Patientenrechte
Patientenrechte
© Fotolia | arahan

Jeden Tag gehen Sie sogenannte Rechtsgeschäften nach - ohne dass Sie es merken. Sie bezahlen, unterschreiben Verträge oder Behandlungsvorschläge, nehmen Briefe und Pakete in Empfang. Doch was, wenn Sie all dies nicht mehr können? Viele Menschen gehen davon aus, dass dies dann automatisch Lebenspartner oder Kinder erledigen dürfen. Doch dem ist nicht so.

Aktuellste News
  • Lassen Sie sich nicht zu IGel-Leistungen drängen 

    Damit der Arzt auch in den finanziellen Genuss der Sonderzahlungen kommen kann, muss er natürlich zunächst beim Patienten „Überzeugungsarbeit" leisten.

  • Leseranfrage: Wie komme ich zu einer Kur? 

    Eine Kur muss normalerweise bei der gesetzlichen Krankenkasse oder der Rentenkasse beantragt werden. Sind Sie in einer privaten Krankenkasse versichert, müssen Sie dafür eine Extra-Versicherung abgeschlossen haben.

  • Weniger Krankentagegeld bei sinkendem Einkommen 

    Eine Krankentagegeldversicherung soll bei einem Ausfall der Arbeitskraft die dem Versicherten entstehenden Vermögensnachteile ausgleichen.

  • IGeL unter Beschuss 

    Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDS) hält viele der Selbstzahlerleistungen (individuelle Gesundheitsleistungen = IGeL) für nutzlos oder gar schädlich.

Themenauswahl aus dem Bereich Patientenrechte

Beipackzettel

© Fotolia | VRD

Jeder zweite Deutsche hat schon einmal entnervt auf ein Medikament verzichtet, nachdem er zu Hause einen Blick in den Beipackzettel geworfen hat. Wie Sie Ihren Beipackzettel endlich verstehen können und was Sie beim Lesen unbedingt beachten sollten, erfahren Sie hier.

Patientenverfügung

© Fotolia | Dan Race

Mit einer Patientenverfügung sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite. Hier erhalten Sie unter anderem Tipps, was die Verfügung unbedingt enthalten sollte und was Sie bei der Formulierung beachten sollten.

Krankenversicherungsrecht

© Fotolia | BK

Das Kranken- versicherungsrecht ist für viele undurchsichtig und kompliziert. Wir geben ein paar Tipps, um den Überblick nicht vollständig zu verlieren.

Grundlagenwissen zum Thema Patientenrechte

Unter Patientenrechten fasst man die Rechte von Patienten gegenüber Ärzten und anderen Heilbehandlern im Gesundheitswesen zusammen. Darunter fallen beispielsweise Physiotherapeuten oder Heilpraktiker.

Patientenrechte umfassen verschiedenste Gebiete. Dazu zählen das Selbstbestimmungsrecht des Patienten sowie das Recht auf eine sorgfältige Behandlung (nicht jedoch auf Behandlungserfolg). Des Weiteren besteht das Recht auf freie Arzt- und Krankenhauswahl. Zum Schluss haben Patienten das Recht auf für den Laien verständliche Aufklärung über die anstehende Behandlung inklusive der Erwähnung von Chancen und Risiken.

Die Rechte der Patienten

Jeder Patient hat das Recht auf eine sorgfältige Dokumentation von Diagnose und Therapie sowie das Recht, Einsicht in die eigene Patientenakte zu nehmen. Des Weiteren besteht das Recht auf ärztliche Schweigepflicht und das Recht auf eine zweite Meinung. Deren Kosten tragen die gesetzlichen Krankenkassen. Darüber hinaus haben Patienten das Recht auf einen Arztwechsel ohne Nennung besonderer Gründe. Davon nimmt man gewisse Versorgungsformen aus sowie Leistungen im Zusammenhang mit Zahnersatz.

Bei Verletzung der ärztlichen Sorgfaltspflicht haftet in Deutschland grundsätzlich der Arzt. Ist der Patient nicht in der Lage, seine Rechte wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen, so muss er einen gesetzlicher Betreuer bestellen.

