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Sturz vom Wickeltisch: So beugen Sie wirksam vor und reagieren im Notfall richtig

Stürze sind die häufigste Unfallursache bei Säuglingen und Kleinkindern. Etwa jedes dritte Baby fällt vom Wickeltisch! Ein Drittel der Stürze führt zu schweren Kopfverletzungen. Die kritische Fallhöhe, bei der vermehrt Verletzungen auftreten, liegt bei 80 bis 90 cm. Bei Säuglingen sind Schädelverletzungen besonders häufig, da sie wegen ihrer Körperproportionen meist mit dem verhältnismäßig schweren Kopf voran auf dem Boden aufschlagen.

Kaufen Sie einen möglichst sicheren Wickeltisch mit hohem Seitenschutz. Besser als die glatten Wickelflächen aus Kunststoff sind rauere Oberflächen, auf denen Ihr Baby nicht so leicht abrutschen kann. Wählen Sie entweder eine Wickelauflage aus Baumwollstoff oder nähen Sie sich aus Frotteestoff (mit Rundumgummi) selbst einige „sichere“ Überzüge. Stellen Sie den Wickeltisch in einer Zimmerecke auf, dann ist Ihr Baby von vornherein auf zwei Seiten geschützt. Legen Sie einen möglichst dicken, waschbaren Teppich vor und ggf. neben die Wickelauflage oder den Wickeltisch. Gut eignen sich hierfür Badematten. Legen Sie alle zum Wickeln benötigten Utensilien zuvor bereit und planen Sie immer mit ein, dass ein unvorhergesehenes „großes Geschäft“ in der Windel sein könnte, damit Sie nicht nachträglich einen nassen Waschlappen holen müssen.

Lassen Sie immer eine Hand am Baby, falls Sie sich mal umdrehen oder bücken müssen und Ihr Kind deshalb kurzzeitig nicht unter Kontrolle haben.

Mein Tipp: Haben Sie einen Wickelaufsatz für die Badewanne, der mit einer Babybadewanne kombiniert ist, können Sie ein größeres Handtuch, mehrfach gefaltet, in die Babybadewanne legen und Ihr Baby in den ersten Lebensmonaten dort für kurze Zeit sicher ablegen. Müssen Sie während des Wickelns dringend für kurze Zeit weg, etwa weil das Geschwisterkind gerade gefährlichen Unsinn macht, nehmen Sie Ihr Baby mit oder legen Sie es kurz ins Babybettchen oder notfalls auch auf den Boden, damit es nicht herunterfallen kann. Denken Sie immer daran, dass Ihr Baby jederzeit einen Entwicklungssprung machen kann und Sie plötzlich mit einer neuen Fähigkeit überraschen könnte, die Sie ihm bisher nicht zugetraut haben. Manche Babys sind bereits in den ersten Lebensmonaten derart lebhaft und wendig, dass es sicherer ist, sie grundsätzlich mit einer geeigneten Unterlage auf dem Boden zu wickeln.

Behalten Sie Ihr Kind auch immer im Auge, wenn es im Kinderwagen oder im Hochstühlchen sitzt. Vom Angurten halte ich persönlich gar nichts, da sich viele Kinder derart lebhaft bewegen und sich auch mal weit nach draußen lehnen, sodass nicht ausgeschlossen ist, dass das Kind mitsamt dem Stühlchen oder Wagen das Gleichgewicht verliert und darin zu Boden stürzt. Stellen Sie die Babywippe ausschließlich auf dem Boden ab, auch wenn Ihr Baby deswegen „meckert“, weil es dann nicht so gut sieht, was „oben bei den Großen“ vor sich geht.

Ist Ihr Baby vom Wickeltisch oder aus dem Hochstühlchen gestürzt, versuchen Sie, Ruhe zu bewahren und Ihr Baby genau zu beobachten. Schreit es nach dem Sturz sofort kräftig los, nehmen Sie es behutsam auf, beruhigen es und legen es anschließend flach hin, um es weiter zu beobachten. Ist Ihr Kind bewusstlos oder beginnt es zu erbrechen, rufen Sie bitte sofort den Notarzt. Entwickelt sich eine kleine Beule am Kopf oder ein blauer Fleck, können Sie für kurze Zeit einen Eisbeutel auflegen und anschließend auf die Stelle vorsichtig Traumeel® Salbe auftragen. Zusätzlich geben Sie Arnica D4 oder D6 3 x 5 Globuli (oder 1 Tablette) im Abstand von 10 Minuten. mehr zum Thema lesen Sie hier:

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