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Wir Männer wussten es schon immer: Frauen sind anders!

Was machen die Steins, also meine Holde und ich, eigentlich an einem Freitagmorgen? Sie lesen und streiten. Letzteres nur deshalb, weil ich heute Morgen über eine Studie gestolpert bin, die belegt, was wir Männer schon immer wussten: Frauen sind anders. Und es gibt Frauen, die das ausdrücklich bestätigen. Meine Holde zum Beispiel: „Zum Glück sind wir anders. Sonst würde die Welt im Chaos versinken.“ Man(n) kann das aber auch anders sehen.

Doch zurück zur Studie: Wenn das stimmt, was der italienische Psychologe Marco Del Giudice und seine britischer Kollege Tom Booth herausgefunden haben, muss man das jeweils andere Geschlecht eher als Art Außerirdische betrachten. Die Kernaussage der Untersuchung: Mann und Frau stimmen nur in zehn Prozent ihrer Persönlichkeitsprofile überein.

Betrachtet wurden 15 Persönlichkeitsmerkmale. Danach erreichen Frauen bei den Merkmalen Wärme/Zuneigung, Sensibilität und Besorgtheit deutlich höhere Werte als Männer. Diese liegen bei Gleichmut, Neigung zum Herrschen, dem Beachten von Regeln und Wachsamkeit klar vorn.

„War klar“, hat meine Holde das Ergebnis knapp kommentiert, als ich sie ihr heute Morgen vorgelesen habe. „Und ein Fehler ist in der Studie auch drin.“

„So, welcher denn?“

„Da steht, dass Männer beim Beachten von Regeln klar vorne liegen. Dass ich nicht lache!“

„Wieso stellst du das in Frage?“

„Nun, nimm dich. Ich kann die einfachsten Regeln aufstellen. Wer beachtet sie nicht? Du. Nimm die Männer als Ganzes: Wer baut mehr Unfälle, sitzt öfter im Gefängnis und hat mehr Punkte in Flensburg? Der Mann.“

Etwas nachdenklich schaute ich meine Holde an. Und warum auch immer, plötzlich fiel mir ein Spruch ein, den ich bei ihr noch nicht losgeworden war: „Schatz, wenn wir schon so unterschiedlich sind, von Natur aus, meine ich. Dann kennst du doch auch sicher, warum ein Herr Herr heißt und eine Dame Dame?“

Irritiert schaute mich meine Holde an. „Was soll das denn jetzt? Und nein, ich weiß es nicht.“

„Na, ist doch ganz einfach: Ein Herr heißt Herr, weil in seinem Handeln stets eine gewisse Herrlichkeit zum Ausdruck kommt. Und eine Dame heißt Dame, weil…“ Ich hielt inne.

Für eine kurze Sekunde herrschte Schweigen. Dann schnaubte meine Holde kurz und verächtlich: „Das soll witzig sein? Ist es nicht. Außerdem ist es ein alberner Versuch, vom Thema abzulenken. Aber bitteschön, wenn du schon so kommst, das kann ich auch: Weißt du, was Gott sagte, nachdem er den Mann erschaffen hat?“

„Nö, weiß ich nicht!“

„Er sagte: ‚Das kann ich aber besser‘.

Ich schüttelte den Kopf: „Das finde ich jetzt auch nicht lustig. Aber du weißt doch wenigstens, warum Gott Adam eine Rippe geklaut und daraus eine Frau gemacht hat?“ Ich wartete nicht ab, bis die Holde antwortete, sondern fuhr einfach fort: „Er wollte zeigen dass bei Diebstahl nichts Vernünftiges rauskommen kann.“

Meine Holde reagierte mit einem Kopfschütteln. „Du bist mir heute Morgen entschieden zu albern. Dafür habe ich keine Zeit.“ Sie machte auf dem Absatz kehrt und verschwand in einem der anderen Zimmer. Typisch. Typisch Frau. Doch wie schrieb einst Saki, der britische Meister der Kurzgeschichte:  „Einmal weiblich, immer weiblich. Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest.“ Aber das sage ich meiner Holden jetzt besser nicht.

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