Möglichkeiten, wenn Ihr Arzt einen Fehler gemacht hat

  1. Reichen Sie eine Beschwerde bei Ihrer zuständigen Ärztekammer ein. Bei einem Gespräch unter sechs Augen (der Arzt, ein Kammervertreter und Sie) bleiben Sie kritisch. Zwar ist man bemüht, im Streit zu vermitteln. Im Zweifelsfall steht die Ärztekammer dem Arzt vermutlich näher als Ihnen.
  2. Unproblematischer verläuft ein Termin bei einer der Patientenberatungsstellen. Diese richteten Verbraucherberatungen in den meisten größeren Städten ein. Dort steht man mit Sicherheit auf Ihrer Seite. Zudem verfügen die dortigen Mitarbeiter über einen großen Erfahrungsschatz, was Arztfehler betrifft.
  3. Bleibt Ihnen trotz aller Versuche am Ende nur übrig, mit dem Arzt vor Gericht zu ziehen, wählen Sie einen Anwalt mit soliden Erfahrungen im Patientenrecht. Adresslisten von entsprechenden Anwälten sehen Sie beim jeweiligen Amtsgericht ein. Erste Tipps, wie sich Schadenersatzansprüche durchsetzen und Beweismittel sichern lassen, finden Sie unter www.docslaw.de.

Die Krux mit der Warterei

Geduld gilt in manchen deutschen Arztpraxen immer noch als oberste Patientenpflicht. Doch Sie müssen eine zu lange Wartezeit beim Arzt nicht akzeptieren und haben die Möglichkeit, sich zu wehren. Ein eigenes Gesetz gibt es nicht, doch die Rechtsprechung zum Thema „Wartezeiten in Arztpraxen“ steht in jedem Fall auf Seiten der Patienten: Patienten besitzen einen Anspruch auf Schadenersatz, wenn sie ohne Begründung (etwa ein Notfall, zu dem der Arzt eilt) länger als 30 Minuten nach dem vereinbarten Termin warten.

Für eine erfolgreiche Klage vor Gericht sind zwei Punkte wichtig: Sie müssen den vereinbarten Termin beweisen. Im Falle eines von der Arzthelferin ausgefüllten Terminzettels stellt das mit Sicherheit kein Problem dar. Bei telefonischer Terminvereinbarung sollten Sie einen Zeugen benennen oder eine Telefonrechnung vorzeigen, in der die besagte Verbindung zur Praxis aufgeführt ist. Darüber hinaus müssen Sie einen entstandenen Schaden plausibel machen. Dies geschieht durch einen Verdienstausfall oder in Form einer verpassten Theatervorstellung. Übrigens gilt gleiches Recht für alle: Auch der Arzt kann einen Patienten zur Kasse bitten, der zum vereinbarten Termin nicht oder verspätet erscheint.

Überflüssige Operationen mit katastrophalen Folgen

Begründet man in vielen Fällen die voreilige Klinikeinweisung mit der Sorgfaltspflicht des Arztes, müssen die folgenden Zahlen jedoch als moralische Bankrotterklärung der deutschen Ärzteschaft gelten. Zwischen 1998 und 2001 stieg die Anzahl ambulanter Operationen um knapp 17 Prozent. Die Frequenz des häufigsten ambulanten Eingriffs (der Operation des Grauen Stars) stieg im gleichen Zeitraum um 76 Prozent. Den Verdacht, Ärzte operierten „ex juvantibus“ (lateinisch: mal gucken, ob es hilft), kann man angesichts der Vermehrung operationsbedürftiger Augen kaum von der Hand weisen. Ebenso verhält es sich mit der Vermutung, manche Ärzte locken ihre Patienten aus wirtschaftlichen Gründen auf den OP-Tisch.

Nicht nur die enormen Kosten medizinisch sinnloser Operationen sind bedenklich. In geradezu skrupelloser Weise beachten die Rekordoperateure die Gefahren für ihre Patienten nicht. So hinterlassen beispielsweise fehlgeschlagene, weil medizinisch nicht erforderliche Operationen der Bandscheiben in vielen Fällen Dauerschmerzen und Langzeitarbeitsunfähigkeit bis hin zur frühzeitigen Pensionierung. Rechtsanwälte, die sich auf das Medizinrecht spezialisierten, freuen sich seit einigen Jahren über eine wachsende Klagebereitschaft gegen pfuschende Mediziner. Jede überflüssige Operation sowie jede unnötig verschriebene Pille gilt nach dem Gesetz als Körperverletzung. Das nützt dem Patienten allerdings wenig, wenn er dies vor dem Richter nicht belegen kann oder die Gegenseite den besseren medizinischen Gutachter aufbietet.


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
5 Sterne
Wertungen:
30 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben