noch recht gut, dass Sie für die Kur von Ihrer Krankenkasse einen Zuschuss bekommen.

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