Tennisarm: Abwarten besser als Kortison
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GNL5356
Bevor Sie eine Sehnen- oder Gelenkentzündung mit Kortisonspritzen behandeln lassen, sollten Sie abwarten, ob die Beschwerden – mit etwas Schonung – nicht von selbst wieder zurückgehen. Das ist das Fazit einer Studie australischer Forscher an der Universität von Queensland in Brisbane. Wie die Universität im Oktober 2006 meldete, teilten die Mediziner jeweils etwa 30 Patienten mit einem so genannten Tennis-Ellenbogen (das ist eine schmerzhafte Entzündung, die durch Überbeanspruchung des Ellenbogens entsteht) in drei verschiedene Behandlungsgruppen ein: Gruppe 1 erhielt eine Kortisoninjektion, Gruppe 2 wurde mit Krankengymnastik behandelt, und in Gruppe 3 wurde den Patienten lediglich zur Schonung geraten.
Nach sechs Wochen berichteten 78 % aus der Kortisongruppe von einer deutlichen Besserung. In den anderen Gruppen lagen die Zahlen mit 65 % (Gymnastik) und 27 % (Abwarten) zunächst deutlich darunter. Nach einem Jahr hatte sich das Bild jedoch komplett gedreht: Durch alleiniges Abwarten oder Krankengymnastik waren die Beschwerden nahezu vollständig zurückgedrängt worden. In der Kortisongruppe klagten dagegen fast 70 % der Patienten weiterhin über Schmerzen im Ellenbogen. Die Forscher vermuten, dass die sofortige Schmerzfreiheit durch die Kortisonspritze die Patienten dazu verleitet hat, den Arm zu schnell wieder zu belasten. So konnte die Krankheit gar nicht richtig ausheilen. Nicht immer ist also ein schneller Erfolg tatsächlich auch ein langfristiger Vorteil für die Patienten.