Osteopathen horchen mit den Händen in Ihren Körper hinein
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell
vom 4. Juni 2008, 06:00 Uhr
GNL5356
Was machen eigentlich Osteopathen, wollten gestern mir wissen. Nun, sie behandeln Ihren ganzen Körper einschließlich aller Organe mit ihren Händen. Vor allem Verspannungen und dadurch ausgelöste Folgeerkrankungen sind ihr Einsatzgebiet. Sie arbeiten ausschließlich mit den Händen. Durch das sorgfältige und vorsichtige Abtasten - hier Palpieren genannt - meist durch Ihre Kleidung hindurch (Sie müssen sich also nicht unbedingt ausziehen) ertasten sie die Ursachen von Schmerzen und Beschwerden. Sie fühlen gewissermaßen mit ihren erfahrenen Händen in den Körper hinein. Das erfordert Geduld von beiden Seiten.
Wie die Osteopathen den Knackpunkt diagnostizieren, genauso behandeln sie ihn auch. Sie suchen die betroffenen Stellen, die auf irgendeine Weise beeinträchtigt, gestört oder verletzt sind. Sie geben dem Körper über die Hände Impulse, diese Verspannungen und Verhärtungen aufzugeben, den Fluss der Energie zu befreien und eine gesündere Haltung einzunehmen. Ihre heilenden Handgriffe können dabei so behutsam sein, dass Sie diese gar nicht direkt spüren. Ab und an werden die Berührungen auch fester, manchmal schieben die Finger die Haut etwa hin und her oder mobilisieren durch die Bauchdecke hindurch die inneren Organe. Weh tut es jedoch nie - es sei denn, der Osteopath macht etwas falsch.
Zwischen den Behandlungsterminen liegen meist vier Wochen. Bei sehr hartnäckigen chronischen Erkrankungen und Beschwerden können die Intervalle zwischen den Behandlungen allerdings auch kürzer sein. In der Regel reichen fünf bis zehn Sitzungen aus, um den Körper wieder ins Lot zu bringen.