Parodontitis gefährdet Ihr Herz
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 13. August 2008, 05:00 Uhr
GNL5356
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
heute muss ich mal aus dem Nähkästchen plaudern: Wir haben einen Bekannten, der durch eine langjährige und nicht behandelte Zahnfleischentzündungen seine gesamten Zähne verloren hat. Karies ist zwar in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, aber Parodontitis ist auf dem Vormarsch. Mehr als 80 Prozent aller Erwachsenen sollen betroffen sein. Ausgelöst wird die Entzündung durch Bakterien im Zahnbelag. Daraus können Sie schon schließen, dass eine der Ursachen schlechte Zahnhygiene ist. Erstes Warnsignal ist Zahnfleischbluten. Werden die Zahnbeläge nicht entfernt, schreitet die Entzündung munter voran, bis sie den Kieferknochen erreicht hat. Irgendwann löst sich das Zahnfleisch vom Zahn, dieser lockert sich und fällt aus. Die Bakterien und Entzündungsbotenstoffe machen sich derweil selbstständig und können sich anderweitig ansiedeln - etwa in Ihrem Herzen. Dann droht Ihnen ein Heruinfarkt. Mein Rat: Lassen Sie sich vom Zahnarzt die richtige Putztechnik zeigen, und lassen Sie von ihm zweimal jährlich eine professionelle Zahnpflege vornehmen.
Unser Bekannter wurde übrigens von einem Zahnarzt vor die Tür gesetzt, weil er sich weigerte, sein Kettenrauchen aufzugeben. Das beeinträchtigt nämlich den Heilungsprozess über die Maßen. Man sagt, Nikotin killt Zähne und Zahnfleisch auf ziemlich direktem Wege. Manche Zahnärzte verweigern widerborstigen Rauchern die Parodontose-Behandlung. Sie sagen, ohne Rauchverzicht habe die ganze Therapie keinen Sinn. Ich kann mir das vorstellen. Ich glaube auch, dass Bewegungsmangel die Erkrankung beziehungsweise deren Heilungsverlauf unterstützt. Unser Bekannter ist das, was ich einen Bewegungslaien nenne: Schon von normaler Bewegung hat er keinen blassen Schimmer. Er bewegt sich einfach nicht, so wird auch sein Zahnfleisch nicht ordentlich durchblutet.
Machen Sie es besser!
Ihr
Helmut Erb