MenüMenü

Wadenkrämpfe: Lästig, aber kontrollierbar

Üblicherweise treten Wadenkrämpfe in Ruhephasen oder im Schlaf auf. Wenn Sie jemals durch solche Krämpfe im Bein aus dem Schlaf gerissen wurden, wissen Sie, wie unvermittelt und heftig dieser Schmerz auftritt.

Junge Frau streicht sich mit den Händen über ihr Bein© Bo Valentino – Fotolia

So entstehen die Krämpfe

Die Anspannung und anschließende Entspannung unserer Muskeln wird durch Nervenreize und Mineralstoffe (Natrium, Magnesium, Kalium, Kalzium) geregelt. Wadenkrämpfe entstehen dadurch, dass sich ein Muskel im Unterschenkel anspannt, verhärtet und nicht wieder in seine Ausgangsposition zurückdehnt. Auslösend hierfür ist meistens ein Mangel an Mineralstoffen, der zu Störungen der Nervenimpulse führt.

Wodurch entsteht ein Mineralstoffmangel?

  • Durchfall, Erbrechen
  • starkes Schwitzen
  • Medikamenteneinnahme (z. B Abführmittel, Entwässerungsmittel)
  • einseitige Ernährung
  • hohen Alkoholkonsum
  • Stress

Ebenso kommen als Auslöser für die Muskelkrämpfe auch ein Flüssigkeitsmangel sowie Überlastung in Frage. Daher können sowohl der Hochleistungssportler als auch die mit strengen Diäten kämpfende, übergewichtige Hausfrau von dem schmerzhaften Übel betroffen sein. Wenn Sie immer wieder unter Wadenkrämpfen leiden, sollten Sie von Ihrem Arzt ernste Erkrankungen wie etwa Nervenschäden durch Diabetes, Bandscheibenschäden oder Durchblutungsstörungen ausschließen lassen.

Schmerzhafte Wadenkrämpfe unter Kontrolle

Zur Linderung der Wadenkrämpfe wurde bisher eine ganze Reihe verschiedener Behandlungsmöglichkeiten entwickelt: Bei einigen Patienten hilft es, wenn sie dreimal täglich und insbesondere vor dem zu Bett gehen die Waden und Füße dehnen. Ihr Arzt kann Ihnen Tipps zu Dehnübungen geben.

Es kann zudem hilfreich sein, die Beine beim Schlafen auf einem Kissen zu lagern. Oder Sie legen sich auf den Bauch und lassen die Beine über die Bettkante hängen, um die Waden- und Fußmuskeln zu dehnen.

Die folgenden Tipps führen auch eine Linderung herbei

  • Strecken und massieren Sie sich – Strecken Sie Ihr Bein durch und richten Sie Ihre Zehen nach oben, während Sie gleichzeitig die krampfende Stelle sanft reiben, um die Muskelentspannung zu fördern.
  • Stehen Sie auf – Verlagern Sie bei Wadenkrämpfen Ihr Gewicht auf das krampfende Bein und beugen Sie leicht das Knie. Bei einem starken Krampf sollten Sie beide Knie durchgestreckt halten. Beugen Sie sich außerdem in der Taille nach vorne. Benutzen Sie zu Ihrer Stütze einen Stuhl. Gehen Sie trotz der Schmerzen auf und ab.
  • Machen Sie kalte oder warme Umschläge – Benutzen Sie einen kalten Umschlag, um angespannte Muskeln zu entkrampfen. Nehmen Sie später ein warmes Handtuch oder ein Heizkissen, wenn Sie Schmerzen verspüren und empfindlich sind.

Erste Hilfe bei Wadenkrämpfen

Das sind die wichtigsten akuten Hilfsmaßnahmen bei Wadenkrämpfen:

  1. Dehnen Sie den betroffenen Wadenmuskel, indem Sie die Zehen umfassen und den Fuß in Richtung Schienbein ziehen.
  2. Massieren Sie den Muskeln und duschen Sie sich warm ab.
  3. Trinken Sie vor dem Schlafengehen ein Glas Tonic oder Bitterlemon. Das darin enthaltende Chinin wirkt muskelentspannend. Bei ausgeprägten Krämpfen kann Ihnen der Arzt ein Chininpräparat verschreiben.

Die richtige Vorbeugung

  • Machen Sie täglich Dehnungsübungen – Stellen Sie sich vor dem Zubettgehen einen halben bis einen Meter vor eine Wand und berühren Sie diese mit Ihren Handflächen. Ihre Fersen bleiben auf dem Boden. Lehnen Sie sich gegen die Wand und beugen Sie dabei ein Knie. Halten Sie diese Stellung zehn Sekunden lang. Strecken Sie Ihr Bein durch. Wiederholen Sie die Übung mit dem anderen Bein. Dehnen Sie jedes Bein fünf- bis zehnmal.
  • Nehmen Sie täglich sechs bis acht Tassen Flüssigkeit zu sich – Flüssigkeit unterstützt die Kontraktion und Entspannung der Muskeln.

Magnesium als Schlüssel-Mineralstoff

Wenn ein Mineralstoffmangel die Ursache Ihrer Beschwerden ist, lohnt sich ein Versuch mit Magnesium. Vor dem Schlafengehen eingenommen, entspannt es die Muskulatur und sorgt so für eine ungestörte Nachtruhe. Entsprechende Präparate können Sie in der Apotheke und im Drogeriemarkt kaufen. Achten Sie auch auf eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit und trinken Sie täglich ein Mineralwasser mit hohem Magnesiumgehalt (z. B. Gerolsteiner, Heppinger, Rosbacher). Wenn Sie sich ausgewogen ernähren, nehmen Sie in der Regel genügend Magnesium auf, um Ihren Bedarf zu decken. Dann brauchen Sie keine zusätzlichen Ergänzungsmittel. Wenn Sie bei großer Hitze sehr stark schwitzen, verlieren Sie viel Magnesium.

Leiden Sie allerings unter Erkrankungen des Magen- und Darmtrakts, bei denen die Magnesiumaufnahme gestört ist, wenn Sie Medikamente einnehmen wie Diuretika, Abführmittel oder Kortison oder wenn Sie dem Alkohol zu sehr zusprechen, kann Ihre Magnesiumbilanz aus dem Tritt geraten. Dann brauchen Sie zusätzliches Magnesium. Der Mineralstoff kommt in den meisten tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. Besonders reich an Magnesium sind Vollkorngetreide, Nüsse und Hülsenfrüchte.

Magnesium© www.fzd.it – Fotolia

Gute Magnesiumlieferanten

  • grüne Gemüsesorten,
  • die meisten Mineralwässer,
  • Fleisch,
  • Fisch
  • und Milch.

Magnesium ist also die erste Wahl, wenn Sie unter Muskelkrämpfen leiden. Diese sind nämlich häufig wiederum ein unfehlbares Zeichen für einen Mangel an Magnesium. Leider hilft es jedoch nicht immer: In manchen Fällen treten die hartnäckigen Krämpfe immer wieder auf. Sie sollten sich dann ein Zusatzpräparat beschaffen: Schüßler-Salz Nr. 7. Dabei handelt es sich um Magnesium phosphoricum. Es ist besonders dann angezeigt, wenn sich die Krämpfe durch Wärmeanwendungen bessern. Es hat die Funktion eines Türöffners und macht Ihre Zellmembranen durchlässiger. So kann das Magnesium, das Sie einnehmen, besser in die Zellen gelangen und wirken. Krämpfe gehören dann bald der Vergangenheit an. Lösen Sie das homöopathische Mittel in der Potenz C30 in einem Glas Wasser auf und rühren Sie die Mischung kräftig mit einem Plastiklöffel um. Trinken Sie von dieser Wasserauflösung so lange kleine Schlucke bis sich der Muskel wieder lockert.

Eine Kur mit homöopathischem Kupfer

Wenn Sie vor allem nachts von Wadenkrämpfen geplagt werden, sollten Sie einmal eine Kur mit homöopathisch potenziertem Kupfer durchführen. Nehmen Sie dazu zwei Wochen lang jeden Tag drei Globuli Cuprum metallicum in der Potenz C6 ein. Wenn sich nach dieser Zeit keine Besserung einstellt, sollten Sie sich an einen erfahrenen Homöopathen wenden.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Bei häufiger Neigung zu Wadenkrämpfen sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Er verschreibt Ihnen unter Umständen Chinin oder ein muskelentspannendes Präparat. Darüber hinaus bewährte sich die Einnahme von Magnesiumpräparaten.

Das Problem mit dem Chinin

In einer 1998 veröffentlichten Untersuchung mehrerer Studien-Ergebnisse, fanden die Autoren heraus, dass 21 Prozent der Patienten, die Chinin einnahmen, seltener an Beinkrämpfen litten. Allerdings kann Chinin unerwünschte Nebenwirkungen auslösen:

  • Ohrensausen (Tinnitus)
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall

Einige Menschen erleiden unter einer Chinintherapie auch ernstere Nebenwirkungen, beispielsweise Taubheit und hämolytische Anämie (krankhaft gesteigerter Zerfall der roten Blutkörperchen). Es ist daher wichtig für Menschen, die Chinin einnehmen, die Symptome gut zu beobachten und sofort den Arzt aufzusuchen, sobald unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.

Wadenkrämpfe Dr. Ulrich Fricke Waden- und Muskelkrämpfe: Dehnübungen und Magnesium zur Entspannung

Muskelkrämpfe in den Wadenmuskeln kosten viele Erwachsene Nacht für Nacht den Schlaf. Magnesium, Kalzium oder doch Chinin - was hilft Ihnen zuverlässig?

Wadenkrämpfe Helmut Erb So entstehen Muskelkrämpfe

Viele Menschen kennen das: Mitten in der Nacht wachen sie auf, weil sich eines ihrer Beine – meist ein Unterschenkel […]

Wadenkrämpfe Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Wann chininhaltige Getränke Ihre Gesundheit gefährden können

Chininhaltige Getränke wie Bitter Lemon enthalten Chinin, das in der Medizin verwendet wird, aber auch schädlich sein kann. Hier mehr dazu:

Wadenkrämpfe Redaktionsteam FID Gesundheitswissen Muskelkrämpfe: Verbreitet und meist einfach zu handhaben

Gelegentlich ist es schon passiert. Ein schmerzhafter Krampf im Unterschenkel hat Sie aus wohltuendem Schlaf gerissen. In letzter Zeit kam es aber mehrmals in der Woche dazu. Sollten Sie sich Sorgen machen